Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1918 (5)

92.  1611  205

Aber  S.  L.  nahmen  daher  nachmaln  anlass,  dass  der  Vnirten
volkh  eben  darumb  vrsach  geben  vnd  die  Catolischen  reizen  wellen
zue  thathandlung,  damit  man  an  sie  ein  vrseach  vom  zaun  brechen
mög.  Alss  ich  aber  S.L.  bestendig  berichtet,  —  dass  meines  wissens
zue  Hall  von  beschwerung  der  stiffter  vnd  sonderlich  des  zugs  in
das  stifft  Strasburg  nit  gedacht  worden  sondern  geschlossen  worden,
der  Vnirten  volkh  allsobaldt  hinab  in  das  landt  von  Gülch  zue
schikhen,  nachdem  aber  das  elsasisch  vnd  passauisch  volkh  sich  nit
allein  wüder  verhoffen  gesterkht  vnd  hieoben  im  reich  vfgehalten
vnd  die  Vnirten,  dass  wir  daunden  ihres  volkhs  in  volliger  anzahl
nit  bedürfftig,  gespirt,  hetten  sie  auf  versiherung  ihres  eigenen  stats
gedenkhen  müssen,  —  haben  sich  S.  L.  zue  rhue  begeben  vnd,  da
ihnen  nit  zue  wüdrigem  vrsach  geben  werde  oder  krafft  der  schuldikheit,
  darzue  sie  dem  reich  verbunden,  zue  einem  andern  gedrungen
wurden,  zus  müglicher  nachbarschafft  vndt  befürderung  der  gemeinen
wollfart  vnd  ergentzung  des  geschwechten  vertrauens  im  reich  sich
erbotten,  dabey  aber  meine  vorschleg,  wie  darzue  zue  kommen,  zue
wissen  begert.  Wiewol  ich  nun  S.  L.  ersucht,  durch  ihr  vernünftige
gedankhen  mir  zum  nachdenkhen  anlass  zue  geben,  hab  ich  doch
mehr  nit  anfangs  heraussbringen  können  alss  dass  sie  sich  erklert,
man  müsse  wissen,  was  zue  solcher  diffidenz  vrsach  geben.  Nun
haben  S,  L.  vor  gesagt,  was  bey  ihnen  das  misstrauen  causiret;  sie
hofften,  sie  hetten  vns  kain  vrsach  geben.  Darauf  meldet  ich,  dass
nit  allein  die  beschwerliche  process,  so  von  dem  kaiserlichen  hof
aussgangen  wüder  vnderschidliche  fürsten,  grafen  vnd  sonderlich
etliche  stette  des  reichs,  wie  auch  die  werbung,  die  von  dem
Leopoldo  alss  ihrem  bundsverwanten  sowohl  alss  von  den,  vnsern  vnd
zwar  nacher  fürgangen,  gnugsame  diffidenz  vervrsacht.  So  könnten
S.  L.  ermessen,  dass  E.  v.  Gn.  ein  schlechte  freudt  geben,  dass  man
in  Dero  landt  vnd  klester  lange  zeit  bestendige  commissarios
herainseze  vnd  bielte.  ich  darfür,  wann  man  zur  communication
kommen  solt,  wir  wurden  vnser  theils  weit  mehr  exempel,  so  zur
diffidenz  vrsach  geben,  anzihen  können,  wie  denn  dass  S.  L.  so  vil
volkhs  von  des  donawertischen  wesens  halben  zuesammengebracht,
auch  nit  vnbillich  sorgfaltig  gemacht.

Haben  S.  L.  gleichwol  anfangs  priora  zum  theil  repetiren
wollen  vnd  insonderheit  angedeutt,  dass  dasjenig,  was  wüder  den
kaiserlichen  hof  geklagt  were,  S.  L.  bundtsgenossen  nit  zue  verantworten
  stiende  vnd  gleichwol  hingegen  wisslich,  wie  es  auf  dem
lezten  reichstag  zuegangen,  wie  man  mit  gwalt  den  religionfriden
hab  praetendiret  haben  wellen  vnd  interim  zue  keinem  schluss  kommen
wellen,  item  dass  man  wol  gewust,  dass,  was  Leopoldus  thue,  solchs
nit  alss  S.  L.  bundgenoss  sondern  auss  ksl.  M.'  bevelch  gethan,
allso  auch  S.  L.  nit  für  sich  sondern  auss  ksl.  M.'  geheiss  sich
vmb  die  statt  Donawert  angenohmen  vnd  nit  allein  sie  gantz
treulich  vndt  vatterlichen  gewardnet,  dass  sie  ksi.  M.'  pariren  welten,

März  [B.]