Allgemeine Bestimmungen 8 2. 89
§5 130. Eine Willenserklärung, die einem anderen gegenüber
abzugeben ist, wird, wenn sie in dessen Abwesenheit
abgegeben wird, in dem Zeitpunkte wirksam, in welchem sie
ihm zugeht. Sie wird nicht wirksam, wenn dem anderen
vorher oder gleichzeitig ein Widerruf zugeht.
Auf die Wirksamkeit der Willenserklärung ist es ohne
Einslutz, wenn der Erklärende nach der Abgabe stirbt oder
geschäfteunfähig wird.
Dlese Vorschriften sinden auch dann Anwendung, wenn
die Willenserklärung einer Behörde gegenüber abzugeben ist.
* 133. Bei der Auslegung einer Willenserklärung ist
der wirkliche Wille zu erforschen und nicht an dem buchstäblichen
Sinne des Ausdrucks zu hasten.
* 134. Ein Rechtsgeschäft, das gegen ein gesetzliches
Verbot verstößt, ist nichtig, wenn sich nicht aus dem Gesetz
ein anderes ergibt.
* 135. Verstößt die Verfügung über einen Gegenstand
gegen ein gesetzliches Veräußerungsverbot, das nur den
Schutz bestimmter Personen bezweckt, so ist sie nur diesen
Personen gegenüber unwirksam. Der rechtsgeschästlichen
Verfügung steht eine Versügung gleich, die im Wege der
Zwangowollstreckung oder der Arrestvollzlehung erfolgt.
ie Vorschriften zugunsten dersenlgen, welche Rechte
von einem Nichtberechtigten herleiten, sinden entsprechende
Anwendung.
8 136. Ein Veräußerungsverbot, das von einem Gericht
oder von einer anderen Behörde innerhalb ihrer Zuständigkeit
erlassen wird, steht einem Leietüchen Veräußerunge-=verbote
der im § 135 bezeichneten Art gleich
8 137. Die Besuguis zur Verfügung üÜber ein veräußerliches
Recht kann nicht durch Rechtsgeschäft ausgeschlossen
oder beschränkt werden. Die Wirksamkeit einer Verpflichtung,
über ein solches Recht nicht zu verfügen, wird durch diese
Vorschrist nicht berührt.
§ 139. ein Teil eines Rechtsgeschäfts nichtig, so
ist das ganze Rechtsgeschäft nichtig, wenn nicht anzunehmen
ist, daß es auch ohne den nichtigen Teil vorgenommen
sein würde.
§ 141. Wird ein nichtiges Rechtegeschäft von demjsenigen,
welcher es vorgenommen hat, bestätigt, so ist die Bestätigung
als erneute Vornahme zu beurteilen.
Wird ein nichtiger Vertrag von den Parteien bestätigt,
so sind diese im Zweifel verpflichtet, einander zu gewähren,
was sie haben würden, wenn der Vertrag von Anfang an
gültig gewesen wäre.