Full text : Königlich Württembergisches Staats- und Regierungs-Blatt vom Jahr 1814. (9)

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Hoch-  und  Wohlloͤbl.  obrigkeitliche  Behoͤrden  geziemend  ersucht,  auf  diesen  Deserteur  fahnden,  ihn  auf
Betrecen  arreticen,  und  wohlverwahrt  an  die  unterzeichnece  Stelle  einliefern  zu  lafsen.  Den  z7.  Mai
1814-  Kön.  Oberamt.

Weinsberg.  Chrlistian  Brodbek  von  e  ist  von  dem  Königl.  leichten  Infanterie-Regiment
  Nr.  10.  auf  dem  Marsch  nach  Carl  in  Frankreich  desertirt.  Alle  obrigkeitliche  Bebhörden  werdem
  ersucht,  auf  denselben  zu  fabnden,  ihn  im  Betretungsfall  zu  arretiren,  und  entweder  an  das
nächste  Militair,  Commändo  oder  an  dasseitiges  Obeccamt  einzuliefern.  Den'  ꝛd  ghei  -

on.  tramt  ·

 

Horb.  Es  wurde  von  der  unterzeichneten  Stelle  dekannt  gemacht,  daß  in  den  zur  Amtsschreiberei
  Weittenbutg  gehoͤrigen  Ortschaften  die  Unterpfands-  Buͤcher  renovirt  werden,  und  die  Glaubiger
  zugleich  aufgefordert,  ihre  Obligationen  innethalb  3  Monaten  der  Amtsschreiberei  entweder  im
Driginal  oder  didimirter  Abschrift  zu  uͤbergeben.  Da  nun  dieser  peremtorische  Termin  bereits  verfloßen
  ist,  und  man  zu  vermuihen  Ürsache  hat,  daß  noch  aus  manchen  Ortschaften  Odligarionen  fehlen,
  so  wird  hiemit  nochmalen  ein  endlicher  Termin  von  6  Wochen  unter  Hinweisung  auf  die.  erste
Bekanntmachung,  zur  Eingabe  der  noch  ruͤkständigen  Obligalionen  anberaumt,  mit  dem  Bemerken,
daß  diejenige,  welche  diesen  Termin  abermals  fruchtlos  verstreichen  laffen,  fich  selbst  zuzumcssen  haden,
  wenn  ihre  Forderungen  bei  der  Renovation  nicht  beruͤksichtigt  werden.  2n9%  150  Jun.  1814.

n.  eramt.

Waldsee.  Caspar  Rieger,  vormaliger  Apotheker  von  Waldsee,  welcher  wegen  freventlichen
Reden  in  Untersuchung  gestanden,  hat  sich  mit  seinem  17jäbrigen  Sohn,  Benedike,  ein  Uhrenmacher,
fluchtig  gemachr.  Derlelbe  kann  sich  mit  nichts  anders,  als  etwa  mit  einem  Apotheker,  Diplom  ausweisen.
  Alle  Löbl.  Cioil,  und  Militair,  Behörden  werden  daher  geziemend  ersucht,  auf  diesen  Flücheling
  genau  fahnden,  und  ihn  im  Betretungsfall  gegen  Ersaz  der  Kosten  an  unterzeichnete  Etelle  einliesern
  zu  lassen.  Signalement.  Derfelbe  ist  49  J.  alt,  mittlerer  Statur,  schwarsgran  vermischte  Haaren
  und  Bart,  runde  Stirne,  graue  Augen,  große  Nase,  breiten  Mund,  schlechee  Zähne,  rundes
Kinn,  eingefallene  Wangen.  Dessen  Sohn  Bengedikt,  17  J.  alt,  schlanker  Statur,  drauner  Haare
und  Augbraunen,  graue  Augen,  blatternarbigten  Angesichts,  hohe  Stirne,  stumpofe  Nase,  gute  Zähne,
  mittlern  Mund,  rundes  Kinn.  Den  a7.  Jun.  1814.  Kön.  Oberame.

Rottenburg  am  Nekar.  Der  in  dem  biesttn  Köänigl.  Jwangs,  Arbeits  =  Instleuc  befindlich
gewesene  freiwillige  Arbeiter,  Egidius  Haug  von  Hurschau,  difseitigen  Oberame##,  ist  heute  Mi-ctag
von  seinem  Ausgang  niche  mebr  zurükgelommen.  Dieser  tandstumme  Mensch  ist  33  Jahr  alt,  6  Fustl
gros,  untersezter  Statur,  röcthlichten  Angeslches,  dunkelbrauner  Haare,  niederer  Stirn##,  dunkelbrauner
  Augbraunen,  grauer  Augen,  dicker  Nase,  voller  Wangen,  großen  Mundo,  aufgeworfener  #ippeen,
  angelaufener  Zähne,  schwachen  Barts,  schmaten  Kinns,  und  breiter  Schuleern.  Bei  seinem
Auégeben  trug  er  eine  lederne  Kappe,  ein  weis  zwilchenes  Haus'  Wammes,  und  darüber  eine  grau
rüchene  Weste,  lange  weis  zwilchene  Beinkleider,  Schuhe  und  braunlichtes  baumwollenes  Halstuch.
Alle  obrikeirliche  Behörden  werden  geziemend  ersucht,  auf  diesen  Menschen  zu  fahnden,  ihn  auf  Betreten
  arretiren,  und  wohlverwahrt  4  liefern  zu  lassen.  Den  5.  Jul.  1814.  K.  Oberamt.

Gtutegart.  Am  3.  Juli  wurde  in  dem  Walde  zwischen  Degerloch  und  Plieningen,  in  der
Nähe  des  Fußpfades,  welcher  zum  leztern  Orte  führt,  in  einer  Schachcel  ein  neugebohrnes  todtes
Kind  gefunden,  das  nur  mit  einem  Leintuche  obne  Jeichen  umwikelt,  bereits  hingegen  so  sehr  in
Eäulnitz  übergegangen  war,  daß  dessen  Geschlecht  nicht  mebr  erkannt  werden  konnte,  und  bei  der
u#rsten  Berührung  des  keichnams,  derfelbe  in  Stückchen  zerstel.  Da  man  disseles  durchaus  auf  keine
  Spur,  wie  solches  Kind  an  jene,  Stelle  gekommen,  geleitet  werden  kann;  so  iß  die  oͤfsentliche
Bekanntmachung  dieses  Vorfalls  nöthig,  damit  auch  die  benachbarten  Könisl.  mits  /  Behoͤrden
Rachforschungen  hieruͤber  anstellen,  und  die  Auskundschafiung  der  Mutter  jenes  Kindes,  sich  angelegen
  seyn  lassen  mögen.  Den  6.  Jul.  1814  Kön.  Amts,  Oberamt.