Contents : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

Rosenh

 

 

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dGernsprechter:  Berlag  unb  —  Nr.  72;  Inseran-A####llung  N..  1

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Schat  orr  Anzelgen-Amahun=  1  Uh,  antlugs.

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Ros  enheimer  Tagblakt

Amlliches  Publikatlions-Organ

 

Nummer  112  T  Natholisq:  Serbalius

Samstag,  13  Mai  1916

Patestenttsch:  Serdatius  "  62.  Jahrgaug

Vor  dem  Bruch  des  Vierverbandes  mit  Griechenland?

Die  Bedeutung  der  Kaͤmpfe  vor  Verdun.  —  Seit  dem  4  Mat  an  der  Hoͤhe  304  insgesamt  53  französiscke  Offtziere  und  1  515
Mann  gefangen:  —  Russische  Offer  sibplaͤne  in  Ostgalizien.  —  Menternde  litaltentsche  Truppen.  —  Weitere  türlische  Exfolge
im  Kankasus.

Die  Kriegslage.

MITB.  Großes  Hauptgquartier,  den
1  .  Mai,  vormittags.  Amtlich.

westsicher  Kriegsschauplatf.

Sudostlich  des  Hohenzollernwerles  bei  Hul
lud,  Nucm#en  pfälzische  Bataillone  mehrere  Li
nien  der  englischen  Stellungen.  Bisher  wur
ren  127  unrermundele  Gefangene  eingebracht
und  mehrere  Maschinengewel,re  erbeulet.  Der
VEegner  erlilt  außerdem  erhebliche  blutige  Ver
lunc,  besonders  lei  einem  erfolglosen  Gegen
angriff.

In  den  Argonnen  scheilerle  ein  ron  den  Frau-#ien
  unter  Benutzung  ron  Flammenwerfern  un
lternommener  Angriff  gegen  Fille  Morte.

Im  Ma--gebier  herrschte  beiderseits  lebhafte
Arkilleri.“  ciigleit.  Von  einem  schwachen  fran
osischen  Angrifforersuch  im  Thiaumont  Wald
abgesehen,  kam  es  zu  keinen  neunenswerte#
niant#eriehandlungen.

COestlicher  Kriegsschauplatz.

Ein  deulsches  Flugzeuggeschwader  belegte  den
Vahnhof  Horodziesa  an  der  Linie  Braschur
Minel  ausgiebig  mit  Bomben.

Balkankriegsschauplatz.
Keine  besonderen  Ereignisse.
Oberste  Heeresleitung.
„  ½#  „"„
Der  amtlisse  österreichische  Beric#st,

WITB.  Wien,  11.  Mai.  Amtlich  wird  gemeldet:


Rufsischer  Kriegsschauplatz.
und

Sübsstlicher  Kriegsschauplatz.
Nichts  Neues.

Italienischer  Kriegsschauplatz

Die  erhöhte  Artillerietätigleit  hielt  an  den
meisten  Stellen  der  Front  auch  gestern  an.
Vesonders  lebhaft  war  sie  im  Dolomitenabschnitt
zwischen  Peutelstein  und  Buchenstein.  —  Ein
ilalienischer  Flieger  warf  rormittags  2  Bom,
ben  auf  den  Markt  und  den  Domplatz  von  Görz
ab.  Hierdurch  wurden  2  Zirilpersonen  getötet,
33  verwundet.

Der  Stellvertreter  des  Thefs  des  Weneralstabs:
von  Höfer,  Feldmarschalleutnant.
England  und  Spanien.

Budapest,  12.  Mai.  „Az#  Est“  wird  aus
Sevilla.  berichtet:  England  richtete  am  18.  April
eine  geheime  Note  an  Spanien,  in  der  diese
aufgesordert  wird,  die  in  spanischen  Häsen  liegenden
  deutschen  LCchiffe  zu  ktonfiszieren.  Eng.
land  versprach  Spanien  im  Falle  einer  deutschen
Kriegserklärung  Schutz,  außerdem  sollte  Spanien
  nach  dem  Kriege  Tanger  erhalten.  Die
ir  anische  Regierung  hielt  die  Note  geheim  und
wird  die  englischen  Forderungen  ablehnen.  (Z.)

