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Anfang der Sitte in Betracht kommt. In all den mir bekannten
Fällen ist dieser Grund aber nirgends mehr zutrefsend.
Die Betressenden behaupten sämtlich, sie möchten
nicht mehr zu Frankreich zurlck. Wären sie offen Protestler,
so könnte man ihren Standpunlt zwar mißbilligen,
aber man müßte ihn achten als den von Leuten, die
wenigstens wissen, was sie wollen. So aber beruht der
Götzendienst, den sie mit Ihrer Sprache treiben, auf lauter
Gedankenlosigkeit, Herdeninstinkt, Pantoffelheldentum, Sucht,
vornehm zu scheinen, durch Verbergung der Wahrheit äußere
Vorteile zu erwerbenu, und was der niederen unsozialen
Triebe mehr sind. Kurz, es sind lauter Gesinnungen, die
Sie selbst im Kampf um die sittliche Hebung Ihres eigenen
Volkes, der, wie Sie wissen, meine wärmste Teilnahme hat,
bekämpfen müssen. #
Was die Selbstbestimmung der Bölker anlangt, so
llingt der Gedanke zunächst sehr verlockend. Indessen
1 Sie zugeben, daß mancher Einzelmensch schon dadurch
sein Glück gemacht hat, daß irgendwo in einem entscheidenden
Augenblick seines Lebens sein Wille nicht durch
Veng. Zur zweckmäßigsten Selbstentscheidung eines Bolkes,
doch in Wirklichkeit Entscheidung nach dem Willen der
Wi würde eine Einsicht gehören, die die träge Masse
des Bolkes meist nicht besitzt. Wenn ich letzten Sommer,
als wir zusammen von verschiedenen sozialen Resormen
sprachen, die Sie für Ihr Baterland erstreben, Ihnen
mehrmals zu Ihrem Erstaunen sagen konnte: „Das haben
wir bereits", so hängt das — damit zusammen, daß
wir nicht ganz so demokratisch regiert werden, wie Sie.
Ich teile daher nur Ihre sozialen, nicht aber auch Ihre
demokratischen Ideale.
Daß mit dem Hochdeutschen auch Bildungsschwindel
möglich ist, gebe ich Ihnen gern zu. Indessen ist nicht
jeder Gebrauch des Hochdeutschen Bildungsschwindel. Wenn
ich, als ich vor 18 Jahren hirrher kam, meine Mühlbacher
Mundart gesprochen hätte, wäre ich von niemand ordentlich
verstanden worden. Hätte ich aber eine gebildetere Mundart,
etwa Straßburgisch oder eine mir von haus aus fremde
Mischmaschsprache geredet, so wäre das auch eine Art Bildungsschwindel
gewesen. Darum sprach ich in den ersten
drei Jahren uur die Sprache, die die Leute auch in der
Kirche von mir zu hören bekamen, und in der sie selbst
ausschließlich schreiben und lesen. Die Schriftsprache kommt
eben auch als bequeinstes Verständigungsmittel zwischen
Leuten von verschiedener Mundart in Betracht. Wenn man