Full text : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

Aummer  148

Stegmeier  will,  daß  man  mit  diesen  Dingen
sparsamer  sei.  Die  Teilnahme  an  den  Tagungen
  könnte  leicht  zu  einer  billigen  Ferienreise
werden.  G.=  B.  Breitenhuber  glaubt,  daß  #ie
25  Morl  sich  reichlich  rentieren.  Der  Direktor
lönne  sich  so  leicht  über  alle  Neuerungen  auf
dem  Lausenden  hallen,  zu  deren  Studium  vielleicht
  sonst  eine  Kommission  abgeordnet  werden
müßte.  Auch  G.-B.  Gradl  verspricht  sich  von
einem  ernstlichen  Besuch  der  Tagungen  nur  Vocteilhastes.
  G.-B.  Stegmeier  hält  dages  en,  daß
Neuerungen  auch  durch  „Drucksachen,  1  rospekle
usw.  studiert  d
Beschiusz  des  Magistrates,  der  den  Betrag  bewilligte,
  zugestimmt.

Ein  Hilfskechniter  für  das  S

auamt

Zum  Vollsfest  war  auch  die  Veranstaltung
einer  Ausstellung  über  die  Entwicklung  des  stäot.
Bauwesens  geplant.  Das  Stadtbauamt  vermochte
  jedoch  nicht,  allein  mit  den  Arbeiten  dazu
  fertig  zu  werden  und  beantragte  die  Anstellung
  eines  Hlfstechnilers  für  mehrere  Monate
um  150.  0  Mk.  monatlich.  Der  Magistrat
hat  diesem  Lenron  bereits  zugestimmt.  Der  Vorsiczende
  glaubte,  daß  nichts  übrigbleibt,  als  die
Kraft  zu  genehmigen;  er  stellte  den  Antrag
dem  Beschluß  des  Stadtmagistrats,  der  den
Techniler  genehmigte,  beizustimmen.  Die  G.-B.
Huber,  Schrettenseger,  Schmidt  und  Dachs  sind
dagegen,  weil  sie  eine  solche  Ausstellung  nicht
für  notwendig  halten.  G.-B.  Schrettenseger
meinte,  das  Stadtbauamt  habe  im  Hinblick  auf
den  Stillsland  im  Baugewerbe  so  nichts  zu  tun,
mogegen  G.-B.  Schmid  und  der  Vorsitzende  be.
tonten,  daß  das  Sta?stbauamt  sehr  produktio
ist  und  in  diesem  Jahre  mit  Entwürfen  zur
Sportplatzfrage,  Schulhausneubau  usw.  zur  Ge
nüge  Arbeit  habe.  Fortgesetzt  würden  neue
Projelte  an  das  Amt  herantreten.  G.-B.  Huber
  stellte  den  Antrag,  den  Hilfslechniker  abzu.
lehnen.  Das  Hollegium  lehnte  dann  auch  mit
18  gegen  4  Stimmen  die  Hilfskraft  ab.

Die  Garantie  für  die  GEenossenschaftshäuser.



Als  vorletzter  Gegenstand  wurde  das  Gesuch
der  Baugenossenschaft  um  Gewährung  eines  Kulturrentendarlehens
  -  Ueber  die  Einzelheiten
  haben  wir  im  Anschluß  an  die  lehte
Magistratssitzung  schon  berichtet.  Der  Vorsitzende
  schlug  vor,  den  Magistrat.  und  Kommissionsbeschlüssen
  zuzustimmen.  G.-B.  Breitenhuber
  bat  ebenfalls  den  Vertrag  zu  genehmigen,
damit  die  Baugenossenschaft  umninr  in  die  Lage
uersett  wird,  die  Geschäftsleute  zu  bezahlen.

Der  Vertrag  wurde  dann  einstimmig  debattelos
  angenommen.

