Full text : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

Oie  Nagelung  detElsernen  Aose

 

Nach  Ausschreibung  des  Ortssammelkomitees
vom  Roten  Kreuz  findet  am  Sonntag,  den  2.
April  die  Erstnagelung  unseres  Kriegswahrzeichens
  statt.  Damit  tritt  auch  Rosenheim  in
die  Reihe  der  Städte.  die  sich  ein  Erinnerungsmal
  an  den  großen  Krieg  schaffen.  Der  Zweck
der  Nagelung  ist  ein  doppelter.  Einmal,  daß
die  Beodilerung  mit  einem  verhältnismaßig
geringen  Opfer  zur  Erfüllung  eines  wohltäligen
Zuweckes  —  der  gesamte  Reinerlös  fließt  je  zur
Hälfte  der  Nationalstistung  für  Witwen  und
Waisen  der  gefallenen  Krieger  und  der  örklichen
Fürsorge  um  und  zum  anderen  gleichzeilig
zur  Schaffung  eines  nationalen  Denkmales  beilragen
  kann.

Am  Vormittage  1012  Uhr  des  genammten
Tages  findet  im  Saale  des  „Deutschen  K  aiser“
die  offizielle  Erstnagelung  siait.  Es  wird  eine
schlichte,  aber  doch  ausdrucksvolle  Feier  werden,
die  dem  Ernste  unserer  Zeit  angepaßt  sein  wird.
Den  musikalischen  Teil  hat  die  hiesige  Militärmmusik
  übernommen,  auswärtige  Ehrengäste,
Vertreter  der  Kgl.  Regierung  von  Oderbayern,
die  Spitzen  der  Behörden,  das  Offizierslorps,
die  Bürgerschaft,  sowie  die  Abordnungen  der
hiefigen  Vereine  werden  an  der  Feier  teilnehmen.
  Herr  Kt#  5  Hofrat  Wüst  wird  die  Festrede
  halten.  Der  Nachmittag  ist  der  allgemeinen
  Benagesung  vorbehalten.  Erfreulicherweise
  macht  sich  jeht  schon  ein  reges  Interesse
für  die  Nagelung  bemerkbar,  und  es  ist  deshalb
  zu  hoffen,  daß  recht  viele  ihre  Schritte  in
den  festlich  gescmückten  Saal  des  „Deulschen
Kaiser“  lenken  werden

Am  Abend  (8  Vors  geben  die  drei  hiesigen
Musikvereine  (Liedertafel,  Männergesangverein,
Orchesterverein)  einen  großen  Liederabend,  der
Herrorragendes  bieten  wird.  Besonders  sei  aufmerlsam
  gemacht  auf  das  große  Chorwerk
„Frledrich  Rotbart“  von  Podbertsky  für  Thor
und  Orchesler.  Die  Festrede  des  Abends  hat
in  dankenswerter  Weise  Herr  Oberregierungsrat
  Koch  übernommen.

In  dem  zweiten  Teil  des  Abends  kommt
unser  heimischer  Dichter  Michel  Zänppel  zu
Worte.  Er  wird  sicher  mit  seinen  Darbietungen
den  Nagel  auf  den  Kopf  treffen.  Daß  zwischen
den  einzelnen  Vorträgen  Gelegenheit  zum  Benageln
  geg  Ten  wird,  ist  selbstverständlich.

5ge  dem  Tag,  an  dem  Rosenheim  sich  anchicht,
  sich  ein  Kriegswahrzeichen  zu  geben,  ein
site  Erfolg  beschieden  sein.

 

 

*7o  ,  %
Rosenheim,  29.  März.

Auf  dem  Felde  der  Ehre  gesallen:
Andreas  Entfellner,  Gütler  aus  Nußdorf  a.  J.,
Landsturmmann  im  3.  Landwehr-Juf.-Rgt.;
Ankon  Nost,  Bauerssohn  von  Gassen,  Gefreiter
im  15.  Inf.-Rgt.,  Inhaber  des  Eisernen  Kreuzes
  und  du  Milikärverdienstkrenzes  mit  Schwertern.


