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annimmt. Was interessirt es den Kaiser, was ein geistlicher
Kurfuͤrst fuͤr das Pallium bezahlen muß? u. s. w. Ihm
kommt es doch nicht zu statten, wenn der Kurfuͤrst wenig
Geld wegschickt. Fuͤr das Seinige sorgt er freilich, aber das
uͤbrige Deutschland ist preisgegeben. Eine Verbindung der
geistlichen Kurfuͤrsten im Lande sollte billig die Vormauer der
Freiheit der deutschen Laͤnder seyn. Dieß waͤre noch die brauchbarste
Schutzwehr, die sich erwarten ließe. Diese sind aber
selbst nicht einig, und werden zu leicht getrennt, wenn der
Pabst einem vor dem andern einen Vorzug gibt, oder sie
haben selbst zu wenig Empfindlichkeit fuͤr die allgemeine Noth,
weil sie gerade selbst nicht dabei interessirt sind. Man hat
zwar einige Beispiele von dergleichen Verbindungen, aber die
Hitze erkaltete gar zu fruͤh, und die Politik des roͤmischen Hofes
durfte nur den Zeitpunkt abwarten, bis die erste Hitze erloschen
war. Alle anderen Nationen haben im gegenwärtigen
Fahrhundert in ihrem Verhältnisse gegen den römischen Stuhl
merklich gewonnen, nur die Deutschen nicht. Gewinnt auch
die Kirche eines Landes nicht immer gerade bei diesem besseren
Verhältnisse, so thut's doch das ganze Land, aber in
Deutschland, wie ist's da? wie ging's nicht dem armen Febronius?
Niemand nahm sich seiner an, da ihm doch offenbar
Gewalt geschah.
Die jämmerliche Finanzeinrichtung des römischen Hofes
und der daraus entstehende elende Zustand des roͤmischen
Staats muß ebenfalls nothwendig zum Verfall des Pabstthums
viel beitragen. Der Unterthan hat vielleicht beim haͤrtesten
Despoten nicht so viel zu leiden, als bei ihm. Die
paͤbstliche Kammer hat uͤber 40 Millionen Schulden, und bei
dem allen nur 2 Millionen 78,000 roͤmische Thaler Einkünfte,
und nach Abzug der Ausgaben und Zinsen bleiben
dem Pabste nur noch 100,000 zu ungewissen Ausgaben. Ja,