Volltext : Rosenheimer Anzeiger. 63. Jahrngang (63)

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Uummer  142

’NN3211—  .1  ENN  #os

Samstag,  25.  Juni  1012

 

die  Reglerung  sich  unerbittlich  gegen  sie
8  u.  Der  Minister  des  Aeußern  Somino
aus  dem  Eingreisen  Amerikas  in  den
s  die  „Getechtigleit  *  italienischen  Verrates
  ab.  Für  Rußland  bezeichnete  Somino  als
besten  Schutz  dessen  völlige  Uebereinstimmung
mit  den  Srbundete  Piwichlch  der  Fortführung
Von  Rumänien  behauptete  er,  daß
es  sich  bereits  anschise,  Nache  für  seine  Unglücksschläge
  zu  nehmen.  Mancherlei  Redensarten
machte  Sonnino  auch  über  das  Vorgehen  der
Italiener  in  Albanien,  um  zum  Schluß  nochmals
zu  versichern,  daß  ein  dauerhafter  Friede  nur
in  der  Sicherhe  it  der  nationalen  Grenzen  liege.
Alles  übrige  wurde  dann  in  eine  Geheimsitzung
verlegt.
r  „  2

Grlecheuland.

GEewaltherrschaft  in  Griechenland.

Das  Ministerium  des  W  oerössentlichte
am  18.  Junt  eine  Liste  aus  Griechenland
ausgewiesenen  Prrsontiestn  sie  enthält  20
Namen,  darunter  Gunaris,  Streit,  Markuris,
Vater  und  Sohn,  Dusmanis,  Metaras,  Ei#lin
und  Sayas,  den  Führer  des  Neservifl:  no.  banO
des  sowie  seinen  Sohn.  Die  Ausgemeeseren
die  in  Athen  wohnen,  haben  drei  Tage  Jeit,
um  sich  auf  die  Abreise  vorinbercile1.  die  in
der  Provinz  wohnenoen  ache  Tage.  Unter  hundertorei
  unter  Aussicht  zen  lten  Pers  nen  befinoen
  sich  Dragumis,  Sluindis,  Lamor,,  Tsellos,
  der  Minister  des  Imern  im  Kabinett  Kambros
  war,  Ruffis,  Canafarls,  Oberst  Steailge
Der  Chef  des  Generalilabs,  mehrere  Ve.Mlstabsoffiziere,
  Hasopulos,  Anastasopulos  u.  Gerulan.
  Dieser,  der  Hofarzt  des  Königs  war,  seine
Frau,  zwei  Bischöfe  und  eine  gewisse  Anzahl  von
Offizieren  aller  Grade  werden  sämtlich  uberwacht,
  müssen  Athen  verlassen  und  weroen  an
Orte  gebracht,  wo  es  ihnen  unmöglich  iein  wird,

zu  fliehen.
Ensilsche  Aaversa  ämtheiten.

Der  Herausgeber  der  „Nationay  Neview,  L.
I.  Marse,  schreibt  im  Juniheft  seiner  Zeitift:


 

Wir  haben  keinerlei  Grund  7—  so  führt  er
aus  —  zu  verheimlichen,  was  die  össentliche
Meinung  Englands  als  Ersordernisse  für  einen
dauerhaften  Frieden  betrachtet.  Ersie  Grundvoraussetzung
  ist:  Ehe  der  Verband  in  irgendwelche
Friedensverhandlungen.  eintritt,  müssen  alle
feindlichen  Truppen  hinter  den  Rhein  zurückgezogen
  werden,  ebenso  wie  aus  Rußland,  Polen,

Serbien,  Montenegro  und  Rumänien.  Ferner
müssen  Deutschland  und  Oesterreich  als  Garantie
  für  ihr  gutes  Verhalten  ihre  Flotten  den
Verbandsmächten  übergeben.  Wenn  das  britische
Publikum  nun  solgende  Kriegsziele  ausstellt,  so“
darf  es  nicht  vor  dem  Einwand  zurüdscheuen.
daß  es  das  Fell  des  Bären  verteilt  ehe  es  den
Bären  erlegt  hat,  sondern  es  muß  sich  im  voraus
  gegen  eine  zu  nachgiebige  Diplomatie
wappnen.

