Volltext : Spittler’s sämmtliche Werke. Sechster Band. (6)

119

wegen  Verwendung  der  verwilligten  Gelder  zu  sichern,  daß
nicht  in  taͤglichen  Ausgaben  aufgezehrt  werde,  wovon  man
die  schreiendsten  Glaͤubiger  befriedigen  sollte.  Im  Deisierlande
  wurde  ein  staͤndischer  Ausschuß  verorduct,  der  eigene
Schatzschreiber  wählen,  die  Einziehung  der  verwilligten  Gelder
  und  ihre  Verwendung  zum  Abtrag  der  Schulden  besorgen
  sollte,  und  nur  der  siebente  Theil  der  jährlichen  Einnahme
  wurde  dem  Fuͤrsten  zu  seinen  besondern  Ausgaben
überlassen.  So  wurden  die  drängendsten  Schulden  bezahlt,
aber  ehe  auch  noch  die  Hildesheimische  Stiftsfehde  ausbrach,
so  manche  neue  Quellen  von  Einnahmen  erdffnet  5),  und
neue  Zölle  zur  großen  Beschwerde  der  Städte  angelegt  wurden,
  so  glücklich  jede  Fehde  gegen  die  Grafen  von  Hoya  und
Schaumburg  und  andere  kleine  Kriege  vollführt  worden  73),

*)  Die,  Stadt  Hannover  machte  sich  1518  durch  ein  Geschenk  von
300  Rh.  Gulden  von  der  Steuer  los,  welche  die  Landstände
zwischen  Deister  und  Leine  auf  mehrere  Jahre  wieder  verwilligt
hatten.  S.  Erichs  Revers  für  die  Stadt  Hannover  vom  10.
Nov.  1518.

**)  Den  ganzen  Zusammenhang  der  Fehden  mit  den  Grafen  von
Hoya  erzählt  am  besten  solgendermaaßen  Koch  Pragm.  Brschw.
Gesch.  S.  343.  f.  Noch  vor  der  Regierung  Herzog  Erichs  waren
  vielfache  Streitigkeiten  mit  den  Grasen  von  Hova,  die
wegen  gewisser  Besitzungen  Vraunschw.  Luneburgische  Pasallen
waren,  und  daher  ihren  Vertrag  wegen  Erbfolge  und  Zulammensetzung
  ihrer  Lande  nicht  ohne  Einwilligung  dieses  Haules
1459  hatten  schliehen  sollen.  Da  nun  im  Jahr  1500  der  Wolsenbuttelsche
  Prinz  Christoph  Coadiutor  des  Bremischen  Erzstifts
  wurde,  so  erhielten  durch  ihn  die  Herzoge  von  Lüneburg
und  Wolfenbüttel  wichtige  Anwartschaften  auf  den  Fall  des
Aussterbens  einer  Linie  der  Grafen  von  Hopa,  und  der  Herzog
von  Luneburg  erbielt  noch  befondere  kaiserliche  Erpectanzbriefe
auf  Hovische  Besitzungen.  Der  Fall  trat  ein,  aber  ein  Agnate
Graf  Jobsi  von  Hopa  widersetzte  sich  der  Besitzurhmung,  Vergleiche
  wurden  150.  und  1507  geschlossen,  da  aber  der  Vischof