206 Oberpfalz u. Regensburg.
Das n der Endsilbe en assimilirt sich mit k nach elidirtem e in k#ng:
Gedankug, mirkug (merken) léckug.
H. In der Wortmitte hört sich statt des Hauches h als des natürlichen
Schlusses unbekleideter, d. h. in keinem Consonanten endender Silben
mit gebrochenem e, i und 5 bei nachfolgendem Vokale oder dem vokalähnlich
(wie 3) klingenden oberpfälzischen End-r ein prädisponirender Laut, welcher
nahezu wie schwaches hochdeutsches j klingt, z. B. höi- (höher),
Zei—f-a (Zehe), vaföi—-At (verführt), insbesondere da, wo der Altbayer das
b als Gutturale wie ch hören läßt (hecha, Zachs, am Mittelrhein Zhw#.)
Dieser unbestimmte Verbindungslaut geht vereinzelt wirklich in ch über,
wie in Leichtäzeichi (Lichterzieher), Jbäzeichs (Ueberzieher), oder verschärst
sich schließlich zu einem g in Eigerle (Aehrlein).
Am Wortende hinwider und vor t findet die Verschärfung des b in
eh häufiger statt: Veich (Vieh), zeich (zieh), er sicht (sieht), gF'schicht
(geschieht). Dieses ch geht vor n in analoger Weise wie g in gug über:
gsögug, g'schögng (gesehen, geschehen).
7 — der Consonant — geht zu Anfang der Wörter beinahe in der
ganzen Oberpfalz entschieden in g über (an der Lauterach, Vils, Naab, Eger,
Rösla, Wondreb, das Böhmerwaldvorland herab und am Regen); so Gauz
(ahr), gung (jung), gagug (jagen), géh (jäh). — An der Pegnitz behält
er seinen hochveutschen Laut.
L wird elidirt in as, asu = als, also. — Eine dem ostlechischen Dialekte
zukommende Eigenthümlichkeit tritt im Oberpfälzischen besonders hörbar
auf, das ist die durch 1 bewirkte Verdumpfung des vorhergehenden Vokales
derselben Silbe, zu dem es sich selbst gewissermaßen wie ein Vokal verhält,
daher es auch im Bayerischen häufig durch i vertreten wird (vgl. Thl. I. S.
351). Nur am Ansange der Silbe hat 1 den reinen Consonantlaut.
X— lautet in einzelnen Fällen wie w, Mäárwel (Marmor), Erwel
(Aermel, Hd.; Sachs schrieb Erbel). Am Regen hört sich Arws für Marmor.
— Als Auslaut der Flexionssilbe (Dätiv.) geht es zumeist in n über:
’n Boub'm, dem Buben, an, ban, von, 2on statt am, beim, vom, zum.
X. Ueber die mannigfache Elision des n (in der Endsilbe en, als Participialform
et statt end, als Auslaut einsilbiger Wörter 2c. 2c.) und dessen
Uebergang in m vor b, f, p (wohl auch vor t in Leitnamt, und inclinirend
vor m — wemmer, wemmä, wenn mir, wenn man) wurde bereits einschlägigen
Ortes gesprochen. Hier kommen noch folgende Einzelheiten zu erwähnen:
In der Silbenmitte wird n ausgestoßen und verleiht dem vorhergehenden
Vokal den Nasenlaut in Pfad (Pfand, unflektirt, dagegen Plur. Pfända am
Regen), * (meinst) und öhnlichen Formen wie woi#'st, schei-st (scheinst) 2c.
auch in Me'sch (an der Niedernaab).