Inhaltsverzeichnis : das Königreich Württemberg. Dritter Band. (4)

—  19  —

lassen,  „die  irgend  welche  Aussicht  habe,  den  Triumph  der  An—
schauungen  des  deutschen  Volkes  herbeizuführen.“  Die  militä—
rische  Organisation  des  Bundes  sei  ebenfalls  „nicht  genügend,
um  die  Sicherheit  Deutschlands  zu  verbürgen.“  Oesterreich  ver—
wies  er  bereits  unter  die  fremden  Mächte,  indem  er  erklärte:
„Bei  jedem  Angriffe,  sei  es  von  Oesterreich,  sei  es  von  anderen
Mächten,  wird  durch  die  geographische  Lage  das  Interesse  Preu—
ßens  und  Deutschlands  identisch.“  Er  wolle  diesem  letzteren  das
Schicksal  Polens  ersparen,  inmitten  der  großen  europäischen
Krisen,  die  in  jedem  Augenblicke  zum  Ausbruch  kommen  könnten.
„Das  Schicksal  Preußens  aber  wird  das  Schicksal  Deutschlands
nach  sich  ziehen,  und  wir  zweifeln  nicht,  daß,  wenn  Preußens
Kraft  einmal  gebrochen  wäre,  Deutschland  an  der  Politik  der
europäischen  Nationen  nur  noch  passiv  betheiligt  bleiben  würde.
Alle  Regierungen  müßten  es  als  eine  heilige  Pflicht  betrachten,
dieser  Eventnalität  vorzubeugen  und  mit  Preußen  zusammen
zu  gehen.“  Demgemäß  verlangte  er  von  einer  jeden  von
ihnen  eine  kategorische  Antwort  auf  die  Frage,  „ob,  und  in
welchem  Maaße  wir  auf  ihre  Unterstützung  in  dem  Falle  zu
rechnen  haben,  daß  wir  von  Oesterreich  angegriffen  oder  durch
unzweidentige  Drohungen  zum  Kriege  genöthigt  werden.“
Oesterreich  antwortete  am  31.  März  durch  einen  Protest,
worin  es  seine  Friedensliebe  bethenerte.  Gleichzeitig  aber  betrieb
es  seine  Rüstungen  mit  umso  größerer  Energie,  da  es  voraus—
sah,  daß  der  Krieg  unvermeidlich  sei.  Es  berief  sich  ebenso  wie
auch  Bayern,  auf  den  Artikel  11  des  Bundesreglements,  worin
die  Bundesstaaten  sich  verpflichten,  sich  unter  keinem  Vorwande
zu  bekriegen,  sondern  sich  dem  schiedsrichterlichen  Urtheil  (Austrä—
gal-Instanz)  des  Bundestages  zu  unterwerfen.“  Herr  von  der
Pfordten,  der  bayrische  Premier-Minister,  fügte  noch  hinzu:
„Wahrlich,  derjenige,  welcher  die  Schuld  an  einem  solchen  Kriege
trüge,  würde  bald  von  seinem  eigenen  Gewissen  gerichtet  werden,
bevor  noch  die  Geschichte  ihr  unbestechliches  Urtheil  spricht.“
Bayern  ersuchte  die  beiden  großen  Kabinette,  zu  erklären,  „daß