Aummer 13
Dienstag, 18. Januar 1916
mengen durch die großen Pumpwerke des Polderlandes
zu entfernen, noch lange dauern, bis
wieder einigermaßen normale Verhällnisse hergestellt
sind. pleberall sieht man ertrunkene
Schafe. Die Schaszucht lildete einen der Hauptermerbszueige
der vom Unglück betroffenen Gegend.
Es konnte noch nicht annäherm# festgestellt
werden, wieviel Vieh zugrunde gegangen ist. In
Ansterdam, das seinen Vorrat an landwirtschaftlichen
Produkten aus dem überschwemmten
Gebiete bezieht, macht sich bereits ein Mangel
an Milch und Butter bemerkbar. Die Preise
sind infolge der Katastrophe im Steigen begriffen.
Auf der überschwemmten Insel Marken sind
16 Menschen, darunter sieben Kinder, in den
Fluten umgekommen. Der Eisenbahnverkehr
zwischen Süd= und Nordholland ist wegen umsongreihher
Dammverschiebungen vollständig unterkrochen.
Der Sũdpolder der Zuidersee droht
einzustürzen, wodurch mehrere Dutzend Städte
und Dörfer bedroht sind. Das Vieh holte
man bereits ein. In einzelnen Orten an der
Zuidersee sitzen die Menschen auf den Dächern
irer Häuser, rings von den Fluten umschlossen.
Auch Rotterdam ist überschwemmt.
Verschiedene Nachrichten.
London, 16. Jan. Aus Mittel-England
wird ein starkes Erdbeben gemeldet. Im Rhymneytal
(Südwales) ereignele sich ein großer
Erdrutsch
Stadt Bergen
niedergebrannt.
Christiania, 16. Jan. Ein gewaltiger
Brand hat die norwegische Handelsstadt Vergen,
das norwegische Hamburg, am Samstag
nach'nittag heimgesucht. Da das Unwetter, das
seit einigen Tagen in den Küstengebieten wütet,
die Löschungsarbeiten sehr erschwerte, ja
#n Teil eriolglos machte, sind viele Häuser
den Flammen zum Opfer gefallen. Fast die
halbe Stadt ist niedergebrannt. Die Zahl der
Obdachlosen geht in die Tausende. Eine Anzahl
von Hänfervierecken ist niedergebrannt,
Darunter befinden sich das Telephon= Feutralamt,
T
Dienorwegische
das Gebäude von 1 Bergen= Tidende“,
4 Hotels und 3 Schulen. Das Großfeuer begann
Samstag um 5 Uhr nachm. Der Schaden beträgt
schon 50 Millionen Kronen. Um 2 Uhr
morgens war die halbe Stadt niedergebrannt.
Um Mitternackt traf ein Ertrazug aus Christiania
zur Hilse ein. Infolge Nordwindes verbreitete
sich das Feuer rasch. Namentlich murde
das Geschäftoviertel vom Brande betroffen.
Zahlreiche Kolonialwarenhandlungen sind vernichtet.
Es ist der größte Brand, der je Norwegen
heimgesucht hat.
Bergen, die zweite Handelostadt des Königreichs,
ist der Hauptort des gleichnamigen norwegischen
Stiftes. Es liegt auf einem Vorgebirge,
ganz von Wasser und bis zu 650 Meter
hohen Bergen umgeben. Die Stadt erhebt sich
amohitheatralisch um den Hafen. Die Straßen
sind in den alten Staditeilen eng, uneben und
schief. Die belebteste Hauptstraße ist Strandgaden.
Die Bevölkerung Bergens — die Stadt
hat etwa 80 000 Einwohner # # nährt sich gröhtenteils
vom Handel, doch betreibt sie auch Fabriken
und bedeutenden? Schifssbau. Der Fisch-,
besonders Stodkfisch- und Heringehandel, il der
bedeutendite Erwerbezweig der Bewohner.
Eiz be#erschen Veriaftsisien.
Liste Nr. 4
der aus Frankreich zurückgelehrten Austausch-Verwundeten.
