Full text : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

Kummer  50

deren  Triebwerkkanal  eine  Länge  von  30  Kilometern
  erhalten  sowie  gewaltige  Grund.,  Aelker-
  und  Weesenslächen  erfordern  soll,  in  *
höring  eine  Proieklierungsstelle  errichtet  und
mit  mehreren  Ingenieuren  besetzt.  Die  Proiekticrung
  erfvigt  nach  Angaben  des  Professors
Dr.  Paul  Askenasy  von  der  technischen  Hochschule
  in  Karlsruhe  für  eine  Mannheimer  chemrische
  Fabrit.  Die  von  diesem  Bau  betroffenen
Grundeigentümer  werden  eine  Genossenschaft
zur  Wahrung  eigener  Interessen  gründen.

Traunstein,  28.  Fedr.  Ein  gemeinnütziges
Schweinczuchtunternehmen  scheint  in  Traunstein
geplant  zu  sein.  Der  städt.  Bezirlstierarzt  ist
laut  Ausschreiben  in  den  hiesigen  Blättern  ermächtigt,
  Mutterschweine  und  Futterferlel  dafür
  anzukaufen.

Reir  i.  W.,  25.  Febr.  Die  „B.  Ztg."“  berichtet:
  Ein  miglückter  VBiehschmuggel  wird
seit  jüngster  Zeit  in  unserer  Gegend  viel  besprochen.
  In  der  Nacht  zum  Allerheiligen-Festi
1915  wurden  durch  die  Zollbeamten  der  Station
  Reit  i.  W.  18  Stück  Großvieh,  die  über
die  Grenze  nach  Tirol  geschmuggelt  werden  sollten,
  angehalten  und  beschlagnahmt.  Das  Vieh
im  Werte  von  12  000  Mark  gehörte  dem  Oelonomen
  und  Sägewerksbesitzer  Thomas  Sabacher
  in  Unterwössen  und  sollte  von  zwei  oder
drei  Mann  über  die  Grenze  geschafft  werden.
Die  Folge  war,  wie  man  nach  und  nach  erfuhr:
Sachenbacher  zahlt  zirka  19  000  Mk.  Zollhinterziehung,
  das  Vieh  bleibt  sein  Eigentum,  strafrechtlich
  kann  er  nicht  verfolgt  werden,  im  übrigen
  wird  ihm  der  Gnadenweg  ofsfen  gelassen.
Alles  dieses  ist  jedoch  ohne  jede  gerichtliche  Verbandlung
  erledigt  worden.  Jegßzt  soll  sogar  die
Strafe  im  Gnadenwege  auf  6000  Mark  ermähigt
  worden  sein.

Schusprüfungen
Schuldistrikt  Rosenheim  I.
1.  Pang:  Dienstag,  den  14.  März,  halb  9  Uhr
vormittags.
2.  Brannenburg:  Mittwoch,  den  15.  März,
8  Uhr  vormittags.
3.  Pfaffenhosen:  Donnerstag,  den  16.  März,
halb  9  Uhr  vormittags.
4.  Lo  hstäu  Dienstag,  den  21.  März,  halb
9  Uhr  vormittags

 

5.  Fischbach:  Mittwoch,  den  22.  März,  12  Uhr
mittags.
6.  Aising:  Donnerstag,  den  23.  März,  halb

9  Uhr  vormittags.
7.  Kirchdorf:  Dienstag,  den  26.  März,  8  Uhr

vormittags.

8.  Wall:  Mittwoch,  den  29.  März,  1  Uhr
nachmittags.

9.  Großholzhansen:  Donnerstag,  den  30.
März,  halb  9  Uhr  vormittags.

10.  uW  Dienstag,  den  4.  April,  8  Uhr
vorm

11.  ntrs-  Mittwoch,  den  5.  April,  1  Uhr
nachmittags.

12.  Degerndorf:  Donnerstag,  den  6.  April,
8  Uhr  vormittags.

13.  Kiefersfelden:  Dienstag,  den  11.  April,
8  Uhr  vormittags.

14.  Oberaudorf:  Montag,  den  17.  April,  8  Uhr
vormittags.

Schuldistrikt  Rosenheim  II.

1.  Rohrdorf:  22.  März,  morgens  halb  9  Uhr.

2.  Schwabering:  27.  März,  mittags  1  ulhr=3.

  Söchtenau:  28.  März,  morgens  8  Uhr.

4.  Prutting:  29.  März,  morgens  8  Uhr.

5.  Höhenmoos:  31.  März,  mittags  1  Uhr.

6.  Zaisering:  3.  April,  mittags  1  Uhr.

7.  Vogtareuth:  4.  April,  morgens  8  Uhr.

8.  Fichhanelirchene  5.  April,  morgens  8  Uhr.

9.  Nußdorf:  7.  April,  morgens  halb  9  Uhr.

10.  Sollhuben“  10.  Auril,  mittags  halb  1  Uhr.

11.  Hirnsberg:  11.  April,  morgens  8  Uhr.

12.  Moosen:  11.  April,  mittags  halb  2  Uhr.

13.  Riedering:  12.  April,  morgens  8  Uhr.

14.  Neubeuern:  13.  April,  morgens  8  Uhr.

15.  Roßholzen:  17.  April,  mittags  halb  1  Uhr.

16.  Törwang:  18.  April,  morgens  8  Uhr.

17.  Schloßberg:  28.  April,  morgens  8  Uhr.

Schuldistrikt  Prien.

1.  Rimsting:  1.  März,  halb  9  Uhr  vormittags.

2.  Greimharting:  1.  März,  1  Uhr  nachmittags.

2  Höslwang:  2.  März,  8:.  Uhr  vormittags.
.Antwort:  9.  März,  halb  9  Uhr  vormittags.

5.  Breitbrunn:  10.  März,  halb  9  Uhr  vorm.

6.  Gollenshausen:  10.  Mr  halb  2  Uhr  nachmittags.


7.  Eggstätt:  13.  März,  bold  9  Uhr  vormittags
und  1  Uhr  nachmitt

8.  Halfing:  15.  März,  l*2  9  Uhr  vormittags
und  1  Uhr  nachmittags.

9.  Endorf:  16.  März,  8  Uhr  vormittags  und
12  Uhr  nachmittags.

10.  Frasdorf:  20.  März,  halb  9  Uhr  vormittags
und  1  Uhr  nachmittags.

11.  Bernau:  21.  März,  halb  9  Uhr  vormittags

und  1  Uhr  nachmittags.
12.  Sierhansiuchen  22.  März,  halb  9  Uhr

vo  ags.
13.  Wildenwart:  23.  März,  An  ittags.
14.  Hüttenperchen:  27.  ——

15.  ——  29.  z  Uhr  vormittags
un
8  mi  3.  a
ri  t  na  ags.
*  4E  April,  halb  1  Vihr

—  —  —  —  —„  —

 

——

E
Rosenheim,  29.  Febr.

Auf  dem  Felde  der  Ehre  gefallen:
Jakob  Neichhart,  Gütlerssohmn  von  Wimm,
Piarrei  Eusdorf,  Gefr.  im  16.  Res.-Inf.-Rgt.,
Inhaker  des  Militärveroienstlreuzes;  Georg
Virner,  Schelshornbauerssohn  aus  Aufham,
Pfarrei  Eggstätt,  Soldat  im  3.  Juf.-Rgt.

Audszeichnungen  im  Felde.  Der  Käsereibesitzer
  Josef  Bauer  aus  Wasserburg,  der
im  16.  Res.-Inf.-Rgt.  sieht,  wurde  mit  dem
Militärverdienstireuz  3.  Klasse  mit  der  Krone
und  mit  Schmertern  ausgezeichnet.  Der  Vizeseldwebel
  Oslar  Niedermayer,  Kausmann  in
Prien,  wurde  zum  Leutnant  fördert.  Dem
Kilsspoflboten  Martin  Frauenlob  aus  Endorf,
der  als  Insanterist  im  Felde  sleht,  wurde  das
Miitärverdiensttreuz  3.  Klasse  mit  der  Krone
und  mit  Schmertern  verliehen.

