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unpolitische Leidenschaften hat vielleicht keine Familienverfassung
mehr zerruͤttet, kein Haus laͤnger in unbedeutender
Schwaͤche erhalten als das Welfische.
Heurich hatte den letzten feierlichen Unionsvertrag kaum
ein Jahr überlebt, und so geneigt auch sein hinterlassener
ältester Prinz Wilhelm zu seyn schien, einem Tractat
treu zu bleiben, der allein das Ansehen des Welfischen Hauses
so furchtbar erhalten konnte, als selbst für die Behauptung
des Landfriedens in Niedersachsen und für die Beschützung
des Landes gegen die Verheerungen der Hussiten
hochst wünschenswürdig war, so ängstlich strebte der jüngere
Minz Henrich, sobald er volljährig war, sein väterliches
Erblaud aus einer Gütergemeinschaft herauszuziehen, die
ihm nicht nur den künftigen Verlust jedes wirklichen Regierungsantheils
zu drohen schien, sondern auch schon gegenwärtig
bei dem entschiedenen Ansehen seines Oheims und
seines so viel älteren Bruders Wilhelm jede wirksame Theilnehmung
unmöglich machte.
Braunschweig und Lüneburg wurden also getheilt, und
das Land zwischen Deister und Leine, welches bisher ein
Theil des Läneburgischen gewesen war, fiel damals an
Braunschweig.
So loͤste sich also das Band, das Kraft der Sate die
sämmtlichen Löneburgischen Lande vereinigte, allmählig von
selbst auf, denn obschon dem Deisterlande seine alten Privilegien
ausdrücklich bestätigt wurden, und ob auch die Stadt
Hannover selbst, noch sechs und achtzig Jahre lang *), zwi-»)
Erst im Vertrage von Minden den 1. Oct. 1512 wurde die
Stadt Hannover vom Lüneburgischen Hause an das Braunschweigische
oder an die Calenbergische Linie des Braunschweigi-1428.