Full text : Medizinal-Statistische Mittheilungen aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte. Vierter Band. (4)

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Die  letzteren  enthielten  jedoch  durchschnittlich  nur  je  2  bis  3  Betten  und  wiesen  nur  je  6
bis  7  Entbindungen  im  Jahre  auf.  Eine  Ausnahme  macht  in  dieser  Beziehung  die  einzige
Privatentbindungsanstalt  Elsaß-Lothringens,  in  welcher  im  Jahre  1894  18  Plätze  vorhanden
waren  und  78  Entbindungen  stattfanden.

Jede  öffentliche  Entbindungsanstalt  enthielt  im  letzten  Berichtsjahre  durchschnittlich
334  Betten.  Im  Besitz  der  größten  Anstalten  im  Reiche  waren  Berlin  und  das  Königreich
  Sachsen,  indem  dort  jede  derselben  im  Durchschnitt  110  bezw.  107  Betten  besaß,  dann
noch  Schlesien  (durchschnittlich  53),  Ostpreußen  (51),  Hessen  (46)  und  Bayern  (41);  die  einzige
öffentliche  Anstalt  in  Braunschweig  bezw.  Sachsen-Weimar  hatte  68  bezw.  1111)  Plätze.  Die
kleinsten  öffentlichen  Entbindungsanstalten  zählten  Schwarzburg-Rudolstadt,  Oldenburg,
Sachsen-Koburg-Gotha  und  Lübeck  (3  bezw.  6,  10,  10  Betten  in  je  einer  Anstalt),  unter
den  preußischen  Landestheilen  Posen,  Brandenburg  und  Westfalen  (durchschnittlich  11,
18,  19  Betten).

Ganz  ohne  öffentliche  Entbindungsanstalten  waren  Hohenzollern,  Mecklenburg-Strelitz,
Sachsen-Meiningen,  Sachsen-Altenburg,  Anhalt  und  sämmtliche  Fürstenthümer,  ausgenommen
Schwarzburg-Rudolstadt.

In  den  öffentlichen  Gebäranstalten  wurden  während  der  Berichtszeit  61175  Frauen
von  61  840  Kindern  entbunden.  Außerdem  sind  aus  der  besonderen  Entbindungsanstalt
des  städtischen  Hospitals  zu  Darmstadt  und  je  einem  öffentlichen  allgemeinen  Krankenhause

in  Baden,  Sachsen-Altenburg  und  Mecklenburg-Strelitz  96  bezw.  40,  9,  1  Entbindungen
gemeldet  worden.

Die  Zahl  der  Entbindungen  war  überall,  mit  Ausnahme  von  Ostpreußen,  Hessen-Nassau,
  Bremen  und  Hamburg,  im  letzten  Berichtsjahre  höher  als  im  ersten.

Auf  jede  öffentliche  Anstalt  kamen  im  Jahre  1894  durchschnittlich  275  (gegen  235
im  Jahre  1889,  221  im  Jahre  1886)  Entbindungen,  während  jedes  Anstaltsbett  im  Mittel
von  8,  (im  Jahre  1891  von  7,5)  Gebärenden  benutzt  wurde.  Am  höchsten  war  diese
Belegungsziffer  in  Hamburg,  Berlin  und  dem  Königreiche  Sachsen,  am  niedrigsten  in  Sachsen-Weimar,
  Westfalen  und  Sachsen-Koburg-Gotha;  in  Schwarzburg-Rudolstadt  stand  sogar  in
jedem  Jahre  durchschnittlich  ein  Anstaltsbett  ganz  leer.  Es  kamen  nämlich  im  Jahre  1894
auf  jedes  Bett  in  öffentlichen  (und  privaten)  Entbindungsanstalten  Gebärende:

im  Deutschen  Neiche  8,2  (2,0)  in  Bahen  9,  —
in  Ostpreußen  3"  —  „  dem  Königreiche  Sachssen  13,"  —
„  Westpreufen  7"  —  „Württemburg  ..................  8,2  (1,0)
„Berlin  ........................  13,  (2,2)  „  Baden  ...  ....  ....  ...  73  —
„Brandenburg  ...............  ..  .  4,6  (1)  „  Hessen  —..-...............  61  —
„  Pommen  4%  —  „  Mecklenburg-Schwerin  9  —
„  Posen  8,°  —  „  Sachsen-Weimer  1n%  —
„  Schlesen  7,6  (2,0)  Oldenbuntg  .......  ...  4%  —
„  Sachsen  7,0  (2,.)  „  Braunschweiig  5“%  —
„  Schleswig-Holsteen  9,  (19)  „  Sachsen-Koburg-Gothaa  24  —
„  Hannobbenr  8,°“  —.  „  Schwarzburg-Rudolstadt2)  0:  —
„  Westfalen  2,  (1I0)  „  Lübeeg  44%  —
„  Hessen-Nafsssaaa  6,2  (0,2)  „  Brmzeen  5.F  —
„  der  Rheinprornnz  8,0  (3,)  „  Hambung  16,,  —

b„  Elsaß-Lothringen  10  (4)

1)  Worunter  aber  eine  Anzahl  Kinderbetten  mit  einbegriffen  sind.
2)  Auf  3  Betten  nur  2  Gebärende.