 

 

  

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Vor  Verdun.

Köln,  11.  Mai.  Zu  den  Kämpfen  bei
Verdun  schreibt  das  Kopenhagener  Blatt  „Po
litilen“":  Es  scheint  alio,  daß  es  auch  weiterhin
der  Wille  des  deutschen  HOceres  isi,  den  einzigen
ihm  ebenbürtigen  Gegner,  das  französicche
Hauptheer,  bei  Verdun  aufzurollen.  Wenn  ihm
dies  mit  erträglichen  Verlusten  auf  der  eigenen
Seite  glückt,  so  ist  der  Wellkrieg  militärisch  ent
schieden.  Die  russischen  Heere  werden  klaum
einem  energischen  deutschen  Vorfloß  widersiehen
lönnen  und  auch  das  englische  Heer  wird  laum
imstande  sein,  den  Alliierten  beizuspringen.

Die  Höhe  304.

Genf,  11.  Mai.  Nach  der  Pariser  offi
ziösen  Darstellung  haben  die  Reste  der  vom
Eipfel  der  Höhe  304  auf  Verlangen  der  Ober
sien  Heeresleilung  zurückgenommenen  französischen
  Abteilungen  gegenwärtig  die  Aufgabe,
den  Südrand  der  Höhe  als  deren  einzigen  noch
französisch  gebliebenen  Teil  durch  gleichzeitig
gegen  Westen  und  Osten  geführte  Unterne#-mungen
  mit  Aufgebot  aller  Kräfte  zu  behaup
ten,  um  den  Gegner  möglichst  lange  ron  der
zweiten  Linie  fernzuhalten.  Irgendwelche  St5=rung
  der  über  einen  großen  Teil  der  Höhe  304
sich  erstreckenden  deutschen  Organisationsarber.
ten  wurde  gestern  abend,  weil  undurchführbar,
nicht  unternommen.  (3.)

Allgemelnes  vom  sitleg.

Die  amerilanische  Note.

Berlin,  11.  Mai.  Jetzt  ist  von  unserem
Auswärtigen  Amt  die  amtliche  Uebersetzung
der  vom  Botschafter  Gerard  überreichten  Nole
der  amerilanischen  Regierung,  die  das  Datum
des  10.  Mai  trägt,  veröffentlicht  worden.  Sie
weicht  ron  der  von  uns  auf  Grund  der  Reuterschen
  Meldung  mitgeteilten  Fassung  nur  ganz
unwesentlich  im  Ausdruck  ab,  inhaltlich  und
auch  dem  Ton  nach  stimmt  sie  Satz  für  Satz

 

 

mil  dieser  überein.  Er  liegqt  allo  lein  Anlaß
ror,  die  Stellungnaume  zur  Nole  zu  ändern.
Wie  wir  horen,  durfte  Deurschland  auf  die
neueile  amerilanische  Note  innachi  leine  Ant.
wort  erteilen,  da  ja  in  der  Nole  leine  Anfragen
enthalten  sind,  die  eine  unmittelbare  Erwiderung
  erforderlich  machen.  (Z.)

Staaten

Bundnis  der  Vereinigten

mit  England?

