platz eines feindlichen Aufmarsches gegen uns werden
und selbst sich unseren Gegnern anschließen koͤnnte. Aber
das erst, nachdem Belgien sich in die Arme unserer
Feinde geworfen und durch sein Verhalten unsere Zusagen
hinfällig gemacht hat. Unsere Feinde, wie kürzlich
noch Herr Poincaré in seiner Rede bei Eröffnung der
Pariser Friedenskonferenz'), haben uns Weltherrschaftsträume
angedichtet. Woraus schließen sie das? Etwa
daraus, daß Deutschland einen Platz in der Welt haben
wollte, daß es Kolonien erwarb'), daß es seinen Handel
über die Welt ausdehnte und daß es zum Schutze dieser
seiner Interessen eine Flotte baute? Haben das unsere
Gegner (selbst Italien) nicht auch und noch in höherem
Maße getan? Deutschlands größtes Interesse war es
und mußte es sein, in friedlichem Wettbewerb mie
den anderen großen Nationen seine wirtschaftlichen und
kulturellen Kräfte weiter entfalten zu können. Wenn
man das in den letzten Dezennien besonders hervorgetretene
Ausbreitungsbedürfnis aller Großmächte,
ihre Welepolitik und Weltwirtschaft, mit dem Worte
1) Am 18. Januar 1919.
2) Oie deutschen Kolonlen hatten nur einen Umfang von etwa z Millionen
Qnadrarkilometern und eine Einwohnerzahl von etwa 12 Millionen,
also niche zu vergleichen mie den „lmperialisüschen“ Erwerbungen anderer
Staaten, Englands, Frankreichs, Rußlande (In Asien), ja relativ auch
Italiens und Belgiens. War die Anwendung der Monroedoktrin, war die
amerikanische Herrschaft über Kuba, der Erwerb der Philippinen nicht
imperialistisch Ist es das Streben Japans in Ostasten niche?
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