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ihrerseits nirgends eine Unterstützung zu erwarten war. Andererseits
hatte der U-Boot-Krieg allerdings nicht das gehalten, was man
irrtümlicherweise von ihm erwartet hatte, aber England war immerhin
in eine ungeheure Motlage gebracht. Die Tonnage für die Saloniki-Armee
mußte verringert werden. Die LCebensmittel und Rohstoffe
wurden besonders in England, aber auch in Frankreich und
Italien immer knapper. Die Engländer sahen die Möglichkeit, den
Krieg zu verlieren, deutlich vor Augen. In Frankreich mehrten sich
nach den überaus verlustreichen, aber völlig resultatlosen biskherigen
Angriffen die Mentereien im Heere; das Land ging, wie französische
Staatsmänner selbst aussagten, der Erschöpfung entgegen. Die Aussicht
lag für Deutschland nahe, daß das vorgesteckte Siel doch noch
erreicht werden würde, bevor Amerika mit seinen ungeheuren MWachtmitteln
in Aktion trat und die Türkei und GEsterreich zusammenbrachen.
Zu gleicher Seit war in Deutschland der Kanzler von Bethmann
Bollweg endlich vom Schauplatz abgetreten, und man durfte hoffen,
daß die neue Reichsleitung, der Kanzler Michaelis, ein größeres
Derständnis für die militärischen Totwendigkeiten an den Tag legen
würde als die bisherige; man durfte vor allem hoffen, daß sie alle
Hebel in Zewegung setzen würde, um den Siegeswillen im Dolke
zu stählen und dieses den großen Aufgaben des Krieges geneigter
zu machen. Die Oberste Beeresleitung tat in dieser Hinsicht trotz
allen bisherigen Mißlingens ihr möglichstes. Sie rief den vaterländischen
Unterricht ins Leben, nahm sich der Fürsorge für die
Kriegsbeschädigten tatkräftig an und schuf für die Derwundeten und
Kranken die Cndendorffspende, die 150 000000 Mark einbrachte.
Aber sie fand bei den Behörden nirgends auch nur die geringste
Unterstützung. Nur die „Vaterlandspartei“ arbeitete in dem gleichen
Sinne, verlor aber nur allzubald angesichts der allgemeinen Kriegsmüdigkeit
allen Einfluß.
Während so vom militärischen Standpunkt aus die Derhältnisse
durch den Susammenbruch Rußlands sich wesentlich gebessert und
die Boffnungen der Obersten Beeresleitung neu belebt hatten, ging
die Hoffnung im Dolke immer mehr herunter. Die Friedensresolution
vom 10. Juli bildet auch in dieser Rinsicht einen Abschnitt. Sie war
das äußere Merkmal für die gänzlich veränderte Dolksstimmung.
Die unabbhängige Sozialdemokratie arbeitete schon damals daran,
die Distiplin im Heere zu unterwühlen, und wir waren so weit gekommen,
„daß wir die Entfaltung nationalen Gefühls“, wie Ludendorff
sagt, „als ein fluchwürdiges Verbrechen ansahen“, dank dem
Reichstage, der im schroffsten Gegensatz zur Wirklichkeit, die nur die
Wahl ließ zwischen Sieg und Dernichtung, eine Gesinnung der
Sehnsucht nach Frieden zum Ausdruck brachte. Alle Dorteile, die die
militärische LCage bot, wurden aufgewogen durch die Gesinnung der
Reimat, wie sie sich in der unseligen Reichstagsresolution vom 10. Juli
aussprach, sowie in Esterreich durch die Czerninsche Denkschrift über