Inhaltsverzeichnis : Königlich Württembergisches Staats- und Regierungs-Blatt vom Jahr 1807. (2)

Nro.  2.  1  Sox.

Koniglich  Württembergisches

Skgaks=  und  Regierungs-Blakt.

Donnerstag,  s.  März.

 

 

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Cabin.  Minist.  Resol.  Die  Aufhebung  des  Botenwesens  betr.  27.  Jan.  1807.

Seine  Königliche  Majestät  haben  durch  allerhöchste  Cabinets-Ministerial-Resolution
  vom  27.  Jan.  d.  J.  zu  befehlen  geruht,  daß  das  bisher  im  Reich  bestandene  Botenwesen
  dergestalt  ganz  aufgehoben  und  beschränkt  werd-#  soll,  daß

1)  auf  den  bereits  im  Reich  bestehenden  Königlichen  Post-Routen  von  Lichtmeß  d.  J.  an,
weder  gehende,  reutende  oder  fahrende  Ordinari-Boten  mehr  geduldet  werden  sollen;

2)  daß  auf  den  neu  anzulegenden  Post-NRouten  eben  diese  Verfügung  von  Georgii  d.  J.
an  statt  finden  soll;  daß  mithin

3)  alle  bisher  nach  Stuttgart,  Ludwigsburg,  Tübingen,  und  andern  Städten  des  Reichs
herab=  und  hinaufgegangene  Boten  von  jenen  Terminen  an,  ganz  cessiren,  und  ihren  Botenlainf
dorthin  nicht  mehr  nehmen,  sondern  daß

4)  künftighin  nur  eigentliche  Amtsboten  bestehen  sollen,  welche,  unter  der  speciellen  Aufsicht
des  Kreis-Ober  oder  Staabs-Amts  stehend,  von  einem  Orte,  an  welchem  sich  keine  Post  besindet,
  die  Briefe,  Gelder  und  Pakete,  dieses  und  der  benachbarten  Orte  bis  auf  die  zunächstgelegene
  Poststation  bringen,  ste  zur  weitern  Beförderung  an  das  Postamt  abgeben,
und  von  demselben  gegen  Bezahlung  des  Post-Porto  diejenige  Briefe  entgegen  nehmen  sollen,
welche  nach  ihren  von  der  Post-Route  abgelegenen  Amts=  Orten  gerichtet  sind,  so  wie  es
nun  #

5)  Sr.  Königlichen  Majestät  allerhöchste  Intention  ist,  daß  die  Anstellung  dieser
Amts-Boten  von  den  Beamtungen  selbst  besorgt  werde,  so  wollen  Allerhöchstdieselben
  jedoch,  daß  bei  Anstellung  derselben  vorzüglich  auf  die  ehevorigen  Boten  Rücksicht  genommen
  werde;  daß  sodann  auch  die  Kreis-Ober=  und  Staabs-Aemter  genau  darauf  achrem
sollen,  daß  diese  Amts=  Boten  keine  Unterschleife  begehen,  die  Briefse  regelmäßig  und  ordnungsmäßig
  auf  das  zunächstgelegene  HPostamt  abliefern,  und  respect.  von  demselben  entgegennehmen,
  auch  das  dafür  zu  zahlende  Porto,  gegen  den  ihnen  von  den  Empfängern  oder  Abgebern
  der  Briefe,  Gelder  und  Pakete  zu  leistenden  Ersatz,  sofort  an  das  Postame  entrichten;
wobei  endlich

6)  fsämtliche  Beamtungen,  so  wie  die  Polizei-Behörden  in  den  Königlichen  Residenzen
und  andern  Städten  genau  zu  invigiliren  haben,  daß  keine  Art  von  Bestellung  der  Briefe,