Die  vierte  deuische  Kriegvanleihe
lommt  in  der  Jeit  vom  &.  März  bis  22.  März
zur  Zeichnung.  In  noch  höherem  Grade  wie
die  dritte,  muß  die  vierte  Kriegsauleihe  eine
Volksanleihe  werden.  Jetzt,  ien  Höhepunit  des
Kriegodramas,  muß  unseren  Feinden  wiederum
gezeigt  werden,  daß  nicht  bloß  unsere  Wassen
im  Felde,  sondern  auch  die  Waffen  daheim,
unsere  wirtschaftliche  Rüstung,  stark  und  unlezwinglich
  sind.  Das  Vaterland  heischt  mit
dieser  vierten  Kriegsanleihe  gar  lein  Opser
von  uns.  Jedermam,  der  Geld  zur  Verfügung
hat  und  die  Kriegeanleihe  zzeichnet.  macht  ja
noch  ein  gutes  Geschäft.  Die  vierte  deutsche
Kriegsanleihe  ist  wie  ihre  Lorgängerinnen  eine
sichere  Kapitalsanlage  ersten  Ranges!

Städt.  Reisverlauf.  Mittwoch  und
Donnerstag,  der  1.  und  2.  März,  sind  die
beiven  letzten  Tage  der  Reisabgabe,  worauf
die  Besetzer  von  Reislarten  aufmerlsam  gemacht
  weren.  An  weiteren  Tagen  wird  Reisnicht
  mehr  verabfolgt.

Cine  Warnung.  Beim  Verkehren  von
Militärzügen  drängt  sich  die  Vevölkerung  häusig
  an  die  Gleise  heran,  um  den  Soldaten  während
  der  Fahm  Liebesgaden  zuzuwerfsen.  Die
Spender  bringen  dadurch  nnveritändigerweiise
sich  und  die  Soldaten  in  Gefahr.  In  letzier
Zeil  haben  sich  bei  solchen  Gelegenheiten  wieder-Ton
  Unglückssälle,  sogar  einer  mit  tödlichem
Auegang,  ereignet.  Die  Bahnpolizeibeamten
nerden  künftig  gegen  unbesugtes  Betreten  der
Bahnanlagen  mit  aller  Strenge  vorgehen.

Von  den  Theologie-Kandidaten
des  Freisinger  Klerikalseminars  und  Lyzeums
ist  Herr  Joseph  Genghammer  am  15.  Februar
in  den  Kämpfen  bei  Peronne  den  Heldentod
für  das  Vaterland  gtorben.  Herr  Gengham-=mer
  fslammte  aus  Erlstätt  bei  Traunstein  und
hatte  als  Zögling  des  erzb.  Knabenseminars
im  Juli  1915  das  Gymnasium  in  Freiling
absolviert.  Von  den  gleichen  Kandidalen  ist
Herr  Jalob  Kindl  aus  Geisenhausen,  Inhaber
des  Eisermen  Kreuzes,  zum  Offizier  befördert
worden.  Herr  Ste  epdan  Gmeiner  aus  Frasdorf
hat  das  Eiserne  Kreuz  erhalten,  ebenso  Herr

 

Benedikt  Leutensdorfer,  Alumnus  des  Georgianums.


Totenliste.
Rosenheim:  Schreiner  Mar  Sleiner:
pens.  Salinarbeiter  Michael  Huber:  Gchin
Josefa  Schäffler;  Gastwirtswitwe  Monika
Fischer.

Pullach  bei  Aibling:  Ramervater  Josef
Braun  in  Inmielberg,  69  Jahre.
Schechen:  Schloßtwirtomutter  Maria  Kot,
Jahre.
lEn  asserburg:  Galanteriewaren-Geschäftsinhaberin
  Katharina  Mager,  73  Jahre;  Damenschneiderin
  Fanny  Weber,  62  Jahre.
Griesstätt:  Lberhungeroater  Fr.
Gmeiner  von  Kolbing,  6
Kraiburg:  Schreinermeistersgattin  Anna
Fries,  51  Jahre
Ensdorf:  Nuetragbauer  Georg  Thurnhuber,
  ehem.  Mitglied  des  Distrikts=  und  Gemeindeausschusses,
  84  Jahre.

Bunte  Chroutk.

Das  Ende  des  Krieges  hat  ein  siebengescheiter
  Wiener  Gelehrter  namens  Karl  Zanows#y
  wieder  einmal  ausgerechnet.  Er  sah  es
in  dem  Stand  des  Sternenhimmels  und  prophezeit
  danach  u.  a.  solgende  Tage:  1.  Kriegsende
  resp.  Friedensschluß  am  17.  August  1916.
2.  Das  Jahr  1917  bringt  einen  neuen  Dreibund.
  Sieger  werden  drei  Kaiser  und  drei  Könige.
  3.  Zwei  Königreiche  werden  entstehen,  dagegen
  wird  eine  Nation  ganz  verschwinden.  4.
Europa  wird  in  zwei  Teile  gespalten.  Der  14
wird  eine  Dauer  von  170  Jahren  haben.  5.
Kriegstage  mit  wichti  Erignissen  12.
März,  26.  Märnz,  7.  5.  Mai,  16.  Mai,
3  Ert  27.  Juni,  .  10  3un  (ein  un-7.