Die  Bedingungen  lauten:

1.  Kein  Friede  mit  den  Hohenzollern.

2.  Vollständige  moralisch,  materielle  u.  finanzielle
  Eutschädigung  durck  Deutschland  gegenüber
jedem  Lande,  welches  Schaden  erlitten  hat,  einbegriffen
  Belgien  und  das  britische  Reich.

3.  Rũdgabe  aller  von  den  Deutcchen  besetzten
Gebiete  an  ihre  rechtmäßigen  Eige:  itümer  einschließlich
  Elsaß-Lothringens.

4.  Keine  Rüdgabe  irgendeines,  irgendwo  in
der  Welt  während  des  Krieges  von  der  deutschen
Herrschaft  befreiten  Gebietes.

Von  einsemen  Menschen

Roman  von  Frih  Gantzer
7  —

Und  die  Dämmerung  kroch  immer  behender
  in  den  Flur  und  hing  um  alle  Gegenstande
zbren  dunkeln  Mantel.  Und  in  den  Winkeln

d  Ecken  hockte  jie  schon  mit  schwarzen

*  ...  Das  ganze  dammrige  Haus  lag
wle  ausgestorben

Und  als  *8  Megina  so  in  die  bange
Stille  hincintauschte,  allmahlich  ruhiger  werdend,
klang  Wollsng  Stimme  aus  dem  Woynzimmer
  an  ire.  Ohr.

Dort.

.  dort
ihre  Nüatehr
ein,  aé,
warten  lassen

Es  mußte  s  in.

Zwei  kulgenpoore  sangten  sich  in  ihrem
Gesicht  sest,  als  sie  uber  die  Schwelle  schritt.
In  einem  banges,  sürchtendes  Fragen,  da
ohne  Rede  Antwort  sand  und  sich  mutlos  und
traurig  senkte.  In  dem  anderen  ein  verwundertes
  Suchen:  5orun  bliebst  du  so
lange?“  Auch  ihm  ga  esicht  der  Eintretenden
  Bescheid.  Und  da  W  es  in  ihm
auf  vor  Zorn.  Danach  aber  kam  die  Scham.
Und  460.  cwang  auch  diese  Augen  zu  Boden.

r  sprach.  Rottraut  Hrueche  müde  und
bleich  ar  mit  dem  Reisemantel  bekleldet  und
den  beaunen,.  schmucklosen  Filzhut  tragend,  in
der  Sofsae  Frau  Regina  hatte  es  in  bre
W-  vorlin  vergessen,  zum  Ablegen  3

nötigen,  und  gang  war  vlel  zu  sehr  .

.  dort  warlete  man  auf

tonnte  Rottraut  nicht  länger

olfg
bem  beimlichen  Braen  des  schönen  Mäde

die

chens  beschäftigt  gewesen,

 

5.  Strengste  Justiz  gegenüber  aller  deutschen
Verbrechern  und  Erzverbrechern  für  ihre  während
  des  Krieges  begangenen  Taten.

6.  Strategische  Vorkehrungen  gegen  künftige
deutsche  Angriffe,  einschließlich  Internationalisierung
  des  Kieler  Kanals.  .

7.  Verteilung  der  deutschen  Flotte  unter  die
einzelnen  Verbandsgenossen  in  der  Weise,  daß
die  leineren  Seemächte  einen  um  so  größeren
Teil  der  Flotte  erhalten.

8.  Uebergabe  der  deutschen  Handelsmarine  als
Teilentschädigung  für  den  rücssichtslosen  Untersee-Boot-Krieg.


9.  Entpreußung  des  Deutschen  Reiches,  Verbel
  daß  een  Preuße  Deutscher  Kaiser  sein

arf.

10.  Vorbehalt  für  den  Verband,  perster
Kriegsbedingungen  zu  stellen,  um  ihr  Hau
die  Vernichtung  des  preubischen  Mskariemes

.

zu  erreichen.