Im  Felde  verwundet  wurde  der  Pionier
  Georg  Förg,  Sohn  des  Lokomotiohei  ers
Josef,  Förg  in  Rosenheim.  Er  steht  im  3.  ionier-Bataillon
  und  erhielt  einen  sog.  Stecklungenschuß,
  d.  h.  der  Granatsplitter,  der  ihn
getroffen  hat,  sleckt  noch  in  der  Einschlagstelle.
Er  muß  auf  operativem  Weg  entferut  werden,
doch  ist  Lebensgefahr  nicht  vorhanden.  Förg
ist  genau  vor  einem  Jahre  bereits  zum  erstenmal
  verwundet  worden,  doch  ist  er  damals
wieder  gut  genesen.  Mir  wünschen  ihm  auch
ietzt  *  baldige  Genesung.

hrung  eines  Rosenheimers:  Aus
Straubing  wird  uns  berichket:  Herr  Oberzahlmeister
  Bernrieder  vom  7.  Chev.-Regiment
seuͤrte  dieser  Tageslein.  35  jähriges  Dienst-Jubiläum.
  Von  der  Musik  des  Regiments  wurde
#hm  aus  diesem  Anlaße  ein  Morgenständchen
gebracht.  Bom  Offiziers-Korps  des  Ersatz-Depots
  des  7.  Chevo.  #e⅜  wurde  dem  Jubilar
ein  hübsches  Blumen-Arrangement  überrelcht.
Herr  Oberzahlmeister  Bernkeeber  ist  ein  Bruder
des  Herrn  Zementa#arenfabrikamken  Bernrieder
in  Rosenheim.  Zu  seinem  Jubiläum  nachträglich
  noch  unser  Glückwunsch!

Die  Errichtung  einer  städt.  Lebensmittelhalle
  mird  in  elner  an  uns  gerichteten
Zuschrist  in  Vorschlag  gebracht.  Dazu  werden
folgende  Ausführungen  gemacht:  „Die  Butterkarke,
  das  neueste  „Mädchen  aus  der  Ftemde“,
bielt  am  Dosmerst  ag  ihren  offiziellen  Einzug
und  wurde  durchaus  nicht  mit  ungemischter
Freude  begrüzt,  denn  „sie  brachte  nicht  jedem
eine  Gabe“  und  nicht  viede  ging  beglückt  nach
Haus“.  Bereits  um  1-8  Uhr  früh  fanden  sich
Frauen  ein,  um  ja  von  den  um  7  Uhr  erscheinenden
  Glöcksspendern  ihr  Stückchen  Butter  zu
erhakten.  Geduldig  stellte  man  sich  in  langen
Neihen  bis  zur  Pfarrlirche  an,  dazwischen  un.
zählige,  die  ein  Ringen  in  freier  Betätigung
vorzogen,  alle  aber  in  Erwarlung  und  Erregung,
die  im  emtscheidenden  Augenblick  die  ganze  Energle
  der  Ordnungsor  ne  ndtig  machle,  um  täf-2
  ngeri  einzubämmen.  Die  gleichen

  Erscheimügen  wieberholen  4.  des  österen
auch  bei  der  städt.  Fleischverkaufsstelle  1  in

wesens,

 

noch  stärlerer  Weise  beim  jeweiligen  Peiroleumverkauf.
  Zu  diesem  werden  auch  Kinder  geschidt,
  die  milunter  von  erwackhsenen  Küusern
gewaltsam  weggestoßen  gedrückt  und  beschimpft
werden  und  diese  Liebenswürdigkeilen  mit
Schreien  und  Weinen  quittieren.  Auch  an  eingedrickten
  Fenstern  und  Türen  fehlt  es  nicht.
Wirken  all  diese  Szenen  schon  beim  schönem
Wetter  durchaus  nicht  idyllisch,  so  verschärft  sich
der  Eindruck  bei  Schneegestöber  und  Regenwetter
  geradezu  zu  einem  unhaltbaren,  unserer
Stadt  unwürdigen  Bilde.  Unsere  fürsorgliche
Stadtverwalutug  sei  daher  gebeten,  Ordnung
dadurch  zu  schaffen,  daß  sie  für  all  jene  Lebensmittel,
  welche  ihrer  Oberaussicht  unterste  hen,
ein  Lokal  zum  Verlauf  bestimmt,  alsof  für  Butter,
Kartofseln,  Fleisch,  Petroleum  usw.  Dann  möge
sich  der  Verkauf  nicht  gezwungenermaßen  inner-=haib
  einer  Stunde  abspielen  müssen,  sondern
den  ganzen  Vormittag  über  stattfinden,  soweit
Vorräte  dazu  vorhanden  sind.  Kaum  lönnte
ein  Lolal  gefunden  werden,  das  sich  besser  dazu
eignen  würde,  wie  ein  Teil  des  Schlacht-  und
Biehhoses  (2).  Wenigstens  könnte  für  Kriegsdauer
  eine  praktische  slädtische  Markt=  und  Lebensmittelhalle
  geschaffen  werden,  der  Verkauf
wäre  konzentriert  und  das  Publilum  könnte  die
ereissenen  Rationen  ohne  Gefährdung  der
OQesundheit  und  ohne  Rauferei  in  Empfang  nehmen.“
  Dieser  Vorschlag  hat  vieles  für  sich  und
würde  sicherlich  Verkäufer  wie  Käufer  in  gleicher
Weise  befriedigen.  Nur  frägt  es  sich,  ob  die
Lokalfrage  kicht  gelöst  werden  kann.