Fischer Friedr., 1. Feld-Art. Regt (1. Battr.),
Reichenholl, bisher schw. verm. in Gesgsch. in
Lyon und Villemanen; jetzt Res.-Laz. I! München.
Gaisbauer Georg. Res.-Inf.-Reg. Nr. 1 (5.
Komp.), Schönanger, bisher verw. in Geigsch.
in Nevers; jeßt NReij.-Laz. D München.
Verlunlitte Nr. 246.
Inf.-Reg., München. Franz Drechsler,
rarsen I. verw. Joseyh Augsberger, Gmund,
2. Je. Reg., Muuchen. Johann Buchner,
Garching. I. verw.; b. d. Truppe. Joseph Mittermeier,
Burghausen, 1. verm. Georg Frit,
Bergki irchen, I. verw. Wilhelm Wohlmuth, St.
Wolfgang, gefallen.
8. Infanterie- c. Metz. Johann Schwarz,
Wagenried, schm. verw.
13. Inf.-Reg., Neu-Ulm. Tobias Marr,
Miesbach, I. verw. Joseph Huber, Bergham,
verw.
I.
20. Inf.-Reg., Lindau (Kempten). Martin
Auracher, Rechthal, gefallen. Joseph Kloo,
Wies, schw. verw. Ehrisian Fürder, Eßbaum,
inf. Krankh. gest.
Releroel Aosa 32 Hie, 13. Gbier Haberlander,
Schnait, l. verw. Franz Sales Lautendacher,
St andach, I. verw
Reserve-Inf. „Neg. Nr. 17. Franz Kav. Nieden
Mietenkam, l. verw. Anton Oberpaul,
Taufkirchen, I. verw. Peler Leberer, Tittmoning,
schw. verw. Joseph Hausbacher, Reit im
Winkel, I. verw. Alois Weiher, Untermetteubach,
schw. verw.
Reserve-Inf.-Reg. Nr. 18. S Graf,
Sölb, gefallen. Johann Golling, Hörzhausen,
gefallen.
Reserve-Juf.-Reg. Nr. 27/0. Johann Asen,
Fahlenbach, verw.; gest. 7. 9. 15. i
Bayerl, Rinnberg, gefallen. Martin Köttner,
Baar, gefallen. Jakob Benler, Faistenberg, 1
verw.
Landwehr-Inf.-Reg. Nr. 1. Leonhard Renner,
Leben, gefallen-Landuehr-Inf.
Reg. Nr. 2. Jakob Adelslerger,
Tittenkofen, schu. verw.; gest. 21. 12. 15.
Maͤrtin Buchwieser, Farchant, r verw.
Landuehr Inf. Reg. Nr. 3. Joh. Fürbaß,
Dettenschwang. lötl. verungl. 26. 12. 15. Allert
Schmidhammer, Kemerting, gefallen.
Brigade-Ersan-Bataillon Nr. 4. Simon
Bauer, Eglbarting, vermißt. Seb. Schneider,
Kreut, verm.
Landsturm-Iunf. Bat, Nosenheim. Unterofsz.
Marx vladrhofer. Burgl eim, inf. Kranlh. gest.
27. 12. 16.
2. Schweres Reiter-Neg., Landshut. eemen
Zenedill, Eschenlohe, inf. Krankh. gest. 4.9
8. Chevaulegers-Neg., Tilbsn. Lrahk
Bachthaler, Pfaffenhofen a. J., i. Gesgsch. (n.
priv. Mittig .).
1. Feld- Wi1 Neg., München. Vizewachtmeister
Joseph Hundseder, Kirchseeon, gesallen.
Gelirgs- Kanonen Batterie Nr. 8. Max Miller,
Berchtesgaden, fötl. verungl. 21. 12. 15.
3. Fuß Art. Reg., Ingolstadt. Ant. Meyer,
Echenzell, inf. Krankh. gest. 12. 5.
Fuß Artillerie-Batlerie Nr. 265.1 Itʒ.
Stahl. Vaterstetten, d. Unf. schw. verw.
Fuß Artillerie Baͤtierie Nr. 369. Gust. Six,
Nosenbeim, schw. verw.; gest. 13. 12. 15. Gg.