11.  Keine  geheimen  Klauseln  oder  nichtamtliche
  Verständigungen  irgendwelcher  Art,  weder
in  Bezug  auf  Handelsverträge  noch  auf  Heiraten
unter  den  Dynastien.

12.  Da  kein  Papierfetzen  mit  der  Unterschrift
Deutschlands  irgend  etwas  bedeutet,  müssen  die
Verbandsmächte  sich  vorbehalten,  jede  etwa  entstehende
  unvorhergesehene  Zufälligkeit  entsprechend
  zu  eriedigen.

Die  einzige  Antwort  auf  diese  britische  Unverschämtheit
  können  nur  sürchterliche  Hiebe  sein.
Nur  durch  diese  ist  John  Bull  anständig  zu
machen.

Der  ruffische  Srembölketyanl.

Während  bis  zum  Krieg  Nußland  in  der
politiscken  Wertung  als  ein  einheitliches  nationales
  Gebilde  erschien,  weiß  man  heute,  daß  die
’er  Russen  nur  55,6  Millionen  Köpfe
der  6  Millionen  starken  Bevölkerung  des
*  ausmachen.  Der  alte  großrussische  Moslowiterstaat
  ist  von  einem  Gürtel  fremdnationaler
  Gebiete  umgeben,  die  Großrußland  durch  Eroberungen
  angesügt  wurden.

Die  Politik  der  zarischen  Regierung  ging  dar.
auf  aus,  eine  strafse  Zentralisation  zu  schafsen
  und  die  fremden  Elemente  mit  Hilfe  von
Heer,  Polzei  und  Beamtenschaft  zusammenzuhalten.
  Die  Revolution  hat  diese  Kraft  gebrochen,
  und  nach  dem  Sturz  des  Jarismus
ertönen  die  Stimmen  immer  kauter,  die  weitgehende
  Autonomie  oder  gar  völlige  Loslösun
  der  Fremdstämmigen  von  Rußland  forern


Die  Finnen,  die  bereits  vor  dem  Kriege  über
eine,  durch  die  Antokratie  allerdings  stark  beschränkte
  Antonomie  verfügten,  haben  den  Reigen
  der  Fremdvölter  mit  der  Forderung  auf
nationale  Selbflve  ewaltung  röffnet.  Je  verworrener
  lich  die  Dinge  in  Petersburg  und  in
Rußland  gestalten,  um  so  dringlicher  erhebt  sich
Forderung  Finnlands  nach  nationaler
Selbständigkeit.  Unter  der  Führung  des  Chefs
der  fimländischen  Regierung,  Tokoi,  und  des
Kammerpräsidenten  Hannor  ist  eine  deutliche
Absage  Finnlands  gegen  den  Anschluß  an  Rutzland
  erfolgt,  und  trotz  aller  Bemühungen  der
russischen  Regierung  und  der  Versuche  Kerenskis,
  in  Helsingfors  die  Finnländer  zum  Einlenken
zu  bewegen,  befindet  sich  das  ganze  Land  in  hellem
  Aufruhr  gegen  die  Peiersburger  Regierung.
Nach  den  Finnen  sind  die  Esten  mit  dem  Verlangen
  nach  nationaler  Selbstbestimmung  aufgetreten.
  Am  8.  April  forderte  ein  lnüscher  Kongreß
  in  Petersburg  ein  autonomes  Estland  mit
dem  Recht  nationaler  Selbstbestimmung.  Des- 



Aufmerkiamkeiten  zu  denken

Die  Riisetasche  Ntand  zu  Nottrauts  Füßen.
Unwilltürlilh  gewann  man  den  Eindruck,  daß
das  junge  Mädchen  zur  Abreise  Lerustet  sei.

