Full text : Neues Preussisches Adels-Lexicon. Dritter Band. I-O. (3)

Maubeuge  —  Mauderode.  377

aus  welchem  drei  silberne,  in  der  Mitte  mit  grünem  Laubwerk  umwındene
  Straussfedern  emporsteigen.  Auf  diesem  Hauptschilde  liegt
ein  Herzschildlein,  bedeckt  mit  einer  adeliven  Krone  und  enthaltend
im  rothen  Felde  einen  Ritter  mit  silberner  Rüstung,  offenem  Visir  und
geschwungenem  Schwerte  in  der  Rechten,  die  Linke  auf  die  Hüfte  gestützt.
  >  Das  Hanptschild  trägt  vier  gekrönte  Helme.  Auf  dem  1sten
schwebt  der  preussische  Adter  mit  Scepter  und  Reichsapfel.  Anf  dem
2ten  steht  der  im  Herzschilde  näher  bezeichnete  Ritter,  hier  aber  nach
der  linken  Seite  gewendet;  der  3te  Helm  trägt  das  Bild  des  ?ten  und
3ten,  der  4te  klelm  das  des  1sten  und  4ten  Helmes.  Zu  Schildhaltern
  sind  zwei  gerlistete  Ritter,  deren  Helm  mit  grünen  und  silbernen
Stranssfedern  geschmückt  ist,  gewählt.  Ein  jeder  hält  eine  Lanze  mit
goldenem  Kolben  und  blauen,  mit  goldenen  Franzen  eingefasstem  Fähnlein,
  in  dem  der  gekrönte  königl.  Namenszug  FR  steht.
M.  s.  Sinapivs,  II.  S.  380  u.  f.  Gaule,  I.  S.  487.

Maubeuge,  die  Herren  von.

Der  Stammvater  dieses  Geschlechtes  war  Jakob  Heizelmann,  genannt
  Polladt,  aus  Schwaben,  der  wegen  seiner  Auszeichnung  in  der
Schlacht  von  Maubeuge  vom  Kaiser  Ferdinand  Il.  unter  dem  Namen
v.  Maubeuge  in  den  Adelstand  erhoben  wurde,  Er  starb  als  Oberst
und  Chef  eines  Kürassierregiments  in  Schlesien.  Von  seinen  Nachkommen
  war  Phlipp  v.  M.,  Herr  auf  Deutsch-  Wette  und  Cainmerau,
Landesältester  und  Regierungsrath,  —  Kin  Soln  desselben,  der  ge-Senwärtige
  Besitzer  von  Deutsch  -  Wetie  und  Cammerau,  königl.  Landratlı
  des  Kreises  Neisse,  ist  mit  einer  v.  Gilgenheimb,  aus  dein  Hause
Franzdorf,  vermählt.

Diese  Familie  führt  ein  gtiadrirtes  Wappen  ;  im  1.  und  4.  goldenen
  Felde  ist  ein  halber  schwarzer  gekrönter  Adler  mit  ausgeschlagener
  rother  Zunge  vorgestellt;  im  2.  und  3.  silbernen  Felde  steht  ein
rother,  goldgekrönter  Löwe.  Diese  Bilder  wiederholen  sich  auf  den
beiten  gekrönten  Helmen.  M.  s.  Möller  im  R.  A.  1823.  No.  195.
von  Krohne,  Il.  S.  335  u  f.

Mauderode,  die  Herren  von,

Die  Herren  von  Mauderode  stammen  ans  der  Grafschaft  Hohenstein
  in  Thüringen,  wo  ihr  gleichnamiger  Stammsitz  bis  zum  Anfange
des  vorigen  Jahrhunderts  in  ihren  Händen  war,  und  um  das  Jahr  1733
von  dem  König  Friedrich  Wilhelm  I.  erkauft  wurde.  Es  bildete  diese,
aus  den  Dörfern  Mauderode  und  Hochstedt  bestehende  Herrlichkeit
seitdem  ein  königliclies  Amt,  das  später  mit  Klettenberg  vereinigt  worden
  ist,  und  gegenwärtig  zum  Kreise  Nordhausen  des  Regierungsbezirks
  Erfurt  gehört.  Viele  Mitglieder  des  altadeligen  Geschlechtes  von
Mauderode  haben  im  preussischen  Heere  gedient,  und  melırere  dienen
noch  in  demselben,  Im  Jahre  1817  starb  der  Oberstlieutenant  v.  Mauderode,
  gebürtig  aus  der  Grafschaft  Hohenstein.  Er  hatte  bis  zum
Jahre  1806  das  '3.  Musquetierbataillon  des  Regiments  von  Grawert  in
Silberberg  commandirt,  zuletzt  aber  war  er  Chef  des  Garnisonbataillon
  vom  14.  Infanterieregimente  gewesen.  Ein  Bruder  von  demselben
stand  als  Capitain  in  dem  Regimente  v.  Grawert  zu  Glaz,  und  starb
als  pensionirter  Major  am  23.  Oct.  1833  zu  Wünschelburg;  ein  anderer
  Bruder  war  Stabscapitain  in  jenem  Regimente  und  ist  1811  gestorben.,

  In  dem  Regiinente  Herzog  von  Braunschweig  standen  zwei