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furt a. M., setzte den Stamm fort. Von seinen
Söhnen erlangte der älteste, Geh. Sanitätsrat
Dr. Georg Varrentrapp (1809—1886), als Vorkämpfer
auf dem Gebiet der Hygiene weit über seine
engere Heimat hinaus Berühmtheit. Der zweite,
Franz, ist 1877 als Professor der Chemie in Braunschweig
gestorben und hat 5 Söhne hinterlassen,
u. a. den Professor der Geschichte in Marburg
Conrad Varrentrapp.
Das Leben Franz Varrentrapps, des Begründers
der Buchhandlung, und der anderen oben erwähnten
hervorragenden Familienmitglieder, abgesehen von
den noch lebenden ist ausführlich und sehr anziehend
beschrieben. Eine Anzahl Familien-Portraits,
und -Häusern, auch das Hattinger Stammgut ist in
wohlgelungenen Lichtbildern beigegben, der Stammbaum
der zwar kinderreichen aber nicht sehr verzweigten
Familie ist auf 6 Tafeln, die nur je eine
Seite einnehmen, in sehr übersichtlicher, dabei doch
vollständiger Weise dargestellte Eine Ahnentafel
zu 32 Ahnen, der Kinder des Professor Conrad
Varrentrapp zu Frankfurt aus seiner Ehe mit
Christina Hofmann und ein genaues Namensverzeichnis
beschliessen den Band, der sowohl vom
geschichtswissenschaftlichen wie vom genealogischen
Standpunkt als vorzügliche Arbeit bezeichnet werden
kann. Auch die gediegene typographische Ausstattung
und der vornehme Einband verdienen
alles Lob. G. von Jordan, Strassburg i. Els.
F. Bornhak: Die Fürstinnen auf dem Throne
der Hohenzollern. Verlag von Stephan Geibel in
Altenburg, S.-A. Preis 9 Mk., gebunden 10 Mk.
Es ist mit Freuden zu begrüssen, dass von
diesem umfangreichen, 1889 erschienenen Werke
jetzt eine zweite, mit 25 Bildnissen geschmückte .
Auflage notwendig geworden ist, deren Herausgabe
der Sohn der Verfasserin, Conrad Bornhak, besorgt
hat. In pietätvoller Weise hat der Herausgeber das
Werk seiner Mutter im Grossen und Ganzen unverändert
übernommen und es nur durch die Lebensbeschreibungen
der drei deutschen Kaiserinnen ergänzt.
— Viel zu wenig bekannt sind die Fürstinnen
auf dem brandenburgisch-preussischen Throne und
doch haben auch sie in hervorragendem Masse mitgewirkt
an der Grösse und dem Ruhme der Hohenzollern;
und doch fliesst auch ihr Blut in den Adern
so manches vortrefflichen Landesherrn. Es ist ja
nicht deutscher Frauen Art, in geräuschvoller
Oeffentlichkeit zu wirken ; und so haben sich auch
Brandenburg-Preussens Fürstinnen meist damit begnügt,
in guten wie in bösen Tagen treue Gefährtinnen
ihrer Gemahle und gar treffliche Mütter
und Erzieherinnen ihrer Kinder zu sein; daneben
haben sie oft in echt landesmütterlicher Weise Not
und Elend ihrer Untertanen zu lindern gesucht.
Verdienen sie deshalb weniger Beachtung wie die
oft so ruhmvollen Herrscher? Erfreulicherweise
legt ja in neuester Zeit die Familiengeschichtsforschung
mehr Wert auf die Erforschung mütterlicher
Ahnen als bisher, und das mit Recht. Spiegeln
sich doch oft gerade in den Söhnen die Charaktereigenschaften
der Mütter wieder. — So füllt das
Bornhaksche Werk, das über 14 brandenburgische
Kurfürstinnen und 10 preussische Königinnen ausführliche
Auskunft gibt, eine bedeutende Lücke
nicht nur in der Staaten-, sondern auch in der
Dynastengeschichte aus.
Dr. Fieker, Hannover-List.
Mummenhoff: Der Handwerker in der deutschen
Vergangenheit. Verlag von Eugen Diederichs
in Leipzig. Preis 4 Mk., gebunden 5,50 Mk.