Auch  Frau  Regnina  empfand  e

„Was  soll  ich  ihr  sagen!
ich  ibr  sagen!“  Wieder  rannen  die  aualkwolten
Fragen  wie  hüpfende  Flammen  durch  ihr  Hirn
und  peinigten  sie.

twas  mußte  sie  tu

Heute  durste  niendaos  mohr  dieses  müde,
verängstigte  Kind  fortschicken.  Und  hätten  es
schn  Matthias  Warnicks  gefordert.  Frau  Regina
wäre  dennoch  Siegerin  geblieben.

ie  eine  besorgte  Mutter  ging  sie  zu

Rottraut,  zog  dle  Nadel  aus  den  Hute  und
legte  die  Kopfvedeckung  auf  den  T

„So,  mein  liebes  Kind,  nun  *  es  dir
vor  allen  Dingen  beomm  !“  sagte  sie  dabei.
„Du  mußt  ja  sehr  müde  sein  von  der  weiten
Reise  und  dem  Marsch  von  Westrup  herüber.
Wie  leid  du  cnir  tust!  Hast  du  dich  denn  gut
hergejunden?“

Nottrant  lächelte  leise  und  atmete  erleichtert
  auf.  Hatte  sie  vorhin  doch  falsch  geehen



leb  Ach,“  erzahiten  sin  „es  ging.  Ein  paarmal
  kam  ich  ja  vom  Wege  ab,  aber  ich  sand
mich  durch  Fragen  inmer  wieder  zurecht.  Und
als  ich  dann  das  Glück  hatte,  von  Herrn  Warnich
  e#getrorfen  zu  werden,  war  ich  gut  aufgehob


i#  knöpste  ihren  Mantel  auf  und  fah  dabei
  mit  einem  dankbaren  Lächeln  zu  Wolsgang
hinüber.  Er  stand  mit  verschränkten  Armen
am  Fenster  und  vermochte  es  nicht,  ihr  Lächeln

um  an  dergleichen

gleichen  verlangte  am  11.  April  eine  leltische  Deputation
  nationa###  Slbständigleit,  und  ein
Litauerlongreß  in  Minsk  sprach  sich  ebenso  wie
die  o  für  vembratziche  Autonomie
auf  föderativer  Grundlage  aus.

Besonders  kann  die  Haltung  der  Ukraine  für
ddie  wirtschaftliche  und  politische  Zukunft  Rußlands
  von  grundlegender  Bedeutung  werden.
Die  Ulraine,  die  von  30  Millionen  Menschen
bevölkert  wird,  ist  der  reichtte  Teil  Rußlands,
sowohl  landwirtschaftlich  wie  industriell  sehr  sortcgeschritten.
  33  Prozent  der  russischen  Getreideprodultion,
  40  Prozent  der  Zuckerproduktion  u.
1,3  Milliarden  Pud  der  1,9  Milliarden  beraagenden
  russischen  Kohlen-,  sowie  352  Millionen
  Pud  der  500  Millionen  Pud  betragenden
russishen  Eisenerzeugung  ist  ukrainischer  Herlunft.
  Der  große  Ulrainer-Kongreß  in  Kiew  hat
sich  für  sofortige  Einführung  der  Selbstverwaltung
  erklärt.

Nationale  Forderungen  erheben  weiter  die
bessarabischen  Rumänen,  die  buntgemischten  Volkersch-
  asten  des  Kaulafus,  ebenso  wie  die  Kirgisen,
  die  russischen  Mohammedaner,  wie  die  Bevöllerun

  Turkestans  und  die  Eingeborenen  Sibiricns.

  Die  Tragweite  dieser  Bewegung  läßt
sich  im  Augenblick  noch  nicht  voll  ermessen.  Die

Zulunft  dürfte  lebren,  ob  die  Peteroburger  Regierung
  starl  genug  sein  wird,  der  anders  nationalen
  Elemente  Herr  zu  werden,  sei  es  auf
dem  Wege  der  Gewalt,  sei  es  auf  dem  Weg:
friedlicher  Verständigung.  Auf  alle  Fälle  werden
die  Einflüsse,  die  von  den  Selbständigkeitsbestrebungen
  der  Fremdstämmigen  ausgehen,  nicht
ohne  Wirkung  auf  die  Politik  der  russischen  Regierung
  bleiben  und  das  Chaos,  das  der  Sturz
des  Zarismus  entfesselt  hat,  wesentlich  vermehren.