Reull. Escheuried erw
Fus. Artillerie Bat terie Nr. 260.
Türlenfeld, schw. verw
Reserve-Fuh-Art. Neg. Nr. 1.
böd, l. verw.; b. d. Truppe.
1. Pionier= Boteillon. München. Rupert Mock,
Laufen, gefallen.
Baperissche Nochrichken.
Traunstein, 16. Jan. Braucreikrand. Jur
soige Entzünden des Pec es leim Pichen ist die
Pin- balle der Brauerei Wieser vollständig niedergebrannt
mit allen maschinellen Einrichtungen
und Pechvorräten.
Röthenl ach (Allgäu!t, 16. Jan. Einem
Octonomen in Ungerbhaus, Gde. Leupolz, wurden
mn) Ml. in bar, darunter 30 neue Ein-!
undertmarlscheine und 20 Fünfzigmarkscheine
genobten. Der Diek, der dert bedienet gemesene
2hiäh rige Taglölher Gottlob Griger aus
Neams, 681 ing klüch,i9, ist aver schon unschädlick.
gemacht. Die württemk ergische Gendarmerie
cnloedie ihn in Holzläusle. Gde. Leupolz, ins
Anwesen eines gewissen Frider. Geiger empiing
die Verfolger mit Revolverschũssen, worauf
sich ein förmliches Gefecht entspann, bei dem
der Dieb durch einen Schuß ins Herz getötet
mwurde. Von dem Gelde sanbden sich noch 57000
Mark bei der Leiche vor.
Das Kuaprschafks-Kriegsgeseß.
Finanzausschuß der Kammer der Abgeordneten.
München, 13. Jannar.
Berich terstatter: Akg. Giehr!, Mitberichterfaiter:
Arg. Bübler.
In der allgemeinen Erörterung anerkannte
der Berichterftaner die u eitherzige Erfüllung
der berechtigten Forderungen auf Sicherung der
Auipxrüche der am Kriege teilnehmenden Mitglieder
der Kuappschaftorereine. Er verwies
auf das Vorbild, das preußische Knappichaftsiriegs
geĩetz. und auf die einschlägige Entichliessung
des Olerbergamts vom 15. Januar 1915
an die Knaposchaftsvereine, gab eine gedrängte
Uekersicht über den Inhalt des Gesetzes und
bol den Unterschied Legenüber Preuhen hinsichtlich
der gesetzlichen Sicherstellung der Freizügigleit
zmiischen den Knapyschaftsvereinen Berror.
Mit Recht nerde kein Unterschied zwischen gesetzlicher
und freiwilliger Kriegsteilnahme gemacht.
Mit Rücksicht auf die Finanzlage Bayerns
sei die Ablehnung von Zuschüssen durch die
banerische Regierung begreiflich.
Der Mitterichterstatter sprach seine Befriedigung
über die einzelnen Maßnahmen des Entnurfs
aus, Dedauerte aber die Ablehnung staatlicher
Zuschüsse an die Knappschaftslassen. Die
dauernde Leistungsfäbigleit der Vereine auch
die slaatlichen würden getrossen könne nur
durch staatliche Unterslützung, die durch den
Charalier des Kriegsdienstes als Staatedienst.
und durch die billige Rücksicht auf die zurüdgeblicbenen
Arbeiter und die Werkleitungen ge-Loten
sei, erreichl werden, oder durch die wünschenswerte
Zusammenlegung der Knappschaftsvereine
zu einem einheitlichen Verband oder
durch die vielfach schon erfolgte einsichtige Erhöhung
der Beiträge. Eine zu weitgehende
Schädigung der zurüdgebliebenen Arbeiter durch
Beitragserhöhung und vielleicht zugleich durch
Minderung der Kasseleistungen müsse vermieden
werden
Ein Mitglied hob die rückwirkende Kraft und
die einzelnen Vorteile des Gesetzes hervor, das
fast alle Wünsche der Pelitionen erfüllt habe.
Der Redner äußerle sich über die finanzielle
Lage der Kuappschaftsoereine und über die
Xau.
