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hat in mir den Berlust aller meiner Freunde erneuert, besonders
desjenigen, der sie mir geschenkt hatte. Ich schäme mich, daß ein
Hund meine Seele so in Aufregung bringt; aber die Sitz-Lebensart,
welche ich führe, und die Treue dieses Thieres hatten mich so
an dasselbe gefesselt, seine Leiden mich so gerührt, daß, ich gestehe
es, ich darüber traurig und betrübt bin. Muß man hart, muß
man gefühllos sein? Ich glaube, daß ein Mensch, der gleichgültig
ist gegen ein treues Thier, auch nicht gegen seines Gleichen erkenntlich
sein werde, und daß, wo man die Wahl hat, es besser
ist gefühlvoll als hart zu sein. Sie sehen, liebe Schwester, wie
ich der Sophist meiner Leidenschaft bin, und wie ich mir selbst
meine Schwächen verhehle. Es bedarf nur einer Kleinigkeit, um
unsere Vernunft in Unordnung zu bringen, und das Gefühl in
uns ist immer stärker, als der beste Syllogismus. Kurz man
kann sich nicht in eine andere Form gießen, und selbst, wenn man
dahin gelangte eine Leidenschaft zu löschen: so würde sofort eine
andere die Stelle einnehmen. Ich lese jetzt die Gedanken des
Kaisers Marcus Antonius.“
Zur selben Zeit entwickelt dieser König persönlich eine rastlose,
eine ungeheuere Thätigkeit. So seltsam sein Wort ist die
Seele seines Staates, eine Art Vizegott auf Erden sein zu wollen:
es ist unverkennbar sein Bestreben es zur Wahrheit zu machen.
Sein Tag ist eingetheilt vom Morgen bis zum Abend. Er ist
Herr seiner Stunden, und seine Umgebung weiß mit voller Bestimmtheit
im Voraus, was der König thun wird in dieser oder
jener Minute des Tages. Es ist ein Beispiel, wie es wenige
Könige gegeben haben, wie es selbst wenigen andere Mernschen,
die kein Maß ihrer Arbeit in sich tragen als ihren eigenen Willen,
erreichbar sein kann.
Anders vielleicht wird man urtheilen über die Tendenz dieser
Autokratie. Es waren nicht bloß die großen Angelegenheiten des
Staates, die der Arbeit des Königs unterlagen, nicht bloß seine