Full text : Königlich Württembergisches Staats- und Regierungs-Blatt vom Jahr 1814. (9)

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Abbtsgemündt,  Oberamts  Aalen.  Die  unterzeichnete  Beamtung  wurde  allergnaͤdigst  legimitt,
  das  untet  ihrer  Aufsicht  Kehende  herrschaftliche  Wohnhäuschen  bel  Rieder  Alfingen,  welches
cbemals  die  Wohnung  eines  Kohlenschreibers  war,  im  öffenelichen  Aufstreich  zu  verkaufenz  hiezu  ist
nun  Wontag  der  7.  Rov.  bestimme,  an  welchem  Tage  Nachmittogs  2  Uhr  die  Kaufsliebhaber  mie
den  erforderlichen  Vermögens,  und  Prädikats,  Beusrugen.  versehen,  im  Adlerwirthshause  zu  Hüttlingen
  sich  einfinden,  und  der  Verbandlung  anwohnen  können:  das  Wobnhäuschen  selbst  aber  kann  in
der  Soischeweil  täglich  eingesehen,  und  das  weitere  in  Hinsicht  der  Verkaufs=  Bedingungen  erfahren
werden  bei  der  ·  Kontgl.·HutteniAmcherwaltungAbdtsgecuuntr.

.LatchingemMünsinwohnekaDadizkürzlichgeschehcneBekleidnngdcrhicsigcaSomi
mer,  Schaafweide,  welche  im  Jahr  1815.  675  Stäk,  in  sedem  der  beeden  folgenden  Jahre  aber  850
Stük  erträgt,  nicht  genehmige,  sondern  allergnädigst  verordnet  worden,  daß  eine  nochmalige  Verlei,
hung  vorgenommen  werden  solle,  so  wird  dieses  andurch  zur  allgemeinen  Wissenschaft  mit  dem  Bemerken
  gebrache,  daß  die  Bestands,  kiebhaber  sich  den  7.  Nov.  Morgens  9  Uhr  auf  dem  Rathhauß
in  Laichingen  cinzufinden  haben.  Den  14.  Okt.  1314.  Kön.  Oberamt  Münfingen.

Zwiefalten.  Mit  der  bercschaftlichen  Wagnerei  dahier,  bestehend  in  #  beibaren  Werkstätte,
2  Geräthkammern  und  vollständiger  Wohnung,  wird  infolge  allerhöchsten  Befchls  vom  4.  Aug.  d.
J.  ein  nochmaliger  Verleihungs,  Versuch  bis  Montag  den  31.  Okt.  Vormittags  9  Uhr  gemacht  werden.
  Dieg  wird  mit  dem  Andang  bekannt  gemacht,  datz  die  Verbandlung  (m  Cameralamtlichen  Bureau
  ver  sich  gehe,  und  die  Liebhaber  hiezu  obrigkeitliche  Jeugnisse  über  Prädikat  und  Vermägen
beizubringen  haben,  auch  der  Beständer  eine  Caution  von  too  fl.  Capital,  oder  150  fl.  Güterwerth
einlegen  müsse.  Den  15.  Olkt.  1317.  Kön.  Cameralamt  Jwiefalten.

Stuttgart.  Johann  Chüristoph  Rist,  Candltor,  und  Cbristian  Gottleb  Rbeinwalb,  Eartler,
  von  hier,  werden  hiemit  zum  zweitenmal  vorgeladen,  innerbalb  4  Monaten,  sich  zur  Conseription
dahier  zu  stellen,  indem  sie  sonst  die  Conßseation  hres  gegenwärtigen  und  zukünfeigen  Vermägens,
und  bei  verspäterer  Rükkehr  noch  körperliche  Bestrafung  oder  Einkheilung  beim  Militair  mit  verläns
gerter  Capitulations,  Zeit  zu  gewarten  haben.  Den  19.  Oke.  1814.

Kön.  Conscriptions,  Commisston  der  Restdenzstade  Stuttgare.

Marbach.  Der  bei  dem  Königl.  Leib=  Infanterie  Regimene  Nr.  1.  gestandene  Gemeine,  Jobann
  Gottlieb  Mößner,  gebürtig  aus  Gronau,  ist  den  6.  Ang.  d.  J.  autz  der  Garnison  S#turegart
desertirt.  Se  Ist  25  J.  alt,  6  Fuß  1  Joll  groß,  hat  braune  Haare,  hohe  Stirne,  braune  Augen#
großen  Mund,  länglichtes  Angesicht.  Sämctliche  Königl.  Bebörden  werden  nun  gesiemend  Ersuche
auf  diesen  Oeserteur  zu  fahnden,  ihn  im  Belretungsfall  arrekiren,  und  entweder  an  dat  Konigl.  Regiments-Commando
  zu  Stuttgart,  oder  zum  hiesigen  Oberamt  cinliefern  zu  lassen.  Den  J7.  Okt.
1814.  Kön  Oberamt.

 

 

Herrenberg.  Johann  Marein  Gengenbach,  Schmidknecht  bon  Oeschdbrons,  hießigen
Oberan#s,  welcher  unter  desonderer  polizctlichen  Auf#cht  seines  vorgesezten  Schulkheissenamts  wegen
seiner  Verrüktdeit  stand,  bat  sich  des  strengen  Verbots  ungeachtet  aus  seinem  Geburtsort  entsernt,
und  irrt  nun  aller  Wahrscheinlichkeit  nach  im  Königreich  herum.  Die  Kenigk.  Cioil,  usd  Milicair=Behörden
  werden  geziemend  ersucht,  nach  demselben  zu  fahnden;  ihn  im  Betretungsfall.  zu  arretiren,
und  an  das  hiesige  Oberamt  per  Gensdarmerie  einzuliefern.  Gengenbach  tragt  vermuthlich  ein  Felleisen

  mit  mehreren  Kleidungsstücken  und  einigen  allen  Kumschaften  bei  sich,  und  ist  an  einem  por
cellanenen  Tabaké-Peeiffenkopf,  auf  dessen  Vorderseire  ein  Mädchen  gemable  ist,  die  er  für  das
Ebenbild  seines  Mädchens  ausgiche,  röksichtlich  seiner  Narrheit  leunbar.  Er  hat  die  fire  Idce,  daß
ecr  nicht  von  dieser  Welr,  sondern  alns  Engel  von  Gokt  auf  die  Welt  gesandt  sei.  Eignalement:
Gengenbach  ist  32  J.  alt,  s  Kuß  11  Joll  groß,  robuner  Statur,  hat  braune  Haare,  hobe  Stirnc,
blaue  Augen,  proportionirte  Rase,  mittlern  Mund,  gute  Zähne,  sbiziges  Kinn,  ovales  Gesiche,  und
draunlichte  Gesschtsfarbe,  gerade  Beine,  ohne  sichtbare  Gebrechen.  Den  12.  Dft.  1814.
Kon.  Oberamt.