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Eine prächtige Monographie zur deutschen
Kulturgeschichte, klar und fasslich und doch auch
umfassend geschrieben. Vortreffliche Abbildungen
nach alten Holzschnitten und Kupferstichen und
interessante Beilagen aller Art vervollkommnen den
Text. In lebenswahrer Schilderung zieht das
deutsche Handwerkerleben von seinen Uranfängen
bis zur Jetztzeit an dem Leser vorüber, der Werdegang,
die Glanzzeit und der Verfall der Gilden, die
einst so bedeutungsvoll in das deutsche Städteleben
eingriffen. Das vielseitige, ım't grossem Fleisse geschriebene
Buch, das sich neben der inneren
Organisation der Zünfte auch mit dem häuslichen
und gesellschaftlichen Leben der Handwerker ausführlich
beschäftigt, verdient vicle Freunde zu finden ;
und das wird es auch in unserer heutigen Zeit,
wo die Innungen in erfreulicher Weise wieder aufzublühen
beginnen. Aber insbesondere in den Kreisen
der Familiengeschichtsforscher wird Mummenhoff’s
Werk Freunde gewinnen; gibt es doch kaum eine
städtische Bürgerfamilie, in der nicht auch das Blut
ehrbarer, kerniger Handwerkermeister fliesst. Und
nicht nur Daten sollte der Familiengeschichtsforscher
sammeln, sondern sich auch einen Einblick in das
Leben und die Anschauungen seiner Vorfahren zu
verschaffen suchen; und dazu ist das vorliegende
Buch vorzüglich geeignet.
Dr. Fieker, Hannover-List.
Aachener Wappen und Genealogien. Ein Beitrag
zur Wappenkunde und Genealogie Aachener,
Limburgischer und Jülicher Familien von Herm.
Friedr. Macco. 1. Band. 324 S. 4° Aachen.
Aachener Verlags- und Druckereigesellschaft. 1907.
Der bekannte Aachener Historiker Herm. Friedr.
Macco hilft durch vorbezeichnetes Werk, dessen
erster Band vor kurzem erschienen ist, einem lange
gefühlten Bedürfnisse des rheinischen Familiengeschichtsforschers
ab. Wie der Titel schon ausdrückt,
handelt es sich hier nicht um ein reines
Wappenwerk; der Verfasser hat vielmehr zu jedem
der auf bisher 70 Tafeln abgebildeten 630 Wappen
je nach den vorhandenen Quellen mehr oder weniger
umfangreiche genealogische und allgemeingeschichtliche
Notizen beigegeben, sodass ein äusserst stattlicher
Band entstanden ist. Die älteren der über
500 Genealogien beruhen vornehmlich auf Urkunden
in Prozessakten des ehemaligen Reichskammergerichts
— heute Kgl. Staatsarchiv in Wetzlar —.
und auf Archivalien der Kgl. Staatsarchive zu Berlin,
Düsseldorf, Brüssel und Lüttich, des Rijksarchief
zu Mastricht, der Stadtarchive zu Aachen und Köln.
Für die nach 1600 liegenden Genealogien bilden
im allgemeinen die Kirchenbücher die Unterlage,
daneben die Realisationsprotokolle des Aachener
Schöffenstuhls und die Rats-Suppliken und -Protokolle.
Das vom Verfasser bekundete Bestreben,
die aus Aachen verzogenen Familien bis zu ihrem
neuen Wohnsitz zu verfolgen, verdient lobende
Erwähnung. Das Werk stellt zugleich eine Ergänzung
der vom Autor früher herausgegebenen
vier Bände „Beiträge zur Genealogie rheinischer
Adels- und Patrizierfamilien“ dar. Eine begrüssensund
nachahmenswerte Neuerung sind die teilweise
vom Verfasser ersonnenen Zeichen für „geboren“
.%*, für „getauft“... ®, für „heirateten“
.x, für „gestorben“ ... f, für „begraben“
2.2.8. Ausführliches Namensregister ist beigefügt.
Druck und Ausstattung sind uneingeschränkt
zu loben. Sehr hübsch wirkt die wappengeschmückte
Einbanddecke.
Der für Subskribenten und bis zum Erscheinen
des zweiten Bandes (Juni 1908) festgesetzte Preis