Full text : Spittler’s sämmtliche Werke. Fünfzehnter Band. (15)

XIII

in  Frankreich.  Es  war  also.,  insbesondere  einem  so
besonnenen  Manne  wie  Spittler,  recht  wohl  moͤglich,
  seine  politischen  Ideen  zu  laͤutern,  ohne  daß
dabei  der  eigenthuͤmliche  Reiz  der  Frische,  der  aus
der  Neuheit  der  Sache  hervorgieng  und  der  sich  durch
keine  kuͤnstlichen  Mittel  ersetzen  läßt,  für  seine  Untersuchungen
  und  die  Weise  der  Darstellung  derselben
verloren  gieng.  Er  hatte  auch  das  neue  Fach  mit
aller  Lebendigkeit  seines  Geistes  ergriffen,  die  nicht
ohne  Früchte  für  ihn  und  Andere  bleiben  konnte.
„Meine  Vorlesungen  über  Politik,  “  schrieb  er  selbst
au  Woltmann  s)  „haben  einen  großen  Beisall
„gefunden,  und  was  mich  mehr  als  dieses  freut,
„ich  sinde  den  philosophisch  entwickelnden  Vortrag
„gegenwärtig  viel  augenehmer,  als  den  der  histori-„schen
  Entwicklung.  Die  Neuheit  der  Sache  thut
„wohl  hiebei  nicht  wenig,  und  des  Erzählens  in  Col-„legien
  bin  ich  längst  schon  so  müde  geworden,  daß
„ich  in  der  Abwechslung,  die  ich  nun  genieße,  mehr
„denn  einen  Nußen  und  mehr  denn  eine  Freude
„finde.“  Die  Freude,  welche  er  hier  ausdruͤckte  —
sebt  Woltmann  hinzu  —  war  so  groß,  daß  er
seine  Freunde  dringend  einlud,  zu  ihm  zu  kommen
und  ihm  politische  Ideen  entwickeln  zu  helfen.  —
Noch  1877  klagte  eben  dieser  Historiker,  daß  über
jene  Vorlesungen  sogar  nichts  bekannt  geworden  und
wünschte,  daß  ein  Kundiger  darüber  Bericht  erstatte,
welche  Ideen  und  wie  er  sie  vorgetragen;  sollte  seit-*)
  S.  deisen  Charakteristik  von  Spittler  in  den  Zeirtgenossen
Bd.  2.  Abth.  2.  S.  83