Der  österreioische  Wasseestraßeulag

Wien,  21.  Juni.  Gestern  begannen  die  Beratungen
  des  öslerreichischzen  Wasserstraßentages,
wozu  aus  utschland  u.  a.  erschienen  waren:
Oberbürgermeister  von  Dresden  Blüher,  Oberbürsgermeister
  von  Augsburg  Hofrat  Wolfram,
wvom  württembergischen  Ministerium  des  Innern
Präsident  von  Leibbrand,  Delegierte  des  Senates
  aus  Hamburg  und  Lübec,,  des  Elbe-Oder-Donauvereins
  in  Dresden  und  des  schlesisch  en
Provinzialvereins  für  Fluß  und  Kanalschiffahrt
in  Breslau.

Der  Vorrsitzende  eröffnete  die  Sitzung  mit
ciner  Ansprache,  in  der  er  darauf  hinwies,  daß
der  Masserstraf-  entag  ein  lebendiger  Beweis  da-Für
  sei,  daß  es  uns  nicht  darum  zu  tun  sei,  mit
edem  Schwerte  Beute  zu  machen,  sondern  nur
[Darum,  die  wirtschaftliche  Kucchtung  von  uns
abzuwenden.  In  das  Präsidium  wurden  u.  a.
bterusen  Oterdürgermeister  Dr.  Gepler-Rürnrerg,
  Bürgermeister  Geritenberger-Aschaffen-L
  Stadttrat  Froneders  Vorn.  Hierauf
dankte  Handeleminister  Dr.  Urban  dem  württembergischen
  Minister  für  die  freundliche  Begrüpbung
  und  übermitielte  der  Tagung  die
Grüße  des  Miuiste  erpräsidenten,  sowic  seine  cigene
  Grüs..  Die  Regierung  nehme  an  der  Beratung
  den  regsten  4  Mit  Rücksicht  auf  die
politische  Situation  sei  er  zwar  nicht  in  der  Lage
über  die  Stellungnahme  der  Regierung  zum
Wasserstraßenproblem  eine  eErklärung  abzugeben,
  doch  wünsche  er  den  Verhandlungen  den
rsprießlichst  en  und  segensreichiten  Erfolg.

Als  erster  Brrichterstatter  sprach  darauf
Stadtbaudireklor  Dr.  Goldemund  über  die  Geschichte
  und  Entwürse  der  österreichischen  Wasserstraßen.
  Oberbürgermeister  Dr.  Geßler-Nürnberg
  überbrachte  die  herzlichsten  Grüße  der
Bayern  und  ertlärte,  daß  der  Ausbau  der  mitteleuropäischen
  Wasserstraßen  auch  für  Bayern

 

zu  erwidern.
sehr  Trst=  fast  verbissen  aus

erstarb  ihr  #  Lächeln  auch.  Und  rau
Regina  verbarg  das  immer  stärker  in  ihr  au
sleigende  Gefühl  einer  heißen  Angst  und  bagen
den  Unruhe  unter  elner  geschäftigen  Hast.  Sie
zündete  die  Hängelampe  an,  deckte  den  Tisch
und  sprach  auf  Roltrant  ein,  daß  sie  gewiß
lehr  hungrig  ein  musse.  Dann  eilte  sie  nach

Nottraut  saß  wieder  scheu  in  der  Sosoecke
wic  ein  verängstigter  Vogel,  den  böse  Buben
lange  jagten,  und  der  dann  enduch  einen  ners
borgenen  Winkel  sand,  lin  dem  er  sich  a
auch  nicht  sicher  fühlt.  Es  war  ihr,  als  uber
in  jedem  Augenblick  16muan  kommen  müsse,
der  ihr  die  Wahrheit  enthüll

.  n  sie  wußte  noch  Tashe-  was  die  Wahr-Frau

  Regina  ging  ein  paarmal  ab  und
zu  und  lächelte  Rottraut  an.  Dann  kam  Susonne
  Alazen.  die  alte  Magd  des  Hauses,  und

t,  Bulter  Sie
musterte  Zr-  junge  Fremde  freundlich-  engleri
ünschte  2  werlegen:  „Guten  Abend!
s  eilte  sie  hin
Und  nach  einer  Ilieinen  Weile  ging  wieder

dienr  Tür.2  Aber  weder  Frau  Regina  noch  Su,

anne  #'
Manli  as  Warnick  schritt  über  die  Schwelle.

