Full text : Spittler’s sämmtliche Werke. Fünfter Band. (5)

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verwandelte,  so  sah  sich  mit  einemmal  der  alte  Landtagsdeputirte
  in  ein  Licht  gestellt,  das  ihm  kaum  noch  Diäten
halber  erträglich  war.  Härt'  es  auch  künftighin  dabei  bleiben
  sollen,  daß  alle  paar  Jahre  Landtag  gehalten  werden
müßte,  so  war  ganz  unentbehrlich,  daß  auch  der  Landtag
einen  Doctor  annahm,  der  rechtlich  und  zierlich  niederzuschreiben
  wußte,  was  der  Bürgermeister  seiner  Art  nach  schon
auch  versiund,  aber  eben  so  wenig  als  der  Prälat  nach  dem
neuen  Hofton  zu  sagen  vermochte,  und  das  Recht,  wer  auf
dem  Landtag  erscheinen  dürfte  „  was  überhaupt  zum  Wesen
eines  vollständigen  Landtags  gehoͤre,  mußte  alsdenn  auch
sorgfältiger  bestimmt  werden,  als  gewöhnlich  durch  bloße
„Observanz  geschieht.  «

Doch  selbst  das  ewige  Landtagen  war  für  den
Mann,  der  seiner  Profession  und  Handwerk  nachgehen  wollte,
etwas  beschwerliches,  und  auch  dem  Prälaten,  der  seine  Schüler
  im  Klosier  hatte,  für  deren  Unterricht  er  sorgen  sollte,
mußte  das  ewige  Reisen  unangenehm  seyn,  besonders  da  er
gewöhnlich  ein  alter  Mann  war.  Man  entschloß  sich  daher,
  einen  gewissen  Ausschuß  von  Prälaten  und  Städtedeputirten
  zu  ordnen,  der  in  jährigen  oder  halbjährigen  Zusammenkünften
  für.  minder  wichtige  Fälle,  die  ehemals  auf  Landtagen
  vorgekommen  waren,  sorgen  sollte,  und  neben  gewissenhafter
  Aufmerksamkeit  auf  Bewahrung  der  Landesprivilegien
  die  richtige  allmahlige  Abzahlung  der  übernommenen
herrschastlichen  Schulden  befördern  könnte.  Wer  mit  der  gewöhnlichen
  Entwicklung  politischer  Instizute  irgend  einigermassen
  bekannt  ist,  vermuthet  leicht,  daß  endlich  dieser  Ausschuß
  den  Landtag  fast  vergessen  gemacht  haben  werde,  und.
daß  für  die  künftige  Sicherheit  dessen,  was  so  leicht  bloß
Alterthum  zu  seyn  scheint,  alles  darauf  beruhre,  welche  Ein-