Metadata : Gesetzsammlung für das Fürstenthum Schwarzburg-Rudolstadt. Fünfundsiebzigster Jahrgang. 1914. (75)

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Empörung  wiederum  erhob.  Da  sich  aber  der  Vater  mit  Lothar  und
Karl  verständigte,  so  sah  sich  Ludwig  wieder  auf  Bayern  beschrinkt
and  erlangte  auch  durch  eine  fernere  Empörung  840  nichts  anderes.
Noch  mit  dem  Sohne  in  Zwist  starb  Ludwig  der  Fromme  am  20.  Juni
840,  den  Söhnen  es  überlassend,  ob  sie  das  Reich  in  seiner  schon
stark  verletzten  Einheit  doch  gemeinsam  wahren,  oder  durch  Fortsetzung
des  Zwistes  des  weiteren  zerrütten  wollten.

Das  letztere  erfolgte.  In  dem  Bruderkriege  der  nächsten  Jahre
standen  Ludwig  und  Karl  zusammen  gegen  den  ältesten  Bruder  Lothar;
ihnen  war  841  in  der  Schlacht  von  Fontenailles  bei  Auxerre  das
Kriegsglück  günstig,  aber  erst  Anfang  August  843  wurde  der  Streit
beendet.  Auf  dem  Tage  von  Verdun  kam  ein  Teilungsvertrag  zu
stande,  durch  den  Ludwig  Ostfranken,  d.  h.  die  rechtsrheinischen  Lande
außer  Friesland,  auf  dem  linken  Rheinufer  aber  die  rebengesegneten
Gelände  von  Speier,  Worms  und  Mainz  erhielt;  Lothar  bekam  Italien
and  einen  Gebietsstreifen  zwischen  Schelde,  Maas,  Saone,  Rhone  einerseits,
  Rhein  anderseits,  reichend  von  der  Rheinmündung  bis  zur
Rhonemündung,  hierzu  Friesland  auf  der  rechten  Rheinseite;  Karl  der
Kahle  fand  seinen  Teil  westlich  davon,  in  Westfranken,  woraus  sich  dann
mit  der  Zeit  das  heutige  Frankreich  entwickelte,  aber  erst  dann,  als  durch
den  Vertrag  von  Mersen,  870,  der  Scheidung  der  Nationalitäten  ihr
Recht  geschehen  war  und  damit  auch  an  Ludwig,  den  man  den  Deutschen
  zubenennt,  die  deutschen  Teile  gefallen  waren.  Lothar  nämlich,
der  855  starb,  vererbte  seinen  langgestreckten  Anteil  an  seine  drei
Söhne,  von  denen  Ludwig  mit  Italien  die  Kaiserwürde  erhielt  als
zweiter  Träger  dieses  Namens.  Lothar  II.  wurde  mit  dem  nördlichen
  Reichsteile  bedacht  von  der  Nordsee  bis  an  die  Einmündung
der  Saone  in  die  Rhone,  und  entweder  er  oder  schon  der  Vater  gab
diesem  Teile  den  Namen:  Lotharingien.  Karl  endlich  ererbte  den
übrigen  mittleren  Teil  des  Reiches.  Nach  dem  binnen  weniger  Jahre
ersolgten  Tode  Karls  (863)  und  Lothars  II.  (869)  suchte  sich  Karl
der  Kahle  in  den  ganzen  Besitz  des  Erbes  zu  bringen,  aber  Ludwig
der  Deutsche  hinderte  ihn  mit  den  Waffen  in  der  Hand  daran  und
zwang  ihn  870  zu  dem  vorerwähnten  Vertrag  von  Mersen  an  der
Maas.  Demzufolge  fiel  alles  Land  zwischen  dem  linken  Ufer  des
Rheins  und  den  Vogesen,  Ardennen  und  Maas  an  Ludwig  den

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