Full text : Königlich Württembergisches Staats- und Regierungs-Blatt vom Jahr 1813. (8)

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Sauerbronnen.
Finden  sich  in  der  Rähe  saure  Quellen,  wie  z.  B.  in  Kannstadt,  Berzz  Göppingen,
  Deinach  u.  s.  w.,  so  gewöhne  man  das  Rindvieh,  so  bald  als  möglich,  daran,
Und  wähle  besonders  diejenige  Quelle  aus,  welche  am  meisten  gelbe  Erde  absetzt.

Gillwurzstecken;  Elterbänder.

Häufige  Erfahrungen  haben  gezeigt,  daß  Rindvieh,  welchem  man  bei  Zeiten  Gillwurz
  gesteckt,  oder  Eiterbänder  gezogen  har,  bei  übriger  vernünstiger  Behandlung  entweder
  ganz  frei  von  der  Seuche  geblieben,  oder  wenigstens  gut  durch  dieselbe  gekommen
  ist.  Man  unternehme  daher  bei  Zeiten  diese  oder  jene  Operation,  wo  möglich
selbst,  lasse  sie  aber  ja  nicht  von  Leuten  vornehmen,  die  mit  krankem  Vieh  umgehen.

Um  die  Gillwurz  zu  stecken,  bedienr  man  sich  eines  gewöhnlichen  Pfriemens,  sticht
diesen  längst  der  Haut  in  den  Wampen,  (auch  Vommel,  oder  Triel,  oder  Halslappen
genannt,)  bringt  in  die  gemachte  Oeffnung  ein  Stückchen  Gill=  oder  schwarze  Nießwurz
ein,  und  erhält  die  Geschwulst  und  das  darauf  entstehende  Geschwür  durch  jeweiliges
Einreiben  einer  Mischung  "

(Nr.  1.)  aus  einem  Theil  Leinöl  und  zwei  Theilen  Terpentinbl.

Zum  giehen  eines  Eiterbandes  bedient  man  sich  einer  starken  Packnadel,  fädelr  in
diese  einige  starke  Schnüre,  wozu  man  abgenutzte  Seile  gebrauchen  kann,  sticht  die
Packnadel  so,  daß  die  gekrümmte  Spiße  nach  außen  zu  gekehrt  ist,  in  die  Haut  des
Halslappens,  ziehr  sie  5—6  Zoll  längst  und  unter  der  Haut  durch,  bringt  sie  wieder
heraus,  befestigt  beide  Enden  der  Schnur  und  schmiert  sie  zjuweiles  mit  dem  Oel  Nr.  1
ein.  Komnt  keine  beträchtliche  Geschwulst,  so  lasse  man  folgende  Salbe  bereiten:

(Nr.  a.)  Man  nehme  Euphorbienharz,  gemeinen  Terpentin,  von  jedem  :  Loth,

Schweinen-Schmalz  3  Loth,
rühre  es  tüchtig  untereinander,  und  schmiere  damit  des  Tages  zweimal  die  Schnüre
ein,  bis  beträchtliche  Geschwulst  kommt.  .

Ebenso  kann  man  sich  auch  des  bei  Pferden  gewoͤhnlichen  Ledersteckens  am  nemlichen
  Ort  bedienen;  noch  leichter  ist  es,  wenn  man  nur  in  den  Halslappen  einige
Schnitte  macht,  diese  des  Tags  1—emal  mit  der  Salbe  Nr.  2  einreibt,  und  sie  wieder
erneuert,  sobald  sie  zu  heilen  anfangen.

Die  Geschwüre,  sie  mögen  auf  die  eine  oder  die  andere  Art  hervorgebracht  worden
seyn,  unterhalt  man  so  lange,  als  die  Gefahr  einer  Ansteckung  dauert.

Aderlassen.  -

Des  Aderlassens  als  Vorbeugungsmittels  bedient  man  sich  nur  alsdann,  wenn  sich

entzündliche  Krankheiten  unter  dem  Rindvieh,  unabhängig  von  der  allgemeinen  Seuche

zeigen,  wie  z.  V.  Lungenem  zündungen,  die  man  im  ersten  Anfang  der  Krankheit  als

solche,  und  vorzüglich  dadurch  erkennt,  daß  ein  solches  Thicr,  wenn  es  in  den  ersten

Tagen  der  Krankheit  niedergestochen  wird,  schon  entzündete  oder  sogenannte  faule  Lungen
  hat,

Larieren.  -
Alsdannistcgauchgut,gelindeAbführungsmittel,wies-B.z-«—1  Pfund  Fried-