er  kath.  Volksvere  in  hat  nach  langer
  Pause  am  letzten  Sonntag  wieder  eine  Versammlung
  abgehalten.  Obwohl  das  Wetter  zu
einem  Spaziergang  sehr  einladend  war,  hatten
sich  doch  rieie  Teilnehmer  eingefunden,  sodaß
der  Saal  im  Flötzingerbräu  gut  besetzt  war.  Als
Geschäftsführer  des  Vereins  begrüßte  Herr
Kaufmann  Berchtenbreiter  die  Versammlung.
Der  Vortrag  behandelte  in  längeren  Ausführungen
  die  Frage:  Warum  hassen  uns  unsere
Feinde?  Zunächst  murde  der  Aufschmung
Deutschlands  geschildert,  das  ein  mächtiger  Konlurrent
  England=  auf  dem  Weltmarlt  geworden
  isl.  Dann  zelgte  Redner,  wie  von  allen
Seiten  der  Haß  gegen  Deutschland.  suflematisch
geschürt  wurde,  dank  auch  einer  mit  englischem
Gelo  gekauften  Peesse  des  feindlichen  Auolandes.
  Selbst  im  neutralen  Auslande  blieben  10
die  salschen  Begriffe  über  Deutschland  nicht  aus.

och  haben  unsere  Feinde  keinen  Grund,

Deutschland  zu  hassen.  Denn  Deutschland  ilf
nur  seine  freie  Entfaltung,  nichts  anderes.  Für
diese  Freiheit  kämpfen  wir  auch  im  jetzigen
Kriege,  wir  owerden  jedem  Anprall  siegreich  widerstehen.
  Die  Versammlung  nahm  diese  Ausführungen
  mit  reichstem  Beisall  aus.  HH.
Geistl.  Rat  Stadtpfarrer  Geßl  brachte  dem  Redner
  warmen  Dank  zum  Ausdrud.  Den  Schluß
bildeten  noch  verschiedene  Darlegungen  über
Wesen  und  GEliederung  des  Volksvereins  für
das  latf.  Deutschland.

Städtischer  Kartoffelverkauf.  Wir
mchin  die  Einwohnerschaft  auf  die  im  Anzeigenteil
  veröfsentlichte  Bekanntmachung  des  Magistrats
  aufmerksam.

Hausleanlenpflege  Verein

Kssenheim.
Rosenheim,  29.  März.

Der  Hauskrankenpflegeverein  Rosenheim  und
Umgebung  hielt  am  27.  Mäcz  seine  ordentliche
Mitgliederversammlung  ab,  wobei  nachstehender
Jahresbericht  für  1915  gegeben  wurde.

Der  Verein  durchlebte  mit  1915  sein  zweites
Betriebojahr.  Ausbau  und  Festigung  waren  die
Hauptaufgaben.  In  erster  Linie  mußte  für  eine
Deeinfektionseinrichtung  im  Schwesternheim
Vorsorge  getroffen  werden,  da  für  Krankenpflegerinnen
  die  Möglichkeit,  sich  jederzeit  schnell
und  bequem  von  etwaigen  Anfleckungsstosfen
zu  reinigen,  unentbehrlich  ist.  Zu  deeße  Behufe
  wurde  die  Schweésternwohnung  ab  1.  Juli
von  en  Fröhlingestraße  36  in  dae  slädtische  sog.
„Maier  mwesen“,  Königsstraße  10,  verlegt,
das  die  Stadtverwaltung  dem  Hauskrankenpflegeverein
  in  entgegenkommendster  Weise  in
Miete  gab.  Die  neue  Wohnung  besitzt  die  Vorzüge
  einer  sehr  praktischen,  sonnigen  und  sreien
Lage  in  Mitte  der  Stadt  und  mit  gärtnerischen
Anlagen,  die  den  Pflegeschwmestern  beste  Gelegenheit
  zur  Erholung  bieten.  Außerdem  gewährt
sie  hinreichende  und  geeignete  Räume  sowohl
zur  Vermehrung  der  Schwesternzahl,  als  auch
zur  Unterbringung  von  weiteren  sanitären  Einrichtungen.
  Insbesondere  lann  die  für  den  Verein
  so  notmendige  Deeinfektionsanstalt  ganz
nach  Wunsch  eingebaut  werden,  zumal  der
uuschandien  die  Genehruigung  sofort  vertragsmäßig
  gewährt  hat.  Diese  Vorteile  er- 



hoͤht  noch  der  Unstand  daß  das  Schwesternbeim

  im  stadteigenen  „Maierbad“  viel  weniger
der  Gefahr  ausgesetzt  ist,  gekündigt  zu  werden,
wie  in  einem  Privathause,  da  die  Stadt  selbst
am  Hauskrankenpflegeverein  das  erste  Interesse
hat.  Niek=  und  nagelfesle  Einrichtungen,  wie
eine  Desinestonsant  t,  verlangen  ja  möglichst
dauernde  Losalverhältnife.  So  erweist  sich  die
neue  Wohnung  als  eine  Wohltat,  für  die  der
Verein  der  Eiahternetung  zu  grossem  Dank
verpflichtet

Die  gihe  Fähigkeit  des  Malerbadanneben
  dem  Hauskranken  blegevereine
noch  weitere  sanitäre  brichtungenn  n  sich  aufzu-Dr.

  J.  Maier,

 

nehmen,  wurbe  schon  am  1.  Oltober  ausgenützt,
indem  die  fslädtischen  Kollegien  genehmigten,
daß  von  diesem  Tage  an  in  den  3  Zimmern
des  Erdgeschosses  die  beiden  Fürsorgestellen  für
ngembeine  und  für  die  Säuglingspflege  untergebracht
  wurden.  Diese  3  Räume  schieden
daher  am  1.  Oktkober  aus  dem  Mietverhältnie
zwischen  Stadt  und  Verein  aus.  Wie  feststeht,
wird  auf  Veranlahung  des  K.  Bezirksarztes
in  kurzem  zu  ebener  Erde  auch  noch  eine  moderne
Milchküche  hergestellt  werden,  so  daß  dann  im
„Maierbad“  der  Hauskrankenpflegeverein,  die
Säuglingssürsorge,  die  Fürsorge  für  Lungenkranke
  und  die  für  die  beiden  letzteren  notwendige
  Milchtüche  vereinigt  sein  werden  und  zwar
so  günstig,  daß  die  Abteilung  für  die  Lungenlranken
  einen  eigenen  Eingang  von  rückwärts
besitzt  und  auch  im  Innern  von  den  übrigen
Räumen  vollständig  getrennt  und  abgeschlossen
ist.  Da  außerdem  zur,  Reinigung  von  Ansledungsstoffen
  noch  eine  Desinfektionseinrichtung
  im  Hause  zur  Verfügung  sein  wird,  so  kann
gesagt  werden,  daß  die  freiwillige  Kranlenfürsorge
  in  der  Stadt  Rosenheim  vorbildlich  geplant
  und  bereits  geordnet  erscheint.

Der  Schöpfer  des  Ganzen  ist  der  Kgl.  Bezirlsarzt.
  Seiner  Führung  sich  zu  unterslellen
und  seine  menschenfreundlichen  Bestrebungen  mit
Lust  und  Liebe  tunlichst  zu  unterstützen,  hält  sich
der  Hauskrankenpflegeverein  in  erster  Qinie  für
verpflichtet.  In  Erfüllung  dieser  Pflicht  ließ
der  Verein  auf  seine  Kosten  eigens  eine  Pflegeschwester
  im  Stuingebeim  des  kgl.  Hofrates
München,  zur  ausschließlichen
Verwendung  als  Fürsorgeschwester  gründlich
ausbilden.  Seit  1  Januar  191  steht  sie  bereits
  in  voller  Tätigkeit  in  ihrem  Fachberufe.