Erweiterung  des  städt.  Wasserwerkes.


ladt-Als

  letzter  Punkt  der  Tagesordnung  stand
die  Erweiterung  des  stärt.  Wasserwerkes  in  Hofmühlc
  zur  Beratung.  Vor  Bekanntgabe  der
Allenlage  stellte  G.-B.  Huber  den  Antrag,  die
Sache  solle  noch  einmal  in  einer  gemeinsamen
Sitzung  der  Elektrizitälts=  und  Wasserwerkskommission
  durchberaten  werden,  wobei  geprüft  werden
  solle,  ob  es  nicht  zweckmäßiger  und  rationeller
  wäre,  wenn  die  Ersatzkraft  aus  dem  stärt.
Elektrizitälswerk  bezogen  würde.  Er  begründet
seinen  Antrag  u.  a.  auch  damit,  daß  die  Sache
nich!  so  sehr  dringlich  sei,  nachdem  in  diesem
Jahr  zu  der  Erweiterung  doch  nicht  mehr  geschrillen
  werde.

Der  Vorsitzende  ist  damit  nicht  einverstanden,
denn  die  Frage  sei  in  den  beiden  Kommissionen
genügend  vorberaten  worden.  Vor  allem  sei
es  einmal  nötig,  diaß  die  Attenlage  in  dieser
Sitzung  belannt  gegeben  werde,  damit  in  den
Reihen  der  G.-B.  wie  auch  in  der  Bevölkerung
der  Stadt  Aufklärung  in  diesem  Punkte  geschaffen
  wird.  G.-B.  Rais  ist,  auch  dafür,  daß
die  Sache  in  der  heutigen  Sihzung  erledigt  werde,
  da  die  Proselte  in  den  beiden  Kommissionen
  eingebend  beraten  worden  sind.  Die  G.-BV.
Wendie  und  Schrettenseger  sind  der  gleichen  Ansicht.
  G.-B.  Huber  hat  nichis  dagegen,  wenn
bas  Kollegium  von  der  Aktenlage  heute  Kenntnis
  nimmt.  In  den  Kommissionen  sei  jedoch  die
Frage  nicht  eingehend  genug  beraten  worden.
G..B.  Schmidt  meint,  daß  es  sich  doch  hauptsächlich
  um  die  Lieferung  des  Stromes  hamlle.
Er  ist  der  Ansicht,  daß  man  heute  einmal  von
Per  Attenlage  Kenntnis  nehmen  solle.

Hierauf  erstattete  der  Vorsitzende  das  Reserat.
  Wir  sind  auf  die  Einzelheiten  des  Projeltes
  schon  in  dem  Berichte  über  die  Mazistratssitzung
  vom  15.  Mai  näher  eingegangen:  wir
rerweisen  deshalb  auf  Nr.  114  des  „Rosenheimer
  Anzeiger“.  Im  Vordergrund  der  Beratung
s#and  das  Projekt  des  Elektrizitätswerkes,  das
alo  Trieblraft  einen  Elektromotor  von  70
Pferdestärlen  vorsieht.  Da  nun  das  städt.  Werk
an  der  Grenze  seiner  Leistungsfähigkeit  angelangt
  sein  soll,  müßte  der  Zusatz-Strom  von
der  Obz  bezogen  werden  oder  das  Wasserwerk
direkt  an  das  Leitungsnetz,  das  bei  Landl  vorbröieht.
  angeschlossen  werden.  Der  Anschlußz
an  das  städt.  rt  kostet  18  900  Mark,  der
an  à8  Oberoyer.  Ueberlandzentrale  15  605  Mk.
Nach  Aufstellungen  des  maschinisten  wurde
im  abnormalen  trockenen  Sommer  des  Jahres
1911  die  Dampfreserve  in  2600  Stunden  zugezogen,
  was  Kosten  in  der  Hohe  eren  5600
Mi.  verursachte.  Die  Direktion  des
Werkes  hat  ausgerechnet,  dah  bei  w  e

 

N8n###

des  neuen  Projeltes  die  2600  Stunden  nur  2323
Mark  gekostet  hätten.  Der  Vorsitzende  empfsiehl!
dem  Projekt  des  Elektrizilätawerkes  zuzustimmen,
  weil  die  Projelte  der  Fa.  Riedinger  oder
der  Maschinenfabril  Augsburg-Nürnberg  bei  der
ungünstigen  finanziellen  Lage  unseres  Wasserwerkes
  viel  zu  teuer  kämen.