Joh. Gilstl,
Florian Sin-
Wirlungen der Neubelastung; die einzige Abbilfe
läge in baldiger Verschmelzung der bayerischen
staatlichen und privaten Vereine. Im
Gesetze solle berücksichtigt werden, daß einzelne
Kriensteilnehmer voraussichtlich nicht innerhalb
zwei Monaten nach Entlassung Arbeit finden
önnten.
Ein Negierungsvertreter schilderte die Lage
der slaatlichen und privaten Knappschaftorereine
und belonte die Gesahr der Nichtnachhaltigleit
eines Bergwerles für die Zahlungssähigleit
der Vereine. Seit jener Zeit hätten.
sich die Bilanzen durch Kapitalszuwendungen
der Werksbesitzer und durch Erhöhung der Beiräge
verbessert. „Redner gab dann die Gesamtbelastung
der VBereine Ende 1914, die Geamtzahl
der Einberufungen, der Todesfälle und
sestgestellter Invalidität sowie die Summe der
durch den Krieg veranlaßten Witwen-- und Waisenpensionen
geentnr ferner den Rückgang der
Beiträge durch den Krieg
Die endgültige Mehrkastung lasse sich nicht
übersehen, ebenso nicht die Herbeiführung früherer
Invalidität der Kriegsteilnehmer. Eine Versch
iekung in der Altersgruppierung könne nicht
als sicher angenommen werden. Die Regierung
sei bei dem Gesetzesvorschlage mit äußerster
Vorsicht vorgegangen und müsse bitten, mit
Rücksicht auf die finanzielle Lage der Vereine
sich in den Aländerungsanträgen die möglichste
Jurückhaltung auszuerlegen. m aller Entschiedenheit
müsse ein Staatszuschuß abgelehnt werden
wegen der Finanzlage des Staales, zur Erbaltung
der Selbstverwaltung der Vereine und
wegen der Gefahr einer Verschiebung des Vergüältiges
zwischen Beilrags= und Pensionsätzen.
Die Zusammenlegung der Vereine, wie sie
vom Landtage und der Regierung gewünscht
werde, könnte ihre Wirkung erst nach geraumer
Seit äußern, nicht aber angenblicklich eine Sanierung
von Vereinen herdeiführen. Die teilweise
bestehende Kartellierung sei nur als Notlehelf
zu betrachten. Die Einsührung der Freirügigleit
sei der Neufassung des bayerischen
Knaxpschaftsrechtes vorzubehalten. Arbeiter auf
Dienitrertrag w ürden ron der Heeresvermwaltung
z. B. in den Munitionsfabriken und bei Fortiiikationsarbeiten
verwendet. Die auf die Kran—
tentassen bezüglichen Wünsche wären bei den
Neichein sangen anzubringen.
Mitberichterstatter bezeichnete die Abicha
von Staatszuschssen in dieser autzerordentlichen
Zeit als Unrecht und hob die Gefahr
der Heral setzung der Kassenleistungen und
der freinilligen Zuschußleillungen der Werkleitungen
hervor.
Der Verichterstatler verwies gegenüber dem
Mitberichterstatter auf die Folgen der Anerkennung
des Satzes, daß der Staat die Kriegsfolgen
tragen müsse, z. B. bei den Gemeinden
und bei den Unterstützungsvereinen der Beamten
und forderte möglichst rasche Zusammenlegung
der Knappschaftskassen.
Das Gesetz wurde in namentlicher Abstimmung
einstimmig angenommen.
— -
1. #### · «,-«’-« ,-Rosenbcnn,17.Januar.
»Nimm-»Hu mit Brot
wurde lürzlich neuerdings im Intereise unseres
wirtschastlic hen Durchhaltei in der Presse jonobl
nie im Reichslage als eine unbedingte
Notwendigleit bezeichnet. Wie leicht dieses Opser
gebracht werden kann, beweist folgendes einsache
Rechenexempel: Wenn jeder der 70 Mill.