Mai.  Die  „Deutsche  Tageszeitung."
  !“.  Aus  Anlaß  des  letzten  Noten.
wechsels  zwischen  der  deutschen  Regierung  und
der  Regierung  der  Vereinialen  Slaaten  betr.  den
II  Bootslrieg  weisen  die  Mitteilungen  des
Vereins  für  das  Deutschtum  im  Auslande  auf
das  Mitte  März  1015  in  Newyorl  rerolfenklichte
Werk  des  Herrn  Roland  .  Uiher,  Dr.  phil.,
Professor  der  Geschick  le  an  der  Washin  gion.  Umrersität
  in  St.  Louis,  hin.  Auf  Seitle  420  und
121  dieses  Lucher  finden  sich  solgende  Ausjuhrungen:
  Die  wahre  Politik  der  Vereinigten
Slaaten  hat  daler  ohne  Ir#eijel  in  einem  seften
Bündnis  mit  der  größten  Seemacht  zu  betehen,
die  in  ihrem  eigenen  Interesie  unfere  Verteidi
Zu:  igsschlachten  fur  uns  schlagen  und  als  Cntgeit
  für  unseren  wirtschaftlich  een  Beistand  uniere
berechtigten  Bestrebungen  in  Südamerila  und
im  jernen  Osten  fördern  würde.  Eine  derartige
Verständigung  besiten  die  Vereinigten  Sliaaten
bereits  mit  England.  Kraft  ihrer  sind  wir  heute
maßgebend  in  der  weitlichen  Hemisphäre,  sind
wir  Eigentümer  des  Panamalanales,  die  Be
silser  der  Philippinen  und  üben  starken  Einfluß
aus  in  den  Aggelegenbeilen  des  lateinischen
Amerilas  ..  Durch  ein  folches  Bündnis  haben
xir  bereits  mehr  erreichl!,  als  wir  durch  eine
wahrhast  ungeheure  Rüstung  hätten  erreichen
lönnen.  Die  Seemacht  ndr  in  der  Lage,  uns
zu  geben,  was  wir  wünichten,  ohne  daß  wir
sei  dafür  zu  lämpfen  brauck  ien  und  ohne  daß
sie  ron  uns  den  Kampf  für  seine  Erlangung  oder
Behauptung  forderte.  Solange  wir  mil  der
Seemacht  für  alle  Möglichleiten  rerbündet  sind
mag  dieses  Bündnis  schriftlich  niedergelegt
sein  oder  nur  als  ein  slillschweigendes  Einrernebmen
  bestehen,  das  in  jedem  Augenblick  geän
dert  werden  kann  —  konnen  wir  davon  ganz
dieselbe  Geltung  erwarten,  wie  uir  sie  rernun

Berlin,

 

ligermeise  hoffen  loumen,  durch  Wassenrisftung

zu  erlangen.  (.3.,
Die  Aalandefr2
Stockholm.  11.  Mai.  General  Rappe  rer
öffentücht  im  „Aftonbladen'"  meitere  Aeuße
rungen  zur  Aalandvirage  und  beiont,  daß  ein
jreies  Naland  bei  den  hreen  eigenen
Hilf  dquelien  ein  Erienzminirium  sei  und  daß
rleresse  lic,

3  Jr.

  
    

  
   

 

es  in  ichwedi  en  dasß  der  Sta
tiusquo  in  Aaland  wahrend  des  Krieges  auf
rechlerallen  merde.  Dies  sei  ein  a.  we  diĩsches
und  nicht  ein  dentides  Interese.  Ein  Jogern
lonne  Schweden  dazu  zun-  sgen,  Deuischland  um
Hilfe  anzurusen,  w##durch  Sä  weden  Deuchlands
  WMiten  iich  unterwmerfen  murde.  Schne

den  durie  ron  leinem  a:  deren  als  von  iich  jelbit
abhängig  iein.  Nicht  zulaig  i  cs,  die  Anae
EEEIIII  zu  vrrichebea  Denn
uber  die  Zulunft  wmerde  jent  *  ichieden.  *  we.
den  lonne  mege:  seiner  Zel  bitbeitinimungs
jahigleit  und  Allitartn.  1  .(0  —
in  dieiem  Kriege,  der  über  sei  Schicksal  und
dad  der  Laupima  *  en:  eide,  nicht  auf  bloße

  
 

Veriicherlungen  bauen.  Er  gebe  eitwas,  über
das  man  teine  Kompromisse  schlieken  könne:
das  Leben  selbdtt.

die  Heutichei  in  Portugal.

Jurich,  11.  Mai.  Die  Har  ##s  Agenkur  meldel
  aus  K##sabon:  Durch  cinen  Erlaß  wird  befiimmt,
  daß  die  in  Poriugal  geborenen  Personen,
  derlen  Vater  ein  Deutscher  imn,  Hinsichtlich
ihrer  Nechtsfahlgleit  und  ihres  Vermogens  als
feindliche  Untertanen  angesehen  werden.  Sie
mussen  Poringal  innerhalb  janf  Tagen  rerlas—
sen,  mit  Aurnahme  derjenigen  Personen,  die  v#-der
  Kriegsertlärung  Staatsbeamte  waren  (Z.)

*—