  August  verkandet

 

Welbng  ab
*  Ist  Ase  emaiiner
chen,  genauesten  astrologischen  Ber-W
  nicht  glaubt,  der  gun  selbl  5

—  —  —  —  —

 

Der  Weltkrieg.

Paris  und  Verdun.

Paris,  29.  Febr.  Die  Erregung,  die  sich  am  Sonnlag
  der  polilischen  Melt  in  Paris  demächtigt  halte,  war
durch  die  Tatsache  hervorgerusen  worden,  dabß  sich  der
Juhalt  des  deutschen  Tagesberichtco  uber  die  Einnaohme
des  Forts  Douaumont  bewahrheitel  hatte.  Man  gab  sich
keiner  Täuschung  über  die  Bedeutung  dieses  Ereignilses
  hin,  denn  die  Leute,  die  die  Lage  von  Verdun  kennen,
  wissen,  daß  dieses  Fort  die  Festung  selbst  beherrscht.
  Man  ersuhr  auch,  dab  die  Zioilbevöllerung
von  Verdun  schon  am  vergangenen  Montag  auf  Anweisung
  des  Oberkommandos  die  Stadt  verlossen  mußte.
Man  rechnete  unler  diesen  Umständen  mit  dem  nahen
Fall  der  Festung,  und  in  den  Zeitungeredaktionen  richlete
  man  sich  bereils  darauf  ein,  die  Vedeutung  eines  solchen
  Ereignisses  derabzusetzen.  Am  Nachmittag  des
Samstag  ging,  wie  der  „Figaro“  zugibt,  eine  Panik
durch  Paris  wie  im  August  1911,  als  sich  die  Deulichen
  Paris  naherten.  Am  Abend  erschien  Ministerpräsident
  Briand  in  der  Deputiertenkammer  und  erzählte
den  Abgeordnelen  sowie  den  Vertretern  der  Presse,  daß
sich  die  Lage  in  Verdun  geändert  hade,  dah  das  Fort
Douaumom  wieder  von  den  Franzosen  genommen  (1)
und  dab  es  sogar  gelungen  sei,  einen  Teil  der  eingedrungenen
  deutschen  Truppen  gefangen  zu  nehmen.  (1)
Während  Briand  dies  erzählte,  esschien  ein  Ordonnanzossizier
  des  Kiegeministeriums  und  meldete,  daß
die  Wiedereinnahme  von  Douaumont  den  Tiuppen  auf
der  ganzen  Frontk  telegraphisch  mitgeteilt  und  von  ihnen
  mit  begeisterten  Hochrusen  ausgenommen  worden  sei.
(1)  Nach  Erzählungen  von  Flüchtlinden  aus  Verdun  in
Pariser  Vlältern  wa#en  bis  Samstag.  Morgen  bereils
150  Häuser  in  der  Stadt  selbst  durch  das  deutsche  Bombardement
  zerston  Die  Beschiehung  von  Verdun  behann
  am  21.  Fedmar,  morgens  8  Uhr;  etwa  30  Granalen
  sielen  an  diesem  Tage  auf  die  Stadt.  Am
Dienstag  schlugen  56,  am  Mittmoch  nur  7  Granaten
ein.  Ungesähr  4000  Einrohner  befanden  sich  om  Millmoch
  noch  in  der  Sladt.  In  der  Nacht  zum  Donnerslag
  sebte  dann  die  ununterbrochene  Beschiehung  ein.