G.-B.  Stegmeier  empfiehlt,  dem  Antrag  des
E.,B.  Huber  stattiugeben,  weil  die  Lage  zu
verworren  isl.  (I.-B.  Rais  gibt  die  Anregung,
es  möge  Direktor  Dunkel  zur  Aufklärung  bei
gezegen  werden.  Diesem  Antrag  wurde  slalt:
gegeben.  G.  B.  Schreltenseger:  Wenn  auch  im
Jahre  1911  die  Reservelrast  in  2000  Stunden
not  twendig  wurde,  so  hat  sich  jetzt  die  Sache  ge
ändert;  heuer  wurde  die  Lokomobil  in  sechs
Stunden  nötig.  Neines  Erachtens  ist  die  Be
schlußfassung,  welches  Projekt  gewählt  werden
soll,  nicht  so  vordringlich.  Bei  dem  Projekte,
das  Werk  direlt  an  die  Obüz  anzuschließen,
habe  ich  Bedenken,  daß  bei  Blitzschlag  die
Stromlieserung  oft  unterbrochen  wird,  wie  man
es  in  letzter  Zeit  so  ofi  hört.  Es  ist  daber  die
Frage  zu  prüfen,  ob  es  nicht  zwemäwiger  sei,
das  Wasserwerk  an  das  slärt.  Glelizizithtswert
anzuschließen,  selbst  wenn  dies  2—  0  Mark
Eirer  käme,  wie  der  direkie  schh  an  die

G.  8.  Huber  möchte  darauf  hinweisen,  daß
der  Anschluß  an  das  Elektrizitätswerk  das  einzig
  Rationalle  ist,  selbst  wenn  dieses  den  Zusatzstrom
  von  der  Obuz  nimmt.  Das  städt.
Kabel  ist  eine  unterirdische  Leilung,  die  der
Biiteesahr  nicht  ausgesetzt  isl.  Wenn  wir  direkt
an  bie  Leitzachwerke  anschließen,  so  ist  vielleicht
  gerade  in  dem  Moment,  in  dem  die  Reserockraft
  notwendig  wird,  die  Stromlieferung
unterbrochen.  Die  Ersatzrraft  müsse  so  ausgebaut
  werden,  daß  sie  auch  im  geeigneten  Moment
  herangezogen  werden  kann;  das  kann  nur
der  Fall  sein,  wenn  der  Anschluh  an  das  Eleltrizitälswerl
  bewerkstelligt  wird.  Wird  das  Wasserwerk
  an  die  Ueberlandzentrale  angeschlossen,
so  lann  es  manchmal  zutreffen,  dabß  bein  Elektrizitätswerk
  das  Wasser  den  Leerlauf  heruntersrürzt,
  während  ein  anderes  städt.  Werk,  das
Wasserwerk,  den  Strom  von  der  Ueberlandzentra
  bezieht.

G.-B.  Wendl  tritt  dem  entgegen  und  meint,
wenn  man  eine  Hilfskraft  braucht,  so  muß  sie
billig  sein,  Der  Vorsitzende  ist  ebenfalls  der  entgegengesetzten
  Meinung  wie  Antragsteller  Huber.
  Das  Elektrizitätswerk  ist  an  der  Grenze
seiner  Leistungsfähigleit  angelangt,  der  Anschluß
an  dasselbe  lostet  um  3300  Mk.  mehr.  Es  ist
unzweifelhaft  unwirtschaftl.,  wenn  das  Eleklr.
werk  den  Zusatzstrom  vom  Ceitzachwerk  nimmt
und  ihn  dann  durch  das  lange  Kabelnetz  nach
dem  Wasserwerk  schickt.  G.-B.  Huber:  Wenn
das  Wasserwerk  an  das  Elektrizitätswer!  angeschlossen
  wird,  kostet  der  Strom  in  der  Zeit,  in
der  lein  Zusatzstrom  bezogen  wird,  effektio  keinen
  Pfennig.  Direktor  Dunkel:  Wenn  der  Zusasstrom
  von  der  Obüz  bezogen  und  dann  durch
das  Kabelnetz  nach  dem  Wasserwerk  geleitet
wird,  muß  ein  Umformer  aufgestellt  werden,
was  mit  erheblichen  Kosten  verbunden  ist.  Wenn
wir  den  Strom  von  der  Ueberlanzzentrale  beziehen,
  können  wir  eine  Erweiterung  des
Werkes  hinausschieben,  das  ist  also  die  beste
Möglichkeit,  uns  jetzt  auszuhelfen.

G.-B  Dachs  stellt  die  Frage,  ob  das  slädt.
Elektrizitätswert  Koch  Strom  übrig  hat.  Direttor
  Dunkel:  Das  Werk  hätte  zur  Zeit  zmar
elwas  Strom  übrig,  weil  die  JInhustriefle.#  und
Ecwerbetreibenden  infolge  der  schlechten  wirlschaftlichen
  Konjunktur  ihren  Strombezug  einschränken
  oder  ganz  aufgeben.  Das  Werk  ist
aber  in  nächster  Zeit  wieder  derart  belaslet,  daß
der  für  das  Wasserwerk  notwendige  Strom  nur
zur  Nachtzeit  abgegeben  werden  kann.  G.-B.
Huber:  Den  Strom  für  das  Wasserwerk  fann
das  Eleltrizitätswerk  zweifellos  in  sehr  vielen
Fällen  abgeben.  Immer  sei  ja  der  volle  Bemg
von  70  Perdestärken  nicht  notwendig.  Wenn
dann  das  Elektrizitätswerk  wirllich  einmal  völlig
  belastet  ist,  kann  man  den  Jusatzstrom'  ron
der  Ueberlandzentrale  beziehen.  Direktor  Dunlel:
  Mit  der  momentanen  Lage  darf  nicht  gerechnet
  werden;  jetzt  stehen  in  der  Tat  noch  50
bis  60  Pferdestärken  zur  Verfügung.  Für  die
nächsten  paar  Jahre  ginge  es  also  schon.  Beim
Bezug  von  Zusatzstrom  gehen  im  Umformer
elliche  Prozente  verloren.

G.-B.  Huber:  Die  Belastung  des  Elektrizitätswerkes
  ist  #  ungleichmäßig,  aber  zufrieden
stellend.  G.-B.  Bernrieder  meint,  die  Dampfreserve
  soll  als  zweite  Reserve  beibehalten  werden,
  worauf  der  Vorsitzende  entgegnete,  daß
dann  ein  Umbau  unumgänglich  wird.  Auch  auf
die  Zlivoesabr  kam  Direktor  Dunkel  noch  zu
sprechen.  Er  bemerkte  Tbei,  daß  bei  einem
Strombezug  bei  der  Ueberlandzentrale  vertraglich
  sestgelegt  werden  muß,  daß  bei  Unterbrecuns
  durch  Blitzschläge  die  Verbindung  mit
dem  Wasserwerk  zuerst  hergestellt  werden  muh,
und  dann  erst  mit  den  übrigen  Abnehmern.  Die
langen  Störungen  seien  hauptsächlich  darauf

rückzuführen,  daß  die  Transformatoren  bechädigt

  sind  und  ausgetauscht  werden  müssen.
*  man  im  Wasserwerl  einen  Reservetransformator
  bereit  halte,  wäre  die  Leitung  in  Kürdc
  wieder  hergestellt.  G.-B.  Huber  stellt  an
Direktor  Dunkel  die  **  ob  belriebstechnische
und  120  e  Vorteile  entstehen,  wenn  das

Wasserwerk  an  das  Elektrizitätswerk  angeschlossen
  wird.  Direktor  Dunkel:  Aus  betriebstechnischen
  Gründen  würde  ich  mich  nie  dazu  ver- 



stehen,  das  .  Wasserwerk  anzuschließen,  aus  finanziellen
  Gründen  nur,  wenn  der  Nachtstrom
in  Betracht  kommt.

G.  BD-–.  Wendl  ist  gegen  eine  neuerliche  Durchberatung
  in  den  Kommissionen,  weil  dabei  auch
teine  anderen  Momente  zutage  treten  werden.
G.-B.  Schrettenseger  ist  für  eine  Zurückstel-=lura,
  danit  sich  di:  Herren  insormieren  können.
Auch  G.-B.  Schmidt  ist  der  Meinung,  daß  die
Eriedigung  mieser  Sache  nicht  so  sehr  Eile
hal.  Die  Verlagung  der  Beschlußfassung,  welches
  Prosekt  zur  Ausführung  kommt,  wurde
denn  mit  12  gegen  10  Stimmen  angenommen.

Cotalnachrichten.

Rosenheim,  25.  Juni.

Innere  Verwaltung:  Vom  1.  Juli
1914  an  wird  der  Bezirlsamtssekretär  Peter
Einwag  in  Ebersberg  auf  Ansuchen  zum  Rechnungsrevisor
  der  Regierung  von  Oberbayern
in  ctatsmäßiger  Weise  ernannt  und  der  Kanzleiassistent
  im  Staalsministerium  des  Innern
Joses  Ziegler  zum  Ber  zirksamtssekretär  bei  dem
Berirlsamte  in  Ebersberg  in  elalemäßiger  Weise
besörderk.

Forstdienst:  Berufen  wird  in  ctatsmäiger
  Weise  in  gleicher  Dieniteigenschaft  der  Foͤrster
  Jolann  Strauß  in  Mutzenwinkl,  Forstamt
  Schönbe  Dc#g,  nach  Hammer,  Forstamt  Siegsdorf;
  zum  Förslter  befördert  wird  in  etatsmäßiger
  Weise  der  Forstassistent.  Karl  Neumüller
beim  Forstamte  Bergen  in  Lengau,  Forstamt
Walomünchen;  versetzt  werden  in  ctatsmäßiger
Weise  in  gleicher  9.  Diensteigenschaft  die  Forslassistenten
  Franz  Laver  Schmidt  in  Rott  a.  J.  an
das  Forstamt  Bergen  und  Theocor  Bengert  vom
Forstamte  Siegsdorf  an  das  Forstamt  Burgbausen;
  ernannt  wird  in  etatemäßiger  Weise
zum  Forstassistenien  der  Forstschutzdienstaspirant
Max  Hornberger  von  Hohenpeihenberg  beim
Forstamte  Siegsdorf.

Befsörderung.  Der  Mahgistratsoffiziant
Herr  Josef  Knödlmayr  wurde  zum  Sekrelär
befördert

Erinnerungsfest.  Nach  einem  Bericht
aus  Freising  haben  vor  15  Jahren  die  Herren,
welche  im  Jahre  1874  das  Gymnasium  absfolvierten,
  versprochen,  das  40.  Erinnerungsfest
ihres  Gymnasialstudiums  durch  eine  Zusammenkunft
  in  Freising  im  Jahre  1914  zu  seiern.
Dieses  Erinnerungefest  soll  jetzt  am  15.  und  16.
Juli  in  Freifing  begangen  werden.  Von  den
damaligen  Studiengenossen  weilen  noch  25  am
Leben;  darunter  besinden  sich  folgende  Herren:
Pfarrer  Mathias  Funk  in  Aschau  bei  Mübldorf,
  Pfar##er  Josef  Huber  in  Griesstätt  bei
Wasserburg,  Mairer  und  Distriktsschulinspektor
Franz  Ser.  Lenz  in  Feldkirchen  bei  Aibling,
Pfarrer  Seb.  Liebl  in  Hochstätt  bei  Nofenheim,
Bezirksarzt  Dr.  August  Oberweiler  in  Wasserburg
  a.  J.,  freires.  Pfarrer  Josef  Spitzl
in  Grafing.  Gestorben  sind  13  Studiengenossen,
  darunter  Pfarrer  Kaspar  Kreitlbuber  in
Uebersee.

Seinen  80.  Geburtslag  feierte  am  Johannitag
  Herr  Oberlokomotivfü!  rer  u.  D.  J
hann  Hangen  in  der  Innstraße.  Gleichsektig
beging  er  auch  seinen  Namenstag.  Wir  beglückwünschen
  ihn  nachträglich  noch  zu  seinem
Doppelfeste.

Versam  mlung.  Am  Freitag  den  26.  Ju-P
ni,  abends  8  Uhr,  findet  im  „Klosterstüber!“  der
Stockhammerbrauerei  #2ê  in  Nofenheim  eine  öffentliche
  Versammlung  des  ZJansabundes  stalt,  bei
welcher  Oberbürgermeister  a.  D.  Dr.  Neff  in
München,  über  das  Thema:  „Die  Gewerbefeindlichleit
  der  neuesten  bayecischen  Gesetzgebung
uno  ihre  wirtschaftlichen  Schäden  für  Hausbesitzer
  und  Mieter“  sprechen  wird.

Luitpoldtag  1914.  Am  Dienstag,  den
23.  Juni,  fanden  die  Wettlämpfe  der  hiesigen
Mittelschulen  um  die  Medaillen  auf  dem  Turnsviel
  platz  des  Männerturnvereins  von  1860  statt.
Sie  waren  von  gulem  Wetter  begünstigt.  (Einie
  gediegene  Aufnahmen  TIaon,  ect  che  Herr
Photograph  Knarr  machte,  sind  in  unserem
Schaufenster  ausgestellt.  4  Vom  Gymnasium
  hotten  sich  zu  beteiligen  die  J.  bis  8.  Klasse,
von  der  Realschule  die  J.  bis  5.  Klasse,  von
der  Präparandenschule  die  1.  bis  Z.  Klasse.
Aus  jeder  Klasse  war  ein  Akertel  der  Shdler
für  die  Teilnahme  am  Wettlampf  auszuwählen
Alle  ausgewählten  Schüler  hatien  nach  ministerieller
  Bestimmung  einen  Schnellauf  über
eine  Streie  von  70  Meter  und  einen  Weitsprung
  auszuführen,  außerdem  haiten  die  drei
Klassen  der  Realschule  und  der  Präparandenschule,
  sowie  die  Klossen  3  bis  5  des  Gymnasiums
  Weitwurf  mit  dem  Schlagball  zu  zeigen,
während  für  die  6.  Klasse  des  Gymnasiums.
Ballweitschogen,  für  die  7.  und  8.  noch  Weitwurf
  mit  dem  Schleuderball  bestimmt  worden
war.  Die  Aufgaben  des.  Kampfgerichts  hatten
außer  zwei  Herren  der  hiesigen  Mittelschulen
in  bereitwilligster  Weise  die  Herren  Bauer,
Feichtmayr,  Heliel,  Kleinschmict,  Kühbandner,
Spiegl  und  Stark  Kaver  vom  hiesigen  Turnverein
  von  1860  übernommen.  Den  genannten
Herren,  durch  deren  Mühewaltung  bei  der  Vorbereitung
  der  Wettlämpfe  sowie  bei  deren
Durchführung  es  in  erster  Linie  ermöglicht  wurde,
  daß  die  ttlämpfe  einen  raschen  und
glatten  Verlauf  nahmen,  sei  auch  an  dieser
Stelle  der  geziemende  Dank  ausgesprochen.  Es
lei  noch  einmal  darauf  hingewiesen,  daß  es