*  abuster=  mit  fest  auseinandergeknisfenen

P  u  *—  leofort:  Mit  diesem  Ma##
kommt  e  Ent  ntscheid

b  sich  nbe  wollte  dem  Hausherrn

entgegen  geden.  Aber  sie  vermochte  sich  ulcht

 

 

von  der  Stelle  zu  rühren.  Ihre  Kule  ettelten  !

bau  der  Wasserstras  n  mit  großer  Energie  *

Er  nickte  ihr  nur  zu  und  sah

eine  Leben#ofrage  geworden  sei.  Der  König  von
Bayern  habe  während  der  Kriegszeit  den  Aus-.

die  Hand  genommen  uno  es  wurden  5  Mlllionen
  vom  Reich,  von  Bayern  und  den  Interes-  1
senten  bewilligt,  um  ein  Bauprojelt  für  die
(Verbindung  Rhein-Donau  zu  erlangen.  #ir
wollen  uns  durchaus  nicht  in  einen  Rangst  eit  s
einlassen,  welche  Wasserstraße  zuerst  gebaut  werden
  soll,  wir  wollen  aber  alles  tun,  damit  das
Projelt,  welches  uns  am  Herzen  liegt,  rasch  durchgeführt
  werde.  "

5

1

Folilusche  Nuaudschan.  r
Wünsche  des  Bayer.  Postverbandes.i!

Beim  17.  2  Verbandstag  des  Bayerischen  Postverbandes
  tamen  zwei  Entschließungen  zur  An-  s
nahme.  In  der  ersten  wurde  zum  Ausoruck  ge·  l

 

.bracht  diiiz  das  untere  Post:  und  Telegtaphenpersonal
  eine  einmalige  Teuerungszulage  dringend

  bedarf.  Die  zweite  Entschließung.  nahm:!
zur  Versicherungsanstalt  des  Staatöodienstpersonals
  Steilung.  Begrüßt  wurde  die  geplante
Kinderzulagen=  und  Witwenrentenversicherung.].
Die  Kapitalversicherung  wurde  indes  als;
nicht  n#twendig  empfunden.  D

 

Ein  Getreidemonopol?  1

In  unterrichteten  politischen  Kreisen  nimmt  r
man  bereits  als  sicher  an,  daß  die  Reichsregie
rung  mit  der  Aosicht  umgeht,  bei  der  Neurege-  1
lung  der  Reichsfinanzen  nach  dem  Kriege  auch
ein  Getreide  Monopol  in  Vorschlag  zu  bringen.  l

Berschiedene  Nachrichlen.

Stultgart,  21.  Juni.  Nachts  1  Uhr  10
Minuten  wurde  hier  ein  heftiger  Erostoß  ver-!
spürt.  Darauf  erhob  sich  ein  gewaltiger  Sturm,
der  die  Einwohner  aus  dem  Schlafe  weckte.  Am
Bodensee  war,  wie  aus  Radolfzell  und  Konflanz
berichtet  wird,  der  Stoß  so  stark,  daß  Gegen-)
stände  in  den  Zimmern  ins  Wanken  gerieten,
In  Hekdenheim,  Ellwangen  und  Ulm  wurde
ein  dreifacher  Stoß  wahrgenommen.  In  Kon-.
stanz  dauerte  das  Beben  drei  bis  vier  Selun-'!
den  und  war  von  einem  starlen  unterirdischen,
Nollen  begleitet.  Die  Hausbewohner  eilten,  erschrect
  durch  eine  slarte  wellensormige  Bewegung,
  zum  Teil  auf  die  Straß:

