— 224 —
Die letzteren enthielten jedoch durchschnittlich nur je 2 bis 3 Betten und wiesen nur je 6
bis 7 Entbindungen im Jahre auf. Eine Ausnahme macht in dieser Beziehung die einzige
Privatentbindungsanstalt Elsaß-Lothringens, in welcher im Jahre 1894 18 Plätze vorhanden
waren und 78 Entbindungen stattfanden.
Jede öffentliche Entbindungsanstalt enthielt im letzten Berichtsjahre durchschnittlich
334 Betten. Im Besitz der größten Anstalten im Reiche waren Berlin und das Königreich
Sachsen, indem dort jede derselben im Durchschnitt 110 bezw. 107 Betten besaß, dann
noch Schlesien (durchschnittlich 53), Ostpreußen (51), Hessen (46) und Bayern (41); die einzige
öffentliche Anstalt in Braunschweig bezw. Sachsen-Weimar hatte 68 bezw. 1111) Plätze. Die
kleinsten öffentlichen Entbindungsanstalten zählten Schwarzburg-Rudolstadt, Oldenburg,
Sachsen-Koburg-Gotha und Lübeck (3 bezw. 6, 10, 10 Betten in je einer Anstalt), unter
den preußischen Landestheilen Posen, Brandenburg und Westfalen (durchschnittlich 11,
18, 19 Betten).
Ganz ohne öffentliche Entbindungsanstalten waren Hohenzollern, Mecklenburg-Strelitz,
Sachsen-Meiningen, Sachsen-Altenburg, Anhalt und sämmtliche Fürstenthümer, ausgenommen
Schwarzburg-Rudolstadt.
In den öffentlichen Gebäranstalten wurden während der Berichtszeit 61175 Frauen
von 61 840 Kindern entbunden. Außerdem sind aus der besonderen Entbindungsanstalt
des städtischen Hospitals zu Darmstadt und je einem öffentlichen allgemeinen Krankenhause
in Baden, Sachsen-Altenburg und Mecklenburg-Strelitz 96 bezw. 40, 9, 1 Entbindungen
gemeldet worden.
Die Zahl der Entbindungen war überall, mit Ausnahme von Ostpreußen, Hessen-Nassau,
Bremen und Hamburg, im letzten Berichtsjahre höher als im ersten.
Auf jede öffentliche Anstalt kamen im Jahre 1894 durchschnittlich 275 (gegen 235
im Jahre 1889, 221 im Jahre 1886) Entbindungen, während jedes Anstaltsbett im Mittel
von 8, (im Jahre 1891 von 7,5) Gebärenden benutzt wurde. Am höchsten war diese
Belegungsziffer in Hamburg, Berlin und dem Königreiche Sachsen, am niedrigsten in Sachsen-Weimar,
Westfalen und Sachsen-Koburg-Gotha; in Schwarzburg-Rudolstadt stand sogar in
jedem Jahre durchschnittlich ein Anstaltsbett ganz leer. Es kamen nämlich im Jahre 1894
auf jedes Bett in öffentlichen (und privaten) Entbindungsanstalten Gebärende:
im Deutschen Neiche 8,2 (2,0) in Bahen 9, —
in Ostpreußen 3" — „ dem Königreiche Sachssen 13," —
„ Westpreufen 7" — „Württemburg .................. 8,2 (1,0)
„Berlin ........................ 13, (2,2) „ Baden ... .... .... ... 73 —
„Brandenburg ............... .. . 4,6 (1) „ Hessen —..-............... 61 —
„ Pommen 4% — „ Mecklenburg-Schwerin 9 —
„ Posen 8,° — „ Sachsen-Weimer 1n% —
„ Schlesen 7,6 (2,0) Oldenbuntg ....... ... 4% —
„ Sachsen 7,0 (2,.) „ Braunschweiig 5“% —
„ Schleswig-Holsteen 9, (19) „ Sachsen-Koburg-Gothaa 24 —
„ Hannobbenr 8,°“ —. „ Schwarzburg-Rudolstadt2) 0: —
„ Westfalen 2, (1I0) „ Lübeeg 44% —
„ Hessen-Nafsssaaa 6,2 (0,2) „ Brmzeen 5.F —
„ der Rheinprornnz 8,0 (3,) „ Hambung 16,, —
b„ Elsaß-Lothringen 10 (4)
1) Worunter aber eine Anzahl Kinderbetten mit einbegriffen sind.
2) Auf 3 Betten nur 2 Gebärende.