während der ganzen Dauer des Gesprächs nicht wieder verließ.
Sicherlich erschien ich ihm als ein seiner sehr unwürdiger
Unterhändler, aber er war so artig, mich dies nicht merken
zu lassen, und meine Hufrichtigkeit schien ihm Teilnahme
einzuflößen. Ich war sofort betroffen von der Klarheit
seiner Ideen, von der strengen Cogik seines Verstandes, von
der Originalität seines Geistes. Seine völlige Knspruchslosigkeit
war nicht minder merkwürdig. Ich erkannte in
ihm einen politischen Geschäftsmann, allem weit überlegen,
was man sich in dieser hinsicht denken kann. Er scheint nur
mit dem zu rechnen was ist, sein Augenmerk nur auf praktische
Lösungen zu richten, gleichgültig gegen alles, was nicht
zu einem nützlichen Zweck führt. Seitdem habe ich ihn oft
gesehen; ich fand ihn immer gleich .. Jedem Eindruck zugänglich
und von nervöser Natur, ist er nicht immer herr
seiner ungestümen Regungen. Ich war Seuge einer Nachsicht
sowie Schonungslosigkeit, die ich mir nicht erklären kann.
Ich hatte sehr viel von seiner äußerlichen Gewancdtheit gehört;
er hat mich nie getäuscht. Oft hat er mich durch seine
Forderungen und hHärten verletzt und empört, aber in den
großen wie in den kleinen Dingen habe ich ihn immer gerade
und pünktlich gefunden.
Graf Bismarck an seinen Sohn Herbert.
Ferrières, 23. September 1870.
heute vor acht Jahren wurde ich, dünkt mich, Minister.
Mein geliebter Junge! Ich erhalte heute zwei Briefe von
Deiner Mutter vom 15. und 16., aus denen ich mit Kummer
entnehme, daß es noch immer nicht gut mit Deiner Wunde
geht. Du hast an Nörperleiden ein schweres Jahr lvor dem
Krieg durch eine Duellwundel, aber dennoch preise ich dankbar
Gottes Schutz, daß er Dich, so wie es ist, den Ritt des Regiments
vom 16. Kugust hat überleben lassen; denn es ist nicht
vielen gegeben, zu erzählen, daß sie dabei gewesen sind
Die Kränkung über Wilhelmshöhe begreife ich; die Küche,
Stall und Livreen sind gegen den Willen des Uönigs von
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