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Da dringt von einem nahen Dornstrauche her plötzlich ein
eigentümliches Rascheln und Schnaufen an mein Ohr. Ich meine
* schon vorher einigemal vernommen zu haben. Jetzt bewegen sich
die Zweige, und aus dem schwarzen Dickicht schiebt sich langsam und
vorüihtig ein graues Tierchen. Zuerst kommen ein spitzes schwarzes
Schnäuzchen und ein Paar schwarzer funkelnder Auglein zum Vorschein,
darauf erscheinen zwei kurze graubehaarte Füßchen, und dann
kommt eine längliche graue Kugel hervor, über und über mit fpitzigen
Stacheln gespickt: es ist ein Igel.
Ich mache unvorsichtigerweise einen Schritt auf ihn zu. Augrnölichic
hat der furchtsame Lanzenträger die Stirnhaut ins Gesicht
gezogen und Schnäuzchen, Beine und Schwänzchen auf der
Unterseite des Körpers zusammengedrückt. Nun liegt er da, der
kleine Stachelheld, wie eine Dornenkugel. Ich stehe still und halte
den Atem an. Der Igel liegt regungslos. Nach Verlauf von
etwa fünf Minuten beginnt die graue Kugel leise zu zucken. Der
Igel fängt an, sich zu entrollen. Zuerst schiebt er mit leisem Rucken
den Vorder= und Hinterteil des Stachelpanzers auseinander, setzt
dann die Füße auf den Boden und streckt langsam und lauernd
das schwarze Schnäuzchen vor.
Nun ist er reisefertig. Er setzt sich in Trab, schnüffelt hin und
schnüffelt her, packt hier eine Raupe, dort eine fette nackte Schnecke
und verschmäht auch die kleinen Schnecken nicht, die mit ihrem
bunten Häuschen an einem Stengel hinaufgekrochen sind; er beißt
hinein, daß es nur so knistert. So führt ihn sein Weg auf eine
Erdbeerpflanze zu, unter deren grünen Blättern ein Goldkäfer sitzt;
dieser ist eben daran, einen Regenwurm zu verspeisen. Dicht vor
dem schmausenden Köfer bleibt der Igel einen Augenblick slehen,
fährt dann mit einem schnellen Schuß auf ihn zu und verspeist ihn
samt dem Regenwurm. Dicht daneben guckt ein zweiter Regenwurm
aus seiner Röhre; er faßt auch ihn. Dann hier noch eine Schnecke,
dort eine Raupe vom Blatt, Käfer und Würmer, wie sie ihm gerade
in den Lauf kommen, und zum Schluß noch einen halberwachsenen
Frosch: so, das ist der Anfang für heute abend!
Plötzlich zucken seine kleinen runden Ohren horchend nach vorn.
Lief da nicht etwas? Er läuft etwas näher. Richtig! Eine Maus!
Dort an dem niedrigen Erdwall trippelt das braune Ding.
Mit einer Schnelligkeit, die man dem plumpen Gesellen gar nicht
zutrauen möchte, schießt der Igel auf seine Beute zu. Aber er hat
sich verrechnet. Das Mäuslein ist bei seiner geräuschvollen Annäherung
blitzschnell die Erdwand hinaufgeschossen, und der verdutzte
Jäger hat das Nachsehen Aber dieser sucht das Loch auf, wo