größte Theil der Franzosen mußte Böhmen räumen; die übrigen
warfen sich in die Festung Prag.
5. 8.
In Prag bielten sich die Franzosen 6 Monate. Ein frifsches
französisches Heer sollte ihnen zu Hülse kommen und die belagerte
Stadt entsetzen. Doch es war nicht möglich. Mit Noth entkamen
die Franzosen aus Prag nach Deutschland. Nur das Städtchen
Eger war noch von ihnen besetzt. Alles übrige kam in die
Gewalt der Oesterreicher.
S. 0.
Unterdessen saß Karl Albrecht in Frankfurt, als Kaiser und
König gekrönt, und seines eigenen Landes beraubt. Die Ereignisse
in Böhmen verschafften Bapern einige Vortheile. Den Oberbefehl
vertraute Ulbrecht dem General Seckendorf, der im Türkenkriege
als kaiserlicher General gedient hatte. Dieser sammelte.
einige Streitkräfte, und drängte die Oesterreicher bis an den Inn zurück,
so daß Albrecht nach München, zur allgemeinen Freude
der Bewohner zurückkehren konnte, 1745. Allein die Franzosen,
die Verbündeten Bayerns, Oesterreichs Erniedrigung nicht
aufrichtig wünschend, unterstützten den klugen Seckendorf allzuwenig,
und zogen sich zurück; und dieser, mit seinen tapfern
Bayern allein, war allzuschwach den Oesterreichern zu
widerstehen, die im Frühling des Jahres 1745 mit verstärkten
Kräften vordrangen. Am 0. Mai 1745 ward Minuzzi bei Simbach
in Seckendorfs Abwesenheit von den Oesterreichern mit überlegener
Macht angegriffen und geschlagen. Der Kaiser muß wieder
aus München fliehen. Die Oesterreicher überschwemmten
Bapern zum zweitenmal. Seckendorf zieht sich bis Wemding zurück,
die Franzosen bis an den Rhein. Die Oesterreicher bekommen
dießmal auch alle festen Plätze, selbst Ingolstadt und Braunau.
Sie setzen zu München eine eigene Landes-Administration ein, und
Maria Theresia empfängt den Interims-Huldigungs-Eid.
. 10.
In dieser unglücklichen Lage wendete sich Karl Albrecht an
den klugen Friedrich II. von Preußen. Dieser wußte wohl, Maria
Theresia würde ihm das nicht lassen, was sie aus Noth im Frieden
zu Breslau abgetreten, und daß er von ihr nach dem Ende des