Contents : Der erste Geschichtsunterricht.

 

 

            


Bismarck  und  Napoleon.  Nach  dem  Gemälden  von  W.  Camphausen.
Mit  Genehmigung  der  Photographischen  Gesellschaft  in  Berlin.





ihn  zu  sich  rufen,  und  nach  einer  Weile  kehrte  der  Bursche  mit  einer  vergoldeten  Tasse
und  drei  blanken  Goldstücken  zurück.
(Gedicht:  Des  deutschen  Knaben  Tischgebet.)

5.  Vor  Paris.  Von  Sedan  aus  eilte  die  deutsche  Armee  nach  Paris,
und  nach  einigen  Wochen  war  auch  diese  Riesenstadt  in  weitem  Umkreise  umzingelt.
  Die  Pariser  lebten  während  der  Belagerung  in  großer  Angst.  Mehrmals
  versuchten  sie  an  einer  Stelle  den  geschlossenen  Ring  zu  durchbrechen.
Aber  die  Deutschen  standen  fest  wie  eine  Mauer.  An  20000  Granaten  wurden
täglich  in  die  Stadt  hineingeworfen,  und  an  verschiedenen  Orten  entstand  Feuer.
Schlimmer  aber  noch  war  der  Mangel  an  Lebensmitteln,  der  sich  bald  einstellte.

Schon  seit  Mitte  Dezember  war  Pferdefleisch  ein  Leckerbissen  geworden.  Man  verschmähte
  weder  Hund  noch  Katze.  Für  eine  Ratte  zahlte  man  sogar  1—2  M.  Auch  an
Holz  und  Kohlen  fehlte  es,  und  der  Winter  war  bitter  kalt.  Krankheiten  aller  Art  stellten
sich  ein,  ganz  besonders  wüteten  die  Pocken.  Kein  Stand,  keine  Familie  blieb  von  den
Leiden  und  Entbehrungen  der  Belagerung  verschont.

Endlich,  am  28.  Januar,  ergab  sich  die  Stadt,  und  am  10.  Mai  erfolgte  der
Friede  zu  Frankfurt  a.  M.  Frankreich  mußte  das  Elsaß  und  den  deutschen  Teil
Lothringens  abtreten  und  4  Milliarden  (4000  Millionen)  Mark  Kriegskosten  zahlen.

6.  Wiederaufrichtung  des  Deutschen  Kaiserreichs.  Die  gemeinsamen
Siege  aller  deutschen  Völker  hatten  das  Gefühl  der  Zusammengehörigkeit  lebhaft
  geweckt.  Überall  brach  das  Verlangen  nach  Einigkeit  mächtig  hervor.
Die  Fürsten  sowie  das  Volk  richteten  daher  an  den  König  Wilhelm  die  Bitte,