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Leute dieses Gebiets oder gar durch Turisten aus
Frankreich verursacht ist.
Nicht genug empfehlen kann ich dagegen den altdeutschen
Besuchern, die sich ein Urteil über die Reife des
Reichslandes zum deutschen Bundesstaat bilden wollen, den
Besuch der Friedhöfe des deutschen Sprachgebietes. Denn
erstens blüht nach einer Versicherung des Straßburger
Aforismers Seite 65 das politische Leben bei uns nur auf
den Friedhöfen, zweitens kommt der Besucher hier weniger
in die Versuchung, jemand „iovial“ anzuschnauzen, drittens
wird ihm hier nicht so leicht etwas vorgeschwindelt. Wo
er deutsche Inschriften aus jüngster Zeit sindet, da denke
er: „Hier hat möglicherweise behördlicher Druck den
Ausschlag gegeben“; wo er auf einem Grabstein nichts als
den Namen und zwei Jahreszahlen findet, da bleibe er
stehen und bedenke, daß hier nicht ein Mangel an Gefühl
für die Verstorbenen, sondern Trotz gegen die Behörde
vorliegt, die die welsche Inschrift nicht gestattet hat. Es
ist doch zu schade, daß das Elsaß nicht in Ostasien liegt!
Dort ist eine Schrift üblich, die man wie unsere Ziffern
nach Belieben chinesisch oder japanisch lesen kanm.
Dr. Storck schreibt: „Die Hauptgründe dafür, daß
die Elsässer keine Zuneigung zu Deutschland spüren, sind,
daß sie 1. Deutschland gar nicht kennen, 2. keine Herzensbeziehungen,
keine persönlichen Verbindungen nach
Deutschland hinüber haben. Darum muß erreicht
werden, daß die elsässischen Familien nach der andern
Rheinseite hinsehen, und daß es dort für sie nicht nur
Regierung und Kasernen, sondern auch geliebte Menschen
gibt“. Er schlägt darum vor, daß jeder deutsche Bundesstaat
verpflichtet werde, für jeden Beamten, den er ins
Elsaß abgebe, einen Elsässer zu übernehmen. Bismarck
hätte bereits einen solchen Gedanken gehabt, aber er
sei an der Bürokratie gescheitert. Storck hat jedenfalls
damit recht. Ich kenne einen Elsässer, Protestant, der
kaufte sich im Sundgau eine Apotheke'), redete, um sein
Geschäft in Schwung zu bringen, krampfhaft nur
französisch im Haus und gab seinem ältesten Buben nach
bekannter Protestlerart einen echt französischen Vornamen.
Trotzdem kam aber sein Oeschcfe auf keinen
grünen Zweig. Da hörte er von einer Apotheke, die
irgendwo in Hessen frei sei. Er verkaufte die seine und
kaufte sie. Sein zweiter dort geborener Bub hat nun
*) Pharmuacie, bezw. „Giftbude“, wie die Elfässer lieber sagen,
nach dem griechischen Wort pharmakon Gift