Metadata : Hammer oder Amboß. Dritte Reihe der Kriegsaufsätze. (3)

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war  nun  seinerseits  „ganz  Ohr“  geworden  und  nickte  mir
heftig  zu,  ich  solle  fortfahren.

Eshandelt  sich  um  einen  Krieg  zwischen
zwei  Weltanschauungenl!  Nein,  lächeln  Sie
nicht.  Ich  weiß  recht  gut,  der  große  Friedrich  schreibt
seinem  Freunde  Voltaire:  „Wenn  unter  tausend  Mann
ein  einziger  wirklich  denkt,  so  ist  das  ein  selten  günstiger
Fall“;  heute  steht  die  Sache  so,  daß  vielleicht  ein  Deutscher
unter  fünftausend  denkt  und  von  fünfzigtausend  Engländern
  kaum  Einer;  doch  tut  das  nichts  zur  Sache.  Daß
eine  Weltanschauung  von  innen  nach  außen  —  als  Schöpfung
  —  ausstrahlt,  das  ist  überhaupt  ein  seltener  Fall;
von  außen  nach  innen  dagegen  findet  es  überall  unbemerkt
statt.  Von  klein  auf  saugen  wir  alle,  wie  die  Luft,  so  auch
Gewohnheiten,  Meinungen,  Dberzeugungen,  Haß  und
Liebe,  Irrtümer  und  Wahrheiten  auf,  ein  ganzes  Weltbild
  —  enger  oder  weiter,  je  nach  Begabung  und  Bildung
—  aber  bestimmt  und  bestimmend.  Vielleicht  ist  die  englische
  Weltanschauung  gerade  darum  so  fest  und  unverrückbar,
  so  einheitlich  und  tyrannisch  ausgeprägt,  weil  der  Engländer
  durchschnittlich  weit  weniger  gebildet  als  der
Deutsche  ist  und  auch  —  infolge  gerade  seiner  Weltanschauung!
  —  weniger  zum  Nachdenken  aufgelegt;z  so  nimmt  er
sie  denn  als  gegeben  hin,  ist  von  Allem,  was  sie  lehrt,  ebenso
  überzeugt  wie  von  Sonne  und  Mond,  so  daß  keine
irdische,  auch  keine  himmlische  Gewalt  sie  aus  seinem  Kopf
heraus  kriegt.  And  jetzt  stoßen  die  englische  und  die  deutsche
Weltanschauung  auf  einander  wie  zwei  harte  Schädel.
Hier  hätte  ich  viel  zu  sagen,  doch  ich  eile,  nicht  blos  um
Ihre  Geduld  zu  schonen,  sondern  auch  damit  Ihr  Blick
sofort  die  rechte  Richtung  bekommt:  der  Kernpunkt  der