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völliger Vergessenheit bewahrt zu haben; aber ich sürchte sehr,
daß Ihre Arbeit in 100 Jahren als alte Urkunde einer ausgestorbenen
Sprache vorliegen wird. Die Bildungsschwindler,
diese angeblichen „Elsässer“ und allerschlimmsten Feinde unseres
elsässischen Volkstums, haben dem Baum, den Sie mit Künstlerhand
für die Nachwelt gemalt haben, längst die Axt an die
Wurzel gelegt und bereits bedenkliche Kerben gehauen. Die
vielen Fremdwörter, über die auf Ihre Anregung hin Dr Roos
seine Doktorarbeit geschrieben hat, sind lauter verderbliche
Schwämme, die das weggeschnittene edle Holz dieses zerhauenen
Baumes ersetzen sollen. Wenn es so fort geht, so wird in wenigen
Menschenaltern der Baum ebenso gefällt sein, wie die auf
welschen Befehl gefällte Straßburger Tanne, von der Rückert
singt, und unser edles elsässisches Volkstum wird dem Barbarentum
erlegen sein“ (Barbarentum im griechischen Sinne des
Wortes).
Letzten Winter kam nun eine schwere Krankheit über mich,
an der ich wochen= und monatelang darniederlag. In Nachbarsdörsern
erzählte man sich schon: „Um (dem) Haambacher
Parre hats gelitt (geläutet)“. Der Gedanke, der mich in dieser
langen Zeit, Tag und Nacht, auch im Fieber, quälte, war kein
anderer als der schnöde Mord, den unsere Bildungsschwindler
an unserm angestammten elsässischen Volkstum üben. Da
hefteten sich meine Augen immer wieder auf ein altes Familienstück,
einen Schrank in meinem Krankenzimmer. Ich las darauf
zuerst gedankenlos, dann immer gedankenvoller, die Inschrift
„Elias Spieser 1825“. Und dieser Name meines Urgroßvaters
ward schließlich mein Trost. Er erinnerte mich an einen Mann,
der auch eine schnöde Ausländerei mitansehen mußte. Einem
ausländischen Weib aus Sidon, der Isebel, war es gelungen,
ihren Mann zu verführen, wie einst Eva den Adam, und ganz
Israel hinken zu machen auf beide Seiten, so daß es nicht
mehr wußte, wohin es gehörte. Und wir haben im Elsaß nicht
uur die eine, sondern die vielen, vielen Isebellen! Sie sind wohl
meist nicht aus Sidon gebürtig, höchstens dort ein Jahr in
Pension gewesen, aber darum nicht geringere Verführeriunen.
Die Strafe des Himmels für diesen schändlichen Abfall und
Verrat ist auch bei uns Vertrocknung der Bäche, der Bäche
geistigen Lebens, mindestens starke Verminderung ihres Wosserstandes.
Auch Elias meinte lange, er wäre allein treu geblieben,
aber seine Verzagtheit wurde beschämt durch die Eröffnung,
daß noch 7000 in Israel übrig geblieben waren, die ihre Knice
nicht gebeugt hatten vor dem nichtswürdigen Götzen Baal.
Daraus schöpfte ich wieder Mut und gelobte feierlichst, wenn
Gott mir wieder die Gesundheit schenke, dann solle dies mein