Bern,  29.  Fedr.  Die  Pariser  Zeitungen  bemühen
üich  krampshast,  Unruhe  uber  die  Schlacht  bei  Verbun
nichl  auflommen  m  lassen.  Durch  alle  Blatter  gedt
die  Version,  dah  donaumont  von  den  Fra#zosen  wiedercober!
  sei.  Det  „Temps“  versteigl  sich  sogur  zu  der
luhnen  Vehauptung,  daß  das  preubische  Regiment,  da#s
anfangs  in  die  Feste  Douaumont  habe  eindringen  konnen,
  dort  jeht  e(ingeschioisen  lei,  da  die  fraszolische
Insanterie  dacuber  hinans  Boden  gemonnen  habc.  Alle
Kitilen  heben  die  ungehcure  Wucht  des  deuischen  Angrifses
  hervor.  Der  Eilenhagel,  der  uber  die  Werke  niedergegangen
  sei,  sei  der  furchterlichlte  gewesen,  der  jemals
  auf  ein  Siöcchen  Erde  herabgeprasselt  sei,  sagt
Oberst  Noussel  im  „Vetit  Parisien“.  Der  Grundlon
aller  Kritiken  is,  ader  die  Mahnung,  sich  nicht  beunruhigen
  zu  lassen,  sondern  Vertrauen  zu  bewahren.
In  einem  Leitarlilel  heitzt  es  im  „Matin“  u.  a.:
Nicht  gegen  den  lesten  Platz  Verdun  richten  sich  die
deutschen  Angrisse,  sondern  gegen  das  Phantom  eines
besestigten  Platzes,  wie  ihn  Verdun  für  die  Deutschen
und  vielleicht  auch  für  die  Neutralen  noch  darstellz.
Im  Septemoer  1314  nate  der  Zeitpunkt  fur  cinen
Angriff  gewesen.  Damals  ware  cine  Riesenbeute  an
Nanonen,  Gesangenen  usb.  zu  machen  gewesen.  Seit
mehr  als  6  Monal#en  aber  ist  Verdun  als  Festung  ausgeschieden.
  Seit  so  langer  Zeit  schon  hat  Douaumont  weder
  Kanonen,  noch  eine  Besatzung,  seit  so  langer  Zeit
schon  ist  die  chemolige  Festung  Verdun  nichts  mehr  als
ein  leeres  Gehause.  Der  Inhalt  dieses  Artilels  pabzt  gar
nicht  zu  der  jüngs  wiederholl,  3J.  B.  von  Herve  geäuketten
  Ansichten,  nach  welchen  Verdun  der  Hauptstapel.
platz  für  Kriegsmaterial  usw.  sei.  Auch  durften  die
Berichte  der  ilalitnischen  Pressevertreter  in  Paris,  die
von  einer  unermehlichen  eventuellen  Beute  der  Deutschen
  drahten,  den  Inhalt  des  Arlilels  des  „Malin“  doch
in  einem  elwas  anderen  Lichte  erscheinen  lassen.  Campolonghi
  schreibt  im  „Secolo“,  es  jei  sicher,  daß  Verdun,
odschon  es  fur  die  Franzofen  nicht  von  entscheidender  Bedeutung
  ist,  fur  die  Deutschen  einen  außerordentlichen
Wert  habe.  Angesichts  dieser  Tatsache  sei  es  natürlich
und  menschlich,  doß  ganz  Paris  in  grobßer  Angst  und
Besorgnis  lebe.  Seine  Straßen  sind  verödct,  nur  die
Ambulanzwagen  solgen  sich  seit  einigen  Tagen  unaufhörlich.
  Seine  Coses  seien  leer,  die  Thea#er  kraurig
und  die  Seeie  gan)  Frankreichs  bange  gegen  Verdun  hin,
denn  sast  alle  Familien  hällen  jemanden  an  der  Front.
Wie  die  Sache  auch  ausgehen  möge,  wie  viele  Opfer
werde  Frankreich  witder  beweinen  müssen?  (3.)

Die  Räumung  Verduns
von  der  Zivilbevölkerung.

Genf,  29.  Febr.  Nach  dem  „Matin“  wurde  die  Bevollerung
  Verduns  fortgeschafst,  sodaß  keine  Zivilpersonen
  mehr  in  der  Festung  weilen.  (3.)

Die  Känpfe  im  Ober.-.  Elsaß.

Berlin,  29.  Febr.  Im  Ober-Elsaß  hält  die  erhöhte
  Artillerieläligkeit  an.  Allnächtlich  ist  im  Sundgau
  starker  Geschätbonner  vernehmdar.  Besonders  lebhast
  ist  das  Feuer  im  Tal  von  Metzeral  und  in  der
Umgebung  von  Ulkirch,  wo  letzthin  ein  Vorstoh  stattgesunden
  hat,  sowie  an  der  Schweizer  Grenze  bei  Obersept,
  wo  in  den  letzten  Tagen  durch  Wegnahme  einer
franzölischen  Stellung  eine  Verbeslerung  der  deutschen
Front  stattgesunde  hat.  (3.)

