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Geltung kommen soll. Es wird aber sehr schwer sein, den Provinzen,
den Bundesstaaten und ihren Bevölkerungen das klar zu
machen: der Krieg ist unvermeidlich, er muß sein. Man
wird fragen: Ja, seid Ihr denn dessen so sicher? wer weiß?
Kurz, wenn wir schließlich zum Angriff kommen, so wird das
ganze Gewicht der Imponderabilien, die viel schwerer wiegen
als die materiellen Gewichte, auf der Seite unserer Gegner
sein, die wir angegriffen haben. Das „heilige Rußland“
wird entrüstet sein über den Angriff. Frankreich wird bis
an die Pyrenäen hin in Waffen starren. Ganz dasselbe wird
überall geschehen. Ein Krieg, zu dem wir nicht vom Volkswillen
getragen werden, der wird geführt werden, wenn
schließlich die verordneten Obrigkeiten ihn für nöthig halten
und erklärt haben; er wird auch mit vollem Schneid und vielleicht
siegreich geführt werden, wenn man erst einmal Feuer bekommen
und Blut gesehen hat. Aber es wird nicht von Hause aus der Elan
und das Feuer dahinter sein wie in einem Kriege, wenn
wir angegriffen werden. Dann wird das ganze Deutschland
von der Memel bis zum Bodensee wie eine Pulvermine
aufbrennen und von Gewehren starren, und es wird
kein Feind wagen, mit diesem furor teutonicus, der sich bei
dem Angriff entwickelt, es aufzunehmen. (Bravol) Diese
Ueberlegenheit dürfen wir uns nicht entgehen lassen,
selbst wenn wir, was viele Militärs, nicht nur die unserigen,
annehmen, jetzt unseren künftigen Gegnern überlegen sind.
Die unserigen glauben das alle: natürlich, jeder Soldat
glaubt das; er würde beinahe aufhören, ein brauchbarer
Soldat zu sein, wenn er nicht den Krieg wünschte und an
seinen Sieg darin glaubte. Wenn unsere Gegner etwa vermuthen,
daß es die Furcht vor dem Ausgange ist, der uns
friedfertig stimmt, dann irren sie sich ganz gewaltig. (Sehr
richtigl) Wir glauben ebenso fest an unseren Sieg in gerechter
Sache wie irgend ein ausländischer Lieutenant in seiner Garnison
beim dritten Glase Champagner glauben kann (Heiterkeit),
und wir vielleicht mit mehr Sicherheit. Also es ist nicht
die Furcht, die uns friedfertig stimmt, sondern gerade das
Bewußtsein unserer Stärke, das Bewußtsein, auch dann,
wenn wir in einem minder günstigen Augenblicke angegriffen
werden, stark genug zu sein zur Abwehr und doch die
Möglichkeit zu haben, der göttlichen Vorsehung es zu überlassen,
ob sie nicht in der Zwischenzeit doch noch die Nothwendigkeit
eines Krieges aus dem Wege räumen wird.
Ich bin also nicht für irgendwelchen Angriffskrieg, und
wenn der Krieg nur durch unseren Angriff entstehen könnte —
Feuer muß von irgend jemandem angelegt werden, wir
werden es nicht anlegen — (Bravol) nun, weder das Bewußtsein
unserer Stärke, wie ich es eben schilderte, noch das