Verohner des Deutschen Reiches täglich nur
eine Kriegesemmel im Gericht von 35 Gr.
einspart, so ergibt dies eine Gesamtmenge vom
2 4300½00 Kilo oder 49000 Zentner gleich
2450 Tomen. Denkt man sich diese Menge
auf der Eisenbahn rerladen, so werden dazu
benöligt läglich gegen 2435 Waggone, die mir
den Lolomotiren eine Zugslänge von rund drei
Kilomeler ergeben. Es ist dies ein deutlicher
Beueis für die Wahrheit des Sprichwortes,
daß viele Wenig ein Biel machen, aber auch
dafür, daß dieses geringe Opfer leicht gebracht
werden kann, ohne daß auch nur ein Mensch
Hunger zu leiden braucht.
Familienunterstützung. Die Vorschriften
über die Unterstützung der Familien
der in den Dienst eingetretenen Mannschaften
werden demnächst durch Bundesratsverordnung
neu geregelt werden. Während bisher die Angehörigen
aktiver Mannschafien nur unter bestimmten
Einschränkungen unterstützungsberechtigt
waren, wird nunmehr der Kreis der Mannschaften,
deren Familien im Falle der Bedürftigleit
Unterstützung erhalten, auf die Mannschaften,
die sich in Erfüllung ihrer gesetzlichen
altiven Dienstpflicht befinden, schlechthin gusgedehnt
werden. Der Kreis der unterstützungslerechtigten
Angehörigen wird durch Aufnahme
der Pflegeeltern und Pflegelinder erweitert werden,
wobei vorausgesetzt ist, daß das Pflegeverhältnis
bereits vor Beginn des Krieges bestand.
Da diese Bestimmungen rüdwirkend vom
1. Januar 1916 an in Kraft treten werden,
ist es angemessen, daß die Lieferungsverbände
die erweiterten Unterstützungen schon jetzt gewähren.
Zu Grabe getragen wurde am Sonnnachmittags
die ehrw. Schulschwester M.
Grössere
Wigberta Kern. Eine Jahlreiche Trauerversammlung
gab der Verblichenen, welche sich um
Mädchenschule und Paramentenverein Bosen
heim große Verdienste in ihrem langjährigen
Wirken dahier erworben hat, das lehte
Geleite. Den Kondukt führte HH. Geistl. Nat
Gehl. Eine Abordnung von Schülerinnen eröffnete
den Leichenzug mit einer großen Zahl
von Kränzen und Blumen. Ihnen folgten
viele Mitglieder des Klerus aus Stadt und
Land und des Kapuzinerllosters Nosenheim.
Hinter dem Sarge schritten neben den Mitschwestern
und den Angehörigen der Verewigten
eine Vertretung der beiden slädtischen Kollegien
mit ihren Vorständen, Mitglieder der
Lokalschullommission, die Lehrerschaft unserer
Vollsschulen, zahlreiche Mitglieder des Paramentenvereins
und viele teilnehmende Trauergäste
aus allen Kreisen der Stadt. Am Grab#
widmete HH. Geistl. Nat der Verewigten einen
tiesempfundenen Nachruf, in dem er besonders
der segensvollen und erfolgreichen Wirksamkeit
der Heimgegangenen gedachte. Tief ergriffen
nahmen alle von dem Grabe der Schwester M.
Wigberta Abschied. Am Samstagnachmittag
wurde Herr Alois Reich, Sohn des Herrn Kaufmanus
Alois Reich, zu Grabe getragen. Die
Beerdigung erfolgte unter großen militäri.
schen Ehren bei Beteiligung einer militärischen
Abordnung, der „Militärkapelle, der beiden Veteranenvereine
usw. Dem Verblichenen, der sein
Bestes dem Vaterland opferte, wurde ebenfalls
ein ergreifender Nachruf gewidmet. Namens
der Stadt folgte Herr K. Hofrat Wüst
dem Sarge. Auch die Herren Rektor Studienrat
Jalob und Studienrat Ostermamm gaben ihrem
ehemaligen Schüler und Absolventen der K.
Noalschule Nosenheim das letzte Geleit.
Oberbayer. Schuldieusl. Versetzt: Der
Hauptlehrer Joseph Vrandl in Oberndorf, B.
