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mittelbar die ganze Lombardie. So leicht auch soust der
geuͤbte mercantile Speculations-Geist jede Lücke, die entsteht,
zu ersetzen weiß, so schwer und fast unmöglich war's,
den fehlenden Ostindischen Handel, dem an sicherem, großem
Gewinn keiner gleich kam, durch neue Speculationen
zu erstatten.
Doch noch härter traf eine unglückliche Revolution,
die zu gleicher Zeit in dem politischen Systeme
von Frankreich und Spanien entstund, und deren Entstehung
vielicicht durch den unzeitigen Tod des weisen Lo—
renz von Medicis und die tuͤckische Politik des Herz.
Ludwig Moro von Mailand veranlaßt worden. Wenigsiens
war Karls VIII. Zug nach Neapel das erste Signal
dieses neuen Systems. »
Beide Mächte, Frankreich und Spanien, wollten durchaus
Land in Italien haben. Beide durchkreuzten sich gleich
anfangs in ihren Projecten auf Neapelz; beide durchkreuzten
sich wieder, selbst wie sie gegen Venedig recht
1495
1500
redlich gemeinschaftlich agiren zu wollen schie, 1510
nen, und beide durchkreuzten sich endlich recht mir Bitterkeit,
wie der König von Spanien, auch als Deutscher
Kaiser, bei dem Besitze des Reichslehens Mailand mitzusprechen
hatte. 1521.
Seit der Schlacht bei Marignano (1515) war Kön. Franz I. 1574
wieder Herr von Mailandz; die neue Herrschaft, die Maximilian
Sforza, Ludwigs Sohn, mit Hülfe der Schweizer, gegen
die Franzosen (1512) errungen hatte, war von kurzer Dauer
gewesen. Im Madriter Frieden (1526) muhte Franz I. alle
Italiänischen Besitzungen aufgeben, und Ludwigs Sohn, Marimilian
Sforza, erhielt das Land vom Kaiser als Reichslehen.
Mit ihm starb (1535) der Sforzische Mannsstamm aus,
und Karl V. gab Mailand seinem Sohne Philipp.
Della historia d’Italia (1494 1532) da Fr. Guicciardini. Fri.
Spittler's sammtl. Werke. IV. Bd. 5