Der  Uu.  Boot-Krieg.

London,  2..  Febr.  Reuter  meldet  aus  Washing  ·
ton:  Deullchnd  hat  Bernstorff  den  Auftrag  eegeben,
den  Vereinigten  Staaton  mitzutellen,  daßh  die  Zulichetungen
  in  der  „ulitania“-  und  „Arabi##c-Angelegenheit
noch  steis  hindead,  Kruft  ültten,  vu  sie  sedoch  mar  für
kriedlie  aussehiltilchisfa  ¶  Aaltung  hatten.  Ea  uu- 



Mittwoch,  1.  Marz  1816

lautet,  Deutschlaud  bleibt  bei  seiner  Auffassung,  dah
bewaffnele  Kauffahrteischisse,  einerlei,  welchen  Chatal.
ter  diese  Bewassnung  trage,  sich  der  Ver  nichig  ohne
vorherige  Warnung  aussehzen.  (3.)

Die  Beute  von  Durazgo.

Berlin,  29.  Febr.  Der  „Lok.-Anz.“  meldet  aus
dem  Kriegspressequartier:  Ueber  Hals  und  Kopf  und  in
der  Jröhten  Unordnung  sind  die  Jlaliener  aus  D.
razo  gefluchtet.  Die  Flucht  der  Jialiener  war  s
lopslos,  dah  sie  fast  die  gesamte  Artilleriemunition  den
Siegern  ünberlassen  mußten.  Auch  die  riesigen,  selt  Wochen
  in  Durazzo  ausgestapellen  Lebensmittelvorräte,  die
zur  Versorgung  der  italienischen  und  serbischen  Heere
in  Albanien  dienen  sollten,  fielen  den  k.  und  k.  Tu##
pen  in  die  Hände.  Das  in  Durazzo  von  den  Jlolienern
  angelegle  Feuer  wurde  von  den  k.  und  k.  Tuwpt.
pen  teilweise  gelöscht.  Der  Schaden,  den  die  Stadt
dadurch  erlilten  hal,  ist  beträchtlich.  (3Z.)

Truppenansammlungen  in  Petersbutg.

Stocdholm,  29.  Febr.  In  Petersburg  gehen  Gerüchte
  um,  die  von  einer  baldigen  plotlichen  Verto.
gung  der  Duma  sorechen,  da  einc  prinzipielle  Einigung
der  Opposition  und  der  Regierung  nicht  zustandegekomn.
men  ist.  Die  Opposition  habe  der  NRegierung  ofsenen
Kampf  angesagt,  weil  sie  enlschlossen  ist,  in  den  wic.
ligiten  Fragen  der  inneren  Politik  bei  ihrem  allen
Stondpunkt  zu  verharren.  Unverkennbar  ist  die  Arsommlung
  von  Truppen  in  Petersburg.  Der  Petersbm.
ger  Truppenbestand  ist  in  den  letzten  vier  Tagen  um
21:  Regimenter  gewachsen  und  zwar  sind  5  neue  JIasanteriebataillone
  und  einige  Kavallericabteilungen  zu:
Verslärkung  des  Poligeiausgebots  zusammengezogen.  (3)

Bücherschau.

Aus  dem  Märzhefte  von  „Westermanns
Monatoheften“.  Lore  Donoswky.  Roman
von  Golthard  Kurland..  Das  Mittelmeer  des
Nordens.  Bilder,  Erlebnisse  und  Gedanken  vo#r
der  Ostsee.  Non  Gustav  Langen  (illustrier).
Aus  einem  zeitlosen  Tagebuch.  Von  Mari
von  Ebner-Eschenbach.  Die  Entartung  der
modernen  englischen  Gesellschaft.  Von  Herm.
Conrad.  Grünes  Land.  Erzählung  von  Ingeborg
  Maria  Sick.  Paul  Meyerheim.  Vor
Hanns  Fechner  (Illustriert).  Beim  Ostheer.
Stizzen  in  Wort  und  Bild  von  Fritz  Kaufman:
(illustriert).  Handwerk  und  Kunstgewerbe
  IV:  Schmuckkunst  (Iillustriert).  Dramali,
sche  Rundschau.  Von  Friedrich  Düsel  (illustr.).