Ebersberg, ab 1. Februar nach Sauerlach, Bv.
Wolfratshausen; der Volleschullehrer Johann
Grübel in Steinlirchen, BA. Mühldorf, ab
16. Januar nach Ellbach, BA. Tölz; der Vollsschullehrer
Joseph Meyer in Prien, B. Nosen-Lheim,
ab 16. Jannar nach Wasserburg; der
Sch uloern2sser Julius Lösch ron Babensham.,
Bl. Wasserburg, zurzeit im Heere, ab 1. Febr.
nach Anger, B. Berchtes gaden. Befördert:
Der Schulverweser Franz Kruis in Kiefersfelden,
Boi. Rosenheim, zurzeit im Heere, ab 16.
Jannar zum Volksschullehrer in Eresing, B.
Landsberg.
Der Lokomotivführerverein Nosen
heim versammelte am Sonntagnachmittag
seine Mitglieder und deren Angehörige zu einer
dem Eru der Zeit angepaßlen Familicnunter
haltung im Gasthof Grabichler. Oberlokomotiv
führer Beilhack leitete den Abend mit einer Begrüßungsansprache
ein, worauf dann musika.
lische Darbietungen in bunter Folge mit einander
wechselten. Die Herren Lippmann, Deller,
Zeilmeier und Unger wie auch die Herren Krämer
und Sch bassner teilten sich in die musikalischen
Nummem:; teils waren es Zither-, teil!
Klaviervorträge. Die Unterhaltung hatte wohltäligen
Charakter. Eine Sammlung unter den
Teilnehmern ergab den Betrag von 41.25 Ml.,
welche uns für die Fürsorge der Stadt Rosenheim
für die Angehörigen der Kriegsteilnehmer
übermittelt wurden. Der Abend nahm einen
sehr schönen Verlauf und befriedigte alle.
Der Sonntag urg keinen besonders ersreulichen
Charatter. Den ganzen Tag über
war es trüb und windig, vormittags auch regnerisch.
Der Aufenthalt im Freien war daher
nicht gerade angenehm. Der Wintersport kam
zum Teil noch auf seine Rechnung. Zahlreich:
Sliläufer sah man abends von den Zügen
aus den Bergen der Umgegend heimkehren.
Die Kriegekantine wurde am Samelagalend
im Wintergarten des Hotels „Deutscheo
Haus“ eröffnet. Schon um 5 Uhr war
zahlreicher Besuch anwesend, der sich bald so
steigerte, daß alle Plätze dicht besetyzt waren. Am
Sonntag, nachmittags und abends, herrschte
überaus starler Andrang, sodaß nicht alle Platz
finden konnten. Der um vier Pfennige billigere
Vierpreis und der Reiz der Neuheit hal eben
zahlreiche Besucher angelodt. Das zum Ausschank
gelangende Bier war gut und fand leicht
Abnehmer. Die Speiselarte ist dem Charakter
des neuen Unternehmens angepaßt. ie wir
erfahren, wurde auch der Ausschank über die
Strahe fleihig aufgesucht. Am Samstag und
Sonntag ging in der Kantine, wolche durch die
schönen Räume des Mintergartens ein gutes
Gepräge erhält, ein flottes Geschäft.
Handel, Jndustrie und Gewerbe.
Baumwollspinnerei Kolbermvor.
In der Sitzung des Aufsichtsrates am 15. ds.
ts. wurde die Bilanz pro 1915 im. Vorage
gebracht. Nach Abzug von 346 232 Mk. (i. J
274615 Mk.) Amortisation, Sypothekzinsen und
aller vertragsmäßigen Zuweisungen frgi sich
ein Reingewinn von 711 451 Mk. (#i. V. 151 553
Mk.), s noch 75T Vortreg vom orsahre von
131 619 M('. (i. V. 142221 Mk.) ko Der
auf 17. Februar 1. . ein berlfenden- to
ralversammg oll in Vor t gebrachtuerden:
180000 ., gleich 9 Proz. dende
(i. V. 7 Proz.) zu vlgaice 100 000 *52“ als
Reserve für Kriegsgewinnsteuer und andere
—
"“