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fesigesent worden war; der Pabst mochte daruͤber noch
so bitter boͤse seyn, mochte dem Kaiser und roͤmischen Koͤnige
Dispensation von dem geschwornen Eide anbieten oder nicht,
es nuͤtzte Alles nicht: Karl war zu muͤrbe geworden, und sah
mit Ueberdruß auf cine Welt hin, in welcher ihm bisher Alles
nach Wunsch gegangen war, und wo er jetzt mit einem
Male ein Projekt nach dem andern scheitern sah.
Man kann sich leicht vorsicllen, wie sehr sich unterdeß
die Kirchenverfassung einzelner protestantischer Länder entwickelt
haben mag, wie verschieden in den verschiedenen Provinzen,
welche sich unterdeß zu der neuen Lehre wandten;
aber selbst auch mit dem katholischen Kirchenrecht
ging unterdeß eine Veränderung vor, welche demselben gleichsam
den letzten Hauptzug seiner Bildung gab.
Die Synode von Trient war unter mannichfaltigen
Abwechselungen, ungeachtet die Hauptsache, Vereinigung
der dissentirenden Parteien, gar nicht dabei erreicht wurde,
dennoch immer fortgesetzt worden, und nicht nur Glaubenssachen,
sondern auch viele Punkte der Disziplin und des Kirchenrechts
wurden auf derselben entschieden. Freilich war
man in allen Reichen, außer Italien, äußerst unzufrieden,
daß man allen diesen Schlüssen so gar deurlich ansah, wie
der heilige Geist, der sie diktirt haben soll, von Rom geholt
worden; das Mißvergnügen wurde wirklich auch in manchen
Reichen bis zum Beforglichen lebhaft; in Frankreich wurde
denselben wenigstens in Disziplinarsachen die königliche Konfirmation,
ohne die sie nicht gelten konnten, verweigert; aber
Ferdinand war viel zu gutmäthig, als daß von ihm bierin
viel erwartet werden konnte. Der Punkt, worauf das Wesentlichste
der deutschen Kirchenfreiheit beruhte, daß das Koncilium
über dem Pabst sey, wurde zwar nicht feierlich
zu Trient verworfen, aber sonst waren doch viele Punkte sehr