Der  Weltkrieg.  Zeitgeschichtliche  Monatebe
richic  von  Professor  Dr.  Gustav  Roloff.

Die  Niederlage  der  Engländer  be
Kut  el  Amaro  finoet  eine  eingehende  uns
sachgemäße  Begründung  von  wohlunterrichteten
Berichterstatier  in  den  neuesten  Heften  63/65
von  Bongs  illustrierter  Kriegsgeschichte  „Dei
Krieg  1914/16  in  Wortund  Bild“  (Deur
sches  Verlagshaus  Bong  u.  Co.,  Berlin  W  57:
wöchentlich  ein  Heft  zum  Preise  von  30  Pfg.].
Wir  erhalten  hier  einen  übcraus  interessanter
Ueberblick  über  die  Ursachen,  welche  diese  Nie,
derlage  bewirkten  und  wodurch  das  stark  erschul.
lerte  Ansehen  der  Engländer  im  Orient,  u#-mentlich
  bei  den  Araberstämmen,  noch  mehr
gesunken  ist.  An  diesen  jetzt  alle  Welt  interessierenden
  Vorgang  in  Mesopotamien  schließen  sic
in  den  Hesten  weitere  bedeutende  Artikel  an.
Daß  auch  hier  nicht  mit  Bildern,  Zeichnungen,
Karten,  gespart  ist,  bedarf  wohl  kaum  der  GEwähnung.
  Farbige  Kunsttafeln  übermitteln  ei
anschauliches  Bild  von  dem  gewaltigen  Ringen
unserer  braven  Truppen.

Karkt#erschie.

Munchen,  26.  Febr.  Der  Munchner  Schlachiwie).
markt  am  Freitag,  den  25.  Februar,  hatte  ein  Er
somangebo!  von  4209  Schlachnieren  und  zwar:  2)
Ochsen,  293  Bulien,  532  Kühe,  173  Jungrinder,  21n
Kälber,  511  Scheine  193  Schafe  und  90  Lämmer  is
wie  Kige.  Der  Groboiehmarkt  hatte  um  738  S#u#
schwächere  Zufuhr  als  am  vorigen  Fteitag.  Der  Ou#r
hiefür  ist  wohl  darin  zu  suchen,  daß  wegen  Neuan
bruches  der  Maul.  und  Klauenseuche  die  Markihalla
wieder  als  Sperrgebiet  ertlärt  werden  mußten.  6“
zeigten  die  Preise  für  gute  Ware  neuerlich  steigent
Tendenz.  Bei  mittleren  und  minderen  Tieren  hatt
sich  im  weileren  Verlause  des  Markies  ein  schwachs
Weichen  bemerkbar  gemacht.  In  der  Hauptsache  galie
der  Zeniner  Lebendgewicht:  Ochsen  80—110  Marl.
Bullen  75—98  Mark,  Kühe  sowie  Kalbinnen  60—0)
Mark  und  Jungvieh  52—74  Mark.  Unverkauft  ½#
ren  59  Stück  geblieben.  Der  Kälbermarkt  hatte  18
105  Stück  schwächeres  Angebot  als  vorigen  Freüch.
Bei  lebhafter  Kauflust  trotz  neuerlich  um  4—6
pro  Zeniner  angezogener  Preise  war  der  vorhanden:
Vorrat  schon  wenige  Minuten  nach  Marktbeginn  b2
auf  das  letzte  Stück  ausverkauft.  In  der  Haupisachgalten
  lebende  Tiere  989—104  Mark,  r—
bis  122  Mark  der  Zeniner.  Der  Schweinemarlt
wieder  vollständig  ungenügende  Zufuhr.
Platzbedarf  bestimmten  Tiere  waren  zu  den,  nach
wichtsllassen  festgelegten  Höchstprelsen  Hcnelli  geräunt.
Es  galten  lebenoe  Tiere  76—129  Mark,  geschlochter
111—162  Mark  der  Zentner.  Der  Schafmarkt  hatte  ½#
#und  50  Stück  uhr  als  vorigen  Freitag.  Ne#erlich
  steigende  Tendenz  der  Preise  und  bhaldiger  Aus
verlauf  des  Martten  waren
Es  kosteten  geschlachtete  Tiere

 

 

 

Die  für

au
110—140  Man  de

Zemner.  Im  Verglelch  zur  Vorwoche  baben  in  dis
Woche  mt  Ausnahm  der  Schweinepresse  dio  #r#
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