Metadata : Medizinal-Statistische Mittheilungen aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte. Sechster Band. (6)

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deren  Zahl  am  Tage  der  letzten  Volkszählung  auf  11954  170;  nach  der  letzten  Aufnahme
der  Hebammen  wäre  sonach  neuerdings  eine  Hebamme  erst  auf  etwa  323  Frauen  der  beregten
Altersklasse  gekommen,  genauer:  auf  je  100  Hebammen  kamen  32  287  Frauen  im  Alter  der
Gebärfähigkeit,  d.  i.  2  443  mehr  als  elf  Jahre  vorher.

Die  Zahl  der  Hebammen  hat  in  dem  elfjährigen  Zeitraum  von  36  046  auf  370025  also
um  2,7%  zugenommen,  während  die  Bevölkerung  nach  Schätzung  von  maßgebender  Seite  in
der  gleichen  Zeit  um  rund  14  %  angewachsen  ist.  Im  Einklang  mit  dieser  verhältnißmäßig
geringen  Zunahme  der  Hebammen  steht  die  Thatsache,  daß  auch  die  Zahl  der  Entbindungen
keineswegs  dem  Anwachsen  der  Bevölkerung  entsprechend  zugenommen  hat,  sondern  erheblich
dahinter  zurückgeblieben  ist.  In  jedem  der  Jahre  1884  bis  1887  wurden  durchschnittlich
1808  160,  in  jedem  der  Jahre  1894  bis  1897  wurden  durchschnittlich  1  954  203  Kinder,
sei  es  lebend,  sei  es  todt,  im  Deutschen  Reiche  geboren,  die  Zahl  der  jährlichen  Entbindungen
hat  in  dem  Jahrzehnt  also  kaum  um  80½%  zugenommen,  während  die  Bevölkerung  des
Reiches  von  1885  bis  1895  nach  den  Volkszählungsergebnissen  um  11/6%  gewachsen  ist.
Damals  (von  1884  bis  1887)  kamen  jährlich  im  Mittel  386,  jetzt  (1894  bis  1897)  im  Mittel
nur  noch  374  Neugeborene  (Lebend=  und  Todtgeborene)  auf  je  10  000  Bewohner  des  Reiches.

Hiernach  scheint  es  zwar,  als  ob  das  geringe  Anwachsen  der  Zahl  der  Hebammen
einem  geringer  werdenden  Bedürfniß  nach  den  von  Hebammen  hauptsächlich  beanspruchten
Hülfsleistungen  entspreche,  indessen  ist  auch  das  Verhältniß  der  Hebammen  zur  Zahl  der
neugeborenen  Kinder,  sowohl  in  fast  allen  Einzelstaaten,  wie  auch  fürs  gesammte  Reichsgebiet,
  ungünstiger  geworden,  denn  eine  Hebamme  entfiel  jetzt  auf  je  53,  vor  elf  Jahren  aber
schon  auf  50  Neugeborene  (s.  u.).

Da  nicht  wohl  anzunehmen  ist,  daß  Hebammen  durch  die  früher  besprochene,  erhebliche
Zunahme  der  Aerztezahl  entbehrlich  geworden  sind,  wird  wahrscheinlich  bei  den  Entbindungen
die  Hebammenthätigkeit  neuerdings  mehr  als  früher  durch  das  Eingreifen  von  sogenannten
Hebammen-Pfuscherinnen  ersetzt.  Bemerkenswerth  ist  in  dieser  Hinsicht,  daß  eine  Abnahme
der  Hebammen  im  Verhältniß  zur  Bevölkerung  sich  mehr  in  den  Städten  als  auf  dem
Lande,  bezw.  mehr  in  größeren  Orten  als  in  Gemeinden  mit  weniger  als  5  000  Einwohnern
gezeigt  hat.  Nach  dem  Ergebniß  der  beiden  letzten  Aufnahmen  kam  eine  Hebamme:

am

1.  Aprii  1887  am  1.  April  1898
in  den  Orten  mit  20  000  und  mehr  Einwohnern  .  .  ..  .  auf  2  009,  auf  2  166  Einwohner,
„  „  „  5000—19  999  ».....  ,,1763,  „1829
„  „  Gemeinden  mit  weniger  als  5000)..  „  1  136,  „  1  179  2

Was  die  Vertheilung  der  Hebammen  auf  kleine  und  große  Gemeinden  betrifft,  so
kamen  nach  den  Ergebnissen  der  letzten  Aufnahme  auf  je  10  000  Bewohner
der  28  Großstädttt..  .  rund  45,
der  150  Mittelstädte  ꝛc..  „  40,
der  801  Kleinstädte  2rc.  „  32,
der  76  331  kleinsten  Gemeinden  „  85  Hebammen.

Die  Thatsache,  daß  in  den  kleinen  Gemeinden  im  Verhältniß  zur  Gesammtbevölkerung
aller  Altersstufen  so  viel  mehr  Hebammen  als  in  den  größeren  sich  befinden,  ist  zum  Theil
wohl  dadurch  bedingt,  daß  die  Geburtenziffer,  d.  h.  die  Verhältnißziffer  der  Geburten
zur  Gesammtbevölkerung  in  den  kleinen  Gemeinden  höher  als  in  den  großen  ist.  Zum
Beweise  hierfür  mögen  folgende  Angaben  dienen: