56 Voorschläge zur Ernährung des deutschen Volles in Krieg und Frieden-X.
Anpflanzung von Nährbäumen und 'sträuchern
an Stelle von Ziergewächsen.
Von Fritz Hanisch.
Wie wenig die Statistik sich bisher mit dem deutschen
Obst- und Gartenbau beschäftigt hat, zeigte recht augenfällig
in der Rot der Kriegszeit der gänzliche Mangel an brauchbaren
Unterlagen über Jahresproduktion, Anbaufläche, Jahresertragswert
u. dgl. der im deutschen Gemüsebau erzeugten
Volksnahrungsmittel. 6
Weder Berufsgärtner noch Nationalökonomen konnten die
brennenden Fragen beantworten, die zur Feststellung der
erforderlichen oder vorhandenen Mengen von Gartenerzeugnissen
zur menschlichen Ernährung wertvolle Anhaltspunkte
für die amtlichen Anordnungen in der Kriegszeit geliefert
hätten.
Welche hohe volkswirtschaftliche Bedeutung der
deutsche Gartenbau gewonnen hat, soweit er Bodenerzeugnisse
für Nahrungszwecke schafft, hat der Krieg auch dem
Laien Uar vor Augen geführt; er hat aber auch jedermann
überzeugt, daß der Bedarf an Obst und Gemüse in Zukunft
durch Anbau im eigenen Lande auf deutschem Boden gedeckt
werden kann.
Zur Erreichung dieses Ziels ist die Förderung der Anpflanzung
von Nährbäumen und Nährsträuchern, worunter
wir Kernobst, Steinobst, Beerenobst, Hasel- und Wallnüsse,
auch Weintrauben und Maronen in klimatisch begünftigten
Gegenden verstehen wollen, unerläßliche Pflicht, und zwar
überall da, wo Lebensbedingungen, Absatzverhältnisse und
sachgemäße Pflege rationellen Obsibau gestatten.
Wie kann der Obstbau vermehrt werden?
In erster Linie durch berufsmäßigen und durch Liebhaberanbau
in Plantagen, Obstgärten, Haus= und Klein-