Zwischen zwei Sessionen. 33
ziehung von Elementen festhalte, welche eine unmittelbare Fühlung
mit der Mehrheit der Volksvertretung repräsentieren. — Die ent—
sprechende Redewendung des Fürsten Bismarck bei dem Abschluß
der Konferenz war in ihrer allgemeinen Fassung jeder Deutung
fähig. Jedenfalls verpflichtete sie den Fürsten Bismarck zu gar nichts.
Die Konferenz soll mit der Aufforderung des Fürsten Bismarck
an Bennigsen abgeschlossen haben, ein schriftliches Programm
aufzustellen.
Das Doppelfpiel wird fortgesetzt.
Fürst Bismarck hatte in Varzin keine Forderung der Nationalliberalen
personeller oder materieller Art bestimmt abgelehnt, aber
auch keine Forderung bestimmt zugestanden. Auch unmittelbar nachher
erfolgte direkt keine solche Ablehnung. Aber ebenso wie Fürst
Bismarck seinem Vertrauten von Bülow gegenüber geäußert, ihm
liege nichts an einem Personenwechsel und er führe lieber mit den
bisherigen Kollegen sein Programm aus, so hatte er auch dem
greisen Kaiser gegenüber jede Absicht eines Personenwechsels
in Abrede gestellt.
Der Kaiser äußerte bei dem Neujahrsempfang der in Berlin
anwesenden Minister nach der „Köln. Ztg.“, daß nach seiner Auffassung
und nach seiner Rücksprache mit dem Fürsten Bismarck
Personalveränderungen unter den Ministern nicht bevorständen.
Die offiziöse „Post“ bestritt sogleich nach der Abreise des Herrn
von Bennigsen aus Varzin die Absicht eines Systemwechsels auf
das Bestimmteste. Sie erklärte, daß selbst das Fortarbeiten am
begonnenen Werk auf das äußerste Maß des wirklich Notwendigen
beschränkt werden solle.
Späterhin, im Oktober 1881, hat Fürst Bismarck in der
Nordd. Allg. Ztg. erklären lassen, der Eintritt von Bennigsens in
das Ministerium sei an der Forderung Bennigsens, daß das
Ministerium des Innern gleichzeitig Forckenbeck übertragen werden
solle, gescheitert, was der Kanzler entschieden abgelehnt habe. „Schon
zu Anfang des Jannar 1878 war die Fortsetzung der Verhandlungen
mit Herrn von Bennigsen auf Grund erstatteter Berichte
Allerhöchsten Ortes inhibiert worden.“ In den „Hamburger Nachrichten“
ließ Fürst Bismarck am 26. Mai 1891 schreiben, der Monarch
habe damals weitere Verhandlungen verboten, weil er sich nicht
dazu hätte entschließen können, zwei Minister zu entlassen, um sie
durch so avancierte Politiker zu ersetzen. Nach Poschinger soll
Fürst Bismarck im Privatgespräch angegeben haben, er habe nur
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