20. März 1885 Einunddreißigstes Kapitel 185
einheimischen Kontingente der indischen Fürsten, zusammen dreihunderttausend
Mann mit 1200 Feldgeschützen, aufzuheben, und
auf die „demonstrative Revue des Radscha von Seindia.“ Ich
gedachte der Empörung der Schwarzen von Kittahl gegen die
englischen Freunde, und er sagte: „Und in Birma droht ihnen ein
Konflikt mit den Franzosen.“? Auf meine Frage: „Ist Südafrika
von uns aufgegeben, oder schwebt die Sache mit der Luciabai noch?“
antwortete er, sie schwebe noch.=Ich
erzählte ihm meine Begegnung mit Andrae-Roman, und
er gedachte bei dem Namen Below auch zweier Brüder dieses
Namens, die nach Amerika gegangen und dort durch Pelzhandel
reich geworden, dann aber nach Preußen zurückgekehrt seien und ein
Gut gekauft, auch eine Sekte um sich gesammelt hätten. Hepworth
Dixon erzähle in seinem New America von ihnen.
Am 20. März nachmittags drei Uhr brachte ein Kanzleidiener,
den Bucher abgeschickt hatte, ein Bleistiftbillet desselben, in dem
er schrieb:
„S. D. möchte einen Artikel des Daily Telegr. vom 15. Januar
(oder einige Tage zurüch haben, in welchem das Thema besprochen
wird, wie die Dinge sich ändern würden, wenn erst eine englische
Prinzessin Kaiserin von Deutschland ist.
Haben Sie vielleicht die Nummer?
Ihr
Br.“
Ich hatte die Nummer leider nicht aufgehoben und schrieb
Bucher umgehend. Der Kanzleidiener, der obiges Billet gebracht,
war dabei und nahm meine Antwort gleich mit. „S. D." ist
natürlich Seine Durchlaucht der Reichskanzler. Hieraus erklärt sich
also wohl seine neuliche Rede gegen Eugen Richters Anspielung
auf dynastischen Zusammenhang Englands mit uns.4
1 In Westafrika.
2 Der König Thibe lag damals im Streite mit der britisch-birmanischen
Handelsgesellschaft, der im November 1885 zum Kriege mit England führte, und
hatte im Januar desselben Jahres einen Vertrag mit Frankreich geschlossen.
3 Die Lruciabai, an der der deutsche Unternehmer Einwald Rechte erworben
hatte, wurde erst 1887 mit dem Sululande englisch.
4 Am 16. März 1885, Politische Reden XI, 119 f.