Full text : Weltkrieg und Gottesreich.

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flehen  miteinander  von  Zhm  den  Sieg.  Sie
singen  auch  miteinander,  singen  z.  B.  den  46.  Psalm
bzw.  Luthers  gewaltiges  Sturm-  und  Trutzlied.

Wo  hinaus  soll  das?  Ich  meine:  Katholiken
und  Protestanten  wollen  und  können  einander  näher
kommen,  wenn's  die  Theologen  und  Haarspalter
und  Hetzer  nicht  hintertreiben.  Und  sie  werden  es  —
wenn  Gott  Gnade  gibt  —  nicht  zu  hintertreiben  wissen.
Der  große  Katholik  Görres  hat  das  starke  und  schöne
Wort  gesprochen:  „Wir  alle,  Katholische
und  Protestantische,  haben  in  unsern
Bätern  gesündigt  und  weben  fort
an  der  Webe  menschlicher  Irrfsal,  so
oder  anders.  Keiner  hat  das  Recht,
sich  in  Hoffart  über  den  andern  hinauozusetzen,
  und  Gott  duldet  es  von  keinem,
  am  wenigsten  bei  denen,  die  sich
seine  Freunde  nennen').“  Wo  wäre  der
denkende  Protestant,  dem  die  eine  Herde  unter
dem  einen  Hirten  eine  heilige  große  Sehnsucht
ist,  der  solch  ein  Wort  stolz  zurückzuweisen  wagte!
Es  ist,  so  hoffe  ich,  bei  uns  kein  namhafter  Theologe,
der  heute  zu  behaupten  wagte,  daß  unserseite  nicht
gesündigt  worden  sei.

Und  nun?  Die  alte  Wunde  darf  doch  nicht  in
Ewigkeit  eitern.  Wodurch  mag  sie  heilen?  Worte
und  Gedanken  haben  uns  getrennt,  Worte  und
Gedanken  können  uns  einander  wieder  näher  führen.
Und  zwar  sind  m.  E.  wir  Protestanten  als  die  jüngeren
die  erstberufenen,  die  Sünden  zu  bekennen.  Tun  wir
das  tapfer  und  wahrhaftig,  so  werden  sich  vielleicht

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6  )  **2  ix  1  Bille  *-i  7*71  a.  O.  S.  220.