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zu schreiben. Die einzige Erkenntnißquelle, die das gemeine
Volk noch übrig gehabt härte, wären die Religions-Ceremonien
gewesen, wenn es gewußt hätte, was Taufe und Abendmahl
bedeute. Aber, wie hätte es das wissen sollen? Alles
war lateinisch, und das Abendmahl in eine Maskerade verwandelt,
in ein Possenspiel; denn anders war die Messe zuletzt
nichts mehr, wie man daraus sieht, daß die Synode zu
Costnitz das Narrenfest abschaffte, bei welchem man die Kinder
des Ortes Messe halien ließ. Wie sehr mußte ihr Werth
in den Augen des Volks sinken! Die Religion selbst mußte
in den tiefsten Verfall gerathen. Man darf sich also nicht
wundern, daß seit der Mitte des dreizehnten Jahrhunderts eine
Partei nach der anderen aufsteht, die alle Sakramente für
Pfaffen-Betrug erklärten, nur von innerem Gottesdienst wissen
wollten, alle äußere Kirchen-Verfassung umzusioßen suchten,
keine geistlichen gottesdienstlichen Zusammenkünfte haben wollten;
darf sich nicht darüber wundern, daß mit einem Male
unter dem Volk ein Schwarm von Ketzern aufstand.
Es ist seit der Mitte des dreizehnten Jahrhunderts, wenn
man in's Ganze der Kirchengeschichte hineinblickt, als ob sich
die Erde aufgerhan hätte, um Ketzer hervorzubringen. Alle
Parteien und Alles das, was jeder einzelnen derselben zugeschrieben
wird, anzuführen, ist unmöglich. Sie concentriren
sich in dem Hauptpunkte: Wöllig ver säumt in allem
Religions-Unterricht, und doch vom natürlichen
Gefühl auf das Bedürfniß einer Religion
geleitet, griff Jeder nach dem, was ihm sein Geist eingab.
Das Volk wußte, daß das nicht Religion seyn könne,
was seine Pfaffen für Religion ausgaben, daß sich der schnelkere
Eintritt in den Himmel nicht erkaufen lasse; aber, um
das Positive zu erhalten, tappten sie hin und her. Am besten
macht man noch folgende Klassifikation: