—_— 244 —
erschwert. Auf umständlichem Wege gelang es, den Aldehyd ziemlich rein als hellgelben,
sich leicht dunkelbraun färbenden Sirup von obstähnlichem Geruch zu erhalten.
Kleine Mengen von Essigester und Wasser lassen sich indessen nicht ganz
entfernen. Für längere Zeit kann man den Aldehyd anscheinend am besten unverändert
aufbewahren, wenn man ihn in etwas Essigäther auflöst. Die Reaktionen des
Aldehydes werden durch die Anwesenheit des Essigesters nicht beeinflußt.
Derivate des Oxymethylfurfurols.
Von Derivaten des Oxymethylfurfurols wurden das Phenylhydrazon, das Benzoylderivat
und ein Oxim dargestellt.
Das Phenylhydrazon wird nach Kiermeyer durch Einwirkung der berechneten
Menge von essigsaurem Phenylhydrazin auf eine wässerige Lösung des Rohaldehydes
gewonnen. Ebenso leicht entsteht die Verbindung, wenn eine wässerige Lösung des
Aldebydes mit kleinen Mengen des Phenylhydrazins versetzt wird, bis keine Abscheidung
von Öltröpfchen mehr eintritt. Das Öl erstarrt nach kurzer Zeit. Das
rohe Produkt wird auf Ton abgepreßt und möglichst schnell aus heißem Benzol umkristallisiert.
Schmelzpunkt: 137—138°. Längeres Kochen mit Benzol führt leicht
zur Bildung harziger Produkte.
Analyse: 0,1528 g Substanz gaben 0,3728 g CO; und 0,081 gHsO
entsprechend: 66,49%, C und 5,89%, H
Berechnet für CHıaNs0s2: 66,20%, C und 5,55% H.
Das Antialdoxim wurde erhalten, indem zu der wässerigen Lösung des Aldehydes
etwas mehr als zwei Molekel salzsaures Hydroxylamin in pulverisiertem Zustande und
dann die berechnete Menge kohlensaures Natrium in konzentrierter Lösung hinzugefügt
wurden; eine Erhöhung der Temperatur wurde durch Einstellen des Reaktionsgefäßes
in kaltes Wasser vermieden. Nach mehrstündigem Stehen wurde die wässerige
Lösung mehrmals mit Äther ausgeschüttet. Nach dem Verdunsten des Äthers
hinterblieb ein gelbgefärbtes Öl, das im Vakuum zu einer strahligen kristallinischen
Masse erstarrte.e Aus heißem Chloroform schied sich das Oxim in schwach gelb gefärbten
Nädelchen ab, die bei 81°—82° schmolzen.
Die Benzoylierung wurde nach der Methode von Schotten-Baumann
durchgeführt. Der Aldehyd wurde in Wasser gelöst, die 1"/s-fache Gewichtsmenge
Benzoylchlorid hinzugesetzt und unter allmählichkem Zusatz einer 10%/,igen Ätznatronlösung
bis zum Verschwinden des Geruches nach Benzoylchlorid geschüttelt.
Es schied sich alsdann ein gelbes Öl ab, das nach mehrfachem Waschen mit sehr
verdünnter Natronlauge oder auch nach kurzem Aufbewahren im Eisschrank erstarrte.
Aus sehr verdünntem Alkohol schied sich der Körper in schönen hellgelben Nadeln
ab, deren Schmelzpunkt bei 57-—57,5° lag.
Analyse: 0,1544 g Substanz gaben 0,3829 g CO, und 0,0616 g H,O
entsprechend: 67,63%, C und 4,43°/, H
Berechnet für CısHı1004: 67,82%, und 4,34°/, H.