 

hes.  vuh  Persovalgachrichten.

münchen.  21.  Juni.  Das  Bischöfliche  Sekretariat
  Speyer  schreibt:  In  Münchner  und  anderen
  bayerischen  Blättern  wurde  der  Einzug  des
neuen  Erzbischofs  im  Müncdeen  fur  die  2.  Hälfte,
des  Monats  August  in  Aussicht  geitellt.  Demg;
  genüber  ist  festzustellen,  daß  der  ernannte  Erz-i
bischof  selber  noch  gar  nicht  in  der  Lage  ist,  einei
bestimmte  Zeit  anzugeben,  daß  er  aber  die  lädersiedelung
  möglichst  zu  beschleunigen  beabsichtigt.,
Als  Grund  für  die  Verzögerung  des  Unzugs“
wird  die  „sehr  spät  angesetzte“  Priesterweihe  in
Speyer  angegeben.  Die  Priesterweihe  in
Speyer  ist  aber  nicht  sehr  spät,  sondern  bereits
auf  den  nächsten  Sonntag  angesehtt.  Kanoiockten,
aus  dem  Felde  müssen  hiefür  icht  abgewartet!
werden,  da  solche  gar  nicht  in  Frage  tommen.  h4

ien,  21.  Juni.  Wie  mit  Bestimmtheit  verlat
  iteht  auch  die  Verlobung  der  zweilen
Tochter  des  Prinzen  Hohenlohe,  Maric,  mit
einom  hervorragenden  Mitglico  einer  dem  Kailerhonie
  befreundeten  und  verbündelen  “*“,

 

 

 

 

 

bevor
v

und  Im-  schlugen  wie  im  Schüttelwolt

anfeina

ne  ing  zu  ihr,  bis  hart  en  den
Tisch.  Wolsgang  sah  er  gar  uicht.

„Ir  von  Ihrem  Hersein,  isinein
Volkmann,“  sagte  er.  während  sein.  uge

musternd  über  ihre  Gestalt  glitt.  Auii  i#urem
lieben  Gesichichen,  in  dem  die  grosien,  fragenden
  Augen  wie  zwei  glänzende  Perlen  flanden,
blieb  sem  Blick  haften.  Und  nun  lam  wohl
etmas  wie  Mitleid  über  ihn;  denn  seine  Stimme
vertor  von  ihrem  harten,  eckigen  Daherschreiten
und  nahm  eine  mildere  Färbung  an.  „Aber
ich  muß  Ihnen  sagen.  daß  ich  Ihnen  eine
dauernde  Aufnahme  nicht  gewähren  kann.“

Gewiß,  sie  hatte  von  diesem  Manne  kaum
etwas  anderes  zu  hören  erwartet.  Dennol]#
deuchte  es  sie  nun  wie  ein  Sterben  aller  Hoffnungen.
  Sie  seusfete  lchmerglich  und  ließ  den
Kopf  auf  die  Brugt  sinke

Und  Wolsgang  srran  vor  und  fragte:
„Warum  nicht,  Vater

Nun  bemerkte  Walnic  den  Sohn  erst.  Er
zuckte  leicht  zusammen,  faßte  sich  dann  aber
sofort  und  gebot  Wolfgang  mit  einer  gebieteeischen
  Handbemegung  Schweigen.

a#  lümmert  dich  mein  Entscheiden?“
fragte  er  Kreng.  „Errege-  dich  nicht,  du  würdest
dich  für  eine  verlorene  Sache  bemüben.“

Dag  sah  Woligang.  Die  entschiedene  Sprache
seines  Vaters  redete  nur  zu  deutlich  von  einer
verlorenen  Sache.  er  einem  jungen,  verschüchterten
  Dinge  Rottraut  beim  ersten
Gegenübertreten  so  koltherzig  die  Tür  zu  Veisen
m  wondite  sicher  nie  um.

urechige  miesene  biß  sich  auf  dle  Lippen

 

Hslich  aufsteigen.

und  un  ein  heißes  Gesühl  der  Empörung

–..  “