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der. So ging es bei der neuen Wahl nach dem Tode des
Liberius. In den zwei ersten Jahrhunderten hatten sie sich
nie gezankt, wer Bischof werden sollte. Man war damals
der Ehre sehr gern uͤberhoben, die nur fuͤr die Verfolgung
der Heiden auszeichnete. Aber jetzt sagten die kaiserlichen-Minister
zu Rom (wenn schon nur im Scherze): sie wollten
gern Chrisien werden, wenn man sie zu römischen Bischoͤfen
machen wollte. AUmmianus Marcellinus schildert redlich
(Hist. XXVII. 3), wie die Bischdfe bei den Weiblein
berumgeschlichen sepen, herrlich gelebt hätten als Könige, nie
zu Fuß gingen, sondern im Habit des Wollüstlings auf den
Wagen daherzögen. Man hat Spuren im kaiserlichen Edikt
von dem moralischen Verderben, das damals herrschte.
Guter Petrus, du warst noch nicht zweihundert Jahre
todt, und siehe, was bei der Wahl deines Nachfolgers vorgeht!
Damasus und Ursicinus sind die zwei Prätendenten.
Jeder hat so viel Pöbel auf seiner Seite, daß zweimal
Aufruhr bei der Wahl entstand, viele Menschen dabei
umgebracht wurden, die Kirchen, wobei sie vorgehen sollte,
wie Mördergruben aussahen. Man weiß nichr, welchem dieser
zwei schändlichen Prätendenten man den Preis wünschen
soll. Der schlechteste behielt ihn — Damasus. Ein Mann, der,
so wie dieser auf den heiligen Stuhl kam, hat freilich die
Rechte desselben erweitern können! Er mischte sich in Alles,
worüber im Orient und Occident gestritten wurde, und der
Schleicher bekam endlich (378) ein Privilegium vom Kaiser
Valentinian, daß er das Recht haben sollte, Kirchenstreitigkeiten
zu schlichten, welche nicht gerade in seiner Didcese vorfielen.
Seltsam, daß man im kaiserlichen Kabinet erst darüber
ein Privilegium ausfertigte, da sich's ja von selbst verstand,
daß alle Streitigkeiten, in welcher Kirche sie auch vorficlen,
immer zuletzt vor den Statthalrer Christi vor Se. Heiligkeit