38 Die Jüten und die Sachsen in der Landschaft zwischen Schlei und Eider und in der Arensharde.
Unter den aufgeführten Namen ist nur Windeby rein jütischen
Ursprungs, alle anderen sind unzweifelhaft deutsche Gründungen. Auch
unter den Flurnamen dieses Gebietes ist nur Moschau als jütische
Überlieferung meines Wissens erhalten; selbst die im Jahre 1572 neben
der Hölzung Ravenhorst genannten Felder Weterade, Korte wester
Remen, Heithorne, Bornebroke, Lange Stucken, Ravensmohr, Stodthoff,
Langehorster Wische sind schon rein niederdeutsch. Von früheren
Bewohnern dieser Dörfer kennen wir aus dem Schatzregister des Jahres
1543 nur die aus Gosefeld: Hinrick Marth, Detlef Plaene, Detlef
Neue, Ralef Marth, Hinrick Kuer, Hans Winth (Venth), Claus Marth,
Johan Neue, Hans Jan, Marquart Plaene; es sind niederdeutsche Familien,
die diese Gebiete gerodet haben. Von den ursprünglichen Dörfern
dürfte Celmerscorp zu den ältesten deutschen Gründungen gehören und
zu den Waldemarischen Hufen zu rechnen sein.
Als Ergebnis dieser Untersuchung darf hingestellt werden, daß
der ganze Jarnwith oder Dänische Wohld allein der deutschen Kolonisation
angehört; nur an den Grenzen, im Kirchspiel Sehested in
Haghebu (Haby) und im Kirchspiel Borby in Windeby haben die Jüten
sesten Fuß gefaßt, um schon früh auch aus diesen Dörfern von den
Niederdeutschen verdrängt zu werden, ohne daß sich im einzelnen feststellen
läßt, wie diese Wandlung sich vollzogen hat. Nirgend finden
sich vool oder toste, immer nur Hufen und Wurten. Die juütischen
Ansiedelungen tragen dieselbe Agrarverfassung wie die alten niederdeutschen
Dorfschaften. Dabei treten uns hier in dem Kirchspiel Gettorf
und dem ehemals dazu gehörenden Noer jene eigenartigen Wurtsetlinge
(Wurtsitzer, Wurtsassen) entgegen, die eine Mittelstufe zwischen
Hufnern und Kätnern bildeten. Sie wiederholen sich zahlreich auch
in der Barchharde, sowie hie und da in Schwansen und lassen sich
stellenweise noch bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts oerfolgen.
Wir finden sie aber weniger in den alten landesherrlichen Distrikten, meist
nur in adeligen Gütern und in solchen Gebieten, die wie die Barchharde
ehemals (bis 1528) fast ganz adeliges Besitztum waren. Ihren Namen
tragen sie nach der Wurt, d. h. ursprünglich eingehegter Hausplatz oder
Hosstätte, dann, wie in Holstein gewöhnlich, die aus gemeinsamer Feld-