Von  sonstigen  Geschehnissen  sind  noch  bemerlenswert
  die  am  24.  Märxz  beschlossenen  und  am
19.  April  in  das  amtliche  Verein-register  eingetragenen
  Satzungsänderungen,  welche  die  Vornahme
  von  Ersatzwah  len  regeln  und  folgende
Bestimmungen  trefsen:  „Der  Verein  widmet
sich  seinem  Zureck  in  Ausübung  freier  Liebestätigleit.“
  „Alle  Ausschußmitglieder  versehen
ihr  Amt  unentgeltlich“.  „Gewinn=  oder  Ver-Mmögensanteile
  an  die  Vereinomitglieder  zu  verabfolgen
  ist  nicht  gestattet".

(Schluß  folgt.)

Der  Welitrieg.

Dasstarke  Deutschland.

Bern,  29.  März.  Herve  beschäftigt  sich  in
der  „Victoire“  mit  dem  beunruhigenden  Wiederaufleben
  des  deutschen  Tauchbootkrieges,  inindem
  er  aus  dem  Leserkreise  Einwendungen  machen
  läßt,  wie:  „Es  gibt  also  kein  Mittel,  sie
zu  hindern?“  „Da  rühmen  wir  uns,  die  Herren
  des  Meeres  zu  sein!“  „Die  Deutschen  find
ebenso  stark!  Gewiß,  ein  Voli,  das  doppelt  so
zahlreich,  wie  das  französische  st,  das  die  erste
Industrie  der  Welt  besitzt,  mit  dem  Geist  von
Organisation  und  einer  Initiative  der  Kühnheit
  ersten  Ranges,  ist  offenbar  eine  Macht,
mit  der  man  rechnen  muß.  Sie  hindern,  ist
leichter  gesagt,  als  getan.  Man  fand  noch  kein
wirklich  wirlsames  Mittel  gegen  sie.  Die  Bewaffnung
  der  Handelsschifse  nützt  nichts,  weil
die  Unterseeboote  jast  unsichtbar  sind,  die  Seepolizei
  ebenso  wenig,  denn  der  große  Altionsradius
  der  Boote  macht  die  Polizei  ohnmächtig.
Die  Wahrheit  ist,  daß  die  Deutschen  mit  einer
genügenden  Zahl  von  Booten  und  Mannschaften
England  sehr  wohl  blockieren  können.  Darum
müssen  die  Alliierten  unablässig  daran  arbeiten,
  den  Feind  schnell  zu  vernichten  und  alle
Mannschaften,  die  verfügbar  sind,  in  England,
Italien  und  Rußland  ausheben,  um  Deutschland
  unter  der  Flut  der  Stürmenden  schnellstens
  zu  ersticken.“"

 

Die  Pariser  Konuferenzen.

Zürich,  29.  März.  Der  Pariser  Korrekvondent
  des  „Berner  Bnd-  sucht  seiner  Zeitung
  llar  zu  machen,  was  den  Tatsachen  und
nicht  bloß  dem  politischen  Klatsch  nach  Beratungsgegenstand
  der  Pariser  Konferenzen  sei.
Er  schreibt:  Als  sicher  kann  angenommen  werden,
  daß  die  Westmächte  der  Entente  entschlossen
  sind,  sich  Hrrnseitig  ihr  Material  und  ihre
Truppen  zur  ersügung  zu  siellen.  General  Cadorna
  ist  da,  um  die  technische  Seite  dieser  Abmachung
  zu  erörtern,  während  Salandra  und
Sonnino  die  Bedingungen  der  zitalienischen  Gebilsenschaft
  festzusetzen  haben.  Die  Anwesenheit
der  Serben,  unter  denen  sich  drei  serbische  Armeeführer
  befinden,  deutet  darauf  hin,  daß  auf
dem  Balkan  etwas  geschehen  soll.  Seildem  die
italienisch-serbische  Rivalitct  ganz.  geschwunden
ist,  stehen  einer  einheitlichen  Handlung  auf  dem
Balkan  weniger  Hindernisse  entgegen.  (Z.)

Die  englische  Flotte.

Berlin,  29.  Man  Wie  ein  Londoner  Gewähremann
  der  olssche  n  Zeitung“  iissen
will,  soll  die  krenlid  miralität  die  Absicht
haben,  den  Hafen  von  Hull  und  die  Humbermündung
  zur  Basis  eines  neuen  Geschwaders
z  nachen  Bers  ebenen  Bläattern  zufolge  hat
Win  ln  ela  et  Petsonendompset

etegsk  en  scheinbaruntet
  etnegvonls  die  gegen
Saden  sdeuerten.  (3.)