 

9
□

 

—D  e#  W33NZi.

sich  in  diesem  Jahr  nicht  um  örtliche  Wettlämpfe
  handelt,  sondern  daß  jede  Anllall  mit
den  gleichartigen  Anstalten  des  ganzen  Lan#es
in  Wettbewerb  trill.  Die  Entscheidung  des
Landeskampfgerichte  über  die  Wetttampfergebnisse
  uno  die  Preisverteilung  wird  im  „Banerischen
  Staatsanzeiger"  veröffentlicht  werden.
Der  Lag  des  eigentlichen  Feste:,  das  am  Turnspielplan
  des  K.  Hymnasium=  abgehalten  wird,
wird  noch  belannt  gegevren  werden.  Das  Programm
  desselben  umfaßt  Freiücungen,  volkotümliche
  Spiele  und  gesangliche  Darbietungen.
Es  sei  gleich  hier  bemerkt,  daß  der  Vorbeimarsch,
  der  das  Fest  beschließen  soll,  in  der
Kussteiner#raße  in  der  Nähe  der  Bahnunierführung
  ersolgen  wird.  Dr.  S.

Schulausflug.  Die  Odberllasse  der  höheren
  Töchterschule  machte  heute  einen  Ausflug
  nach  München.  Er  galt  der  Besichtigung.
des  „Deutschen  Museums“.

Die  Wasserleitung  wird  abgediperrt.
  Infolge  Wegnahme  der  provisorischen
Verbindungsleitung,  die  zur  Notbrüce  führte,
wiro  die  Wasserleitung,  welche  bereils  aus  die
neue  Innbrüe  verlegt  ist,  morgen  Freilag
in  oer  Frühe  von  3  bis  4  Uhr  gesperrt.  Nach
Umfluß  oieser  Sperrstunde  wird  dann  die  neue
Leitung  endgültig  in  Betrieb  genommen  werden.
Wir  verweisen  auf  die  amrliche  Bekanntmachung
des  Stadtmagistrates  im  Inseratenteil  der  heunigen.
  Nummer.

Die  Zentralisierung  der  städtischen
  Kassen  stand  in  den  letzten  Tagen  auch
in  Traunstein  im  Vordergrund  der  Beratungen
im  Rathaus.  Doch  erachtete  man  im  Manistrat
  ofe  Zentralisierung  vorerst  nicht  als  vordringiich.
  Merkwürdigerweise  nahm  man  laut
„Oberb.  Landesztg.“  folgende  Begründung  daizu:
  „Fur  die  zentralisierung  der  Kassen  kann
das  Kollegium  nicht  eintreten  (gegen  die  Stimme
  des  Magistratsrates  Müller),  da  erhebliche
  Mehrkoften  entstehen  und  damit  ein  Stüt

er  Selbstverwaltung  der  Bürgerschaft  verloren
Aaben  würde.“  Wenn  diese  Motidierung  zutressend
  wäre,  hätte  also  auch  Rosenheim  gein
Stück  der  Selbstverwaltung  der  Börgerschaft"
preisgegeben.  Wir  vermögen  indessen  nicht,  diesem
  Eedankengang  zu  folgen.

