kleine Gruppe, ohne Geltung in der Politik und ohne Einfluß
auf die Regierung, die sie dauernd bekaͤmpften. Waͤhrend des
Krieges ist ihre Zahl in der Tat gewachsen, nicht etwa, weil das
Streben nach deutscher Vorherrschaft in der Welt bei uns tiefer
Wurzel geschlagen haͤtte, sondern weil sie Zuzug bekamen aus
weiten Kreisen besonnener und besorgter Patrioten. Unter ihnen
sind viele, die vor dem Kriege die Ideale der Voͤlkerverstaͤndigung,
des guten Willens und des Fair play in den internationalen
Beziehungen hochhielten, deren politische Glaubenslehre aber
durch die Erfahrungen des Krieges zusammengebrochen ist.
Wer traͤgt die Schuld? Niemand anders als die Gesinnung
unserer Feinde. Dieselbe Gesinnung, die den großen Gedanken
des Völkerbundes durch die gleichzeitige Forderung des Handelskrieges
gegen Deutschland entwertet und zu einer Spottgeburt
gemacht hat. „Können wir euch nicht militärisch vernichten,
so vernichten wir euch durch den Völkerbund ! Wenn ich glaubte,
daß die Gesinnung, die heute England zu regieren scheint, die
aus der Rede Balfours deutlich spricht, oder die Gesinnung,
die uns in dem Prozeß des Pemberton Billing entgegentritt —
wenn ich glauben müßte, daß diese Gesinnung für alle Ewigkeit
die Oberhand in England hätte, dann würde auch ich dafür eintreten,
daß der Kampf auf Leben und Tod ausgefochten werden
muß. Ich bin aber der fesien Uberzeugung, daß vor Kriegsende
überall eine geistige Auflehnung gegen diese Knock-out-Gesinnung
kommen muß und kommen wird. Sonst bleibt die Verwirklichung
der Völkerliga ein utopisches Kriegsziel
Ich komme nun zu dem, was Balfour über die Kolonien sagt,
und zitiere ihn wörtlich:
„Wir haben unser Gebiet ausgedehnt, wir haben Deutschlands
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