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wiß ist, ein Verfasser, dessen Vaterland zum mainzischen
Sprengel gehdrt. Barbarismen der Sprache sind so, daß
sie sich am besten aus der Sprache der Franken erklären lassen:
die ältesten Handschriften des Pseudisidorus, in welchen
Bibliotheken man sie auch jetzt antrifft, sind alle fränkischen
Ursprungs. Man sieht noch ganze Jahrhunderte lang in
Spanien nicht den geringsten Gebrauch davon gemacht, hingegen
ein mainzischer Diakon Benedikt, welcher ungefähr
um das Jahr 345 zu der aus vier Büchern bestehenden Kapitularien-Sammlung
des Abt Ansegisus noch drei hinzufügte,
machte schon den häufigsten Gebrauch von den falschen
Dekretalen, und er sagt selbst ausdrücklich, er habe gesammelt
*), duse in diversis locis et in diversis schedulis
sicut in diversis synodis et plecitis generalibus
edita erant, sparsim invenimus, et Maxime in sanctae
Mogontiacensis Metropolis Ecclesiae scrinio a sticulso
ejusdem sanctae sedis Metropolitanae recondita er demum
ab Aulcario secundo ejus successore alque conföngumeo
inventa reperimus. Ist dieses nicht, besonders
verglichen mit obiger Stelle des Hinkmar, eine deutliche
Bezeichnung der pseudisidorschen Dekretalen? und was könnte
den historischen Irrthum des Erzbischofs von Rheims deutlicher
erklären, als daß selbst diejenigen, welche jene Betrügereien
zuerst als ächte Waare verkauften, sie gleichsam unter
Rikulf's Auktorität verkaufen wollten. Weil aber auch
der, welcher betrügerische Waare verkauft, gewiß in Erzählung
der Geschichte seiner Waaren nicht treu seyn wird, so
ist schon dieses einzige, daß Benedikt den Ursprung dieser
von ihm bekannt gemachten Aktenstücke in Rikulf's Zeiten
setzte, fast allein hinreichend zu beweisen, daß ihr Ursprung
Baeluzii Capitul. Tom. I. pag. 805.