Interesselosigkeit.  „Der  schlechte  Besuch
  der  Versammlung  des  Fremdenverkehrsvereine
  gab  wieder  ein  krasses  Beispiel  von
der  Intereisselosigkeit,  die  die  Bevölkerung  den
Bestrebungen  des  Fremdenverkehrs  enltgegenbringt.
  Die  Mehrzahl  der  Handels-  une  Gewerbetreibenden,
  die  den  allergroßten  Nugen
rom  Fremdenverlehr  haben,  und  von  denen
riele  überhaupt  nur  vom  Fremdenrerlehr  leben,
fanden  es  nicht  der  Mühe  wert,  die  Veranstallung
  zu  besuchen.  Eine  traurige,  beschämende
Tatsadz#,  die  nicht  scharf  genug  verurleilt  werden
  kann.  Der  Vorsiyende  des  Vereins  gab  diesem
  geradezu  unerhörten  Zustand  auch  in  seiner
  Begrüßungesrede  unverblumt  Auedruc,  mit
der  Betonung,  daß  die  Stadt  einer  ernsthaften
wirtĩchaftlichen  Krisis  entgegengehe.  wenn  der
Förderung  des  Ftemtenverlehrs  nicht  mehr  Inlerensé
  entgegengebracht  wird.  Diese  Mahnnng
lam  ouch  i  in  dem  Nechenschaftebericht  zum  Ausdrud.'“
  Diese  Klage  lesen  wir  im  „Tiroler
(Srenzbote“  (Nr.  48)  über  die  letzt:  Versamm
lung  ddes  Fremdenverlehrsvereins  Kufuein.  Ist
es  in  Rosenheim  anders?

Absturz  von  der  Kampenwand.  Der
Forstpraktikant  Weißert  aus  München,  der  an
Sonntag  an  der  Kampenwand  in  die  ĩog.  Kai—
sersfäle  abstürzte,  und  dabei  einen  Schädelbruch
und  innere  Verletzungen  erlitt,  ist  in  der  Chirurgischen
  Klinil  seinen  Verletzungen  erlegen.

Verhaitung  der  spanischen  Schay,
schwindler.  Den  Bemübungen  der  deulschen
und  der  österreichischen  Kriminalbehörden  ist  e#
nun  gelungen,  den  Hauptiitz  der  spanischen
Schatzschwindler  in  Barcelona  anszuforschen  und
mehrere  Mitalieder,  darunter  das  Haupt  der
Schwindlergesellschaft,  einen  Deutschen  namens
Roelte,  zu  verhaften.  In  dem  Bureauder  Schatzschwindler
  wurden  über  700  000  Adressen  von
wohlhabenden  Personen  aus  Deutschland  und
Oesterreich  cefunden.  —  Aehnliche  Meldungen
kamen  auch  früher  schon,  die  Schwindeleien  nahmen
  aber  ihren  Fortgang.

Unwetterschäden.  Infolge  der  audauernd
  hohen  Wasserführung  von  Inn  und  Mangsall
  wurde  an  der  Platanenallee,  die  von  der
Innstraße  zum  Krankenhaus  führt,  auf  einer
lurzen  Teilstrecke  zwischen  dem  Wanerraod  des
Gärnters  Streidl  und  der  Abzweigung  beim  Uebergang
  der  Industriebahn,  der  Untergrund
derart  gelockert,  daß  die  Bäume  umzufallen
drohen.  Durch  den  letzten  Sturm  am  Montag
abends  wurde  die  Gesahr  noch  vergrößert,  so
daß  man  jetzt  dazu  schritt,  gie  Bäume  zu  stützen.
  Ein  Baum,  der  schon  längere  Zeit  sehr
schief  stand,  wurde  ausgegraben.  Hoffentiich
bleiben  die  anderen  Bäume  von  dem  gleichen
Schicksal  verschont.

Jugendliche  Einbrecher.  Der  Südsrüchtenhändler
  Massario  überraschte  am  Dienstag
  abends  halb  10  Uhr  in  seinem  Laden  zwei
Lehrlinge  aus  der  Nachdarschaft,  als  sie  sich  gerade
  an  der  Kasse  zu  schaffen  machten.  Der
eine  der  Eindringlinge  hatte  sich  Nachschlüssel
zu  dem  Laden  an  der  Heiliggeiststraß:  ge.
macht  und  stattete  an  schon  fast  ein  Johr
hindurch  nächtliche  Besuche  ab.  Vor  Jahres
frist  wurden  dem  Händier  Stbftachte  im  Wertve



–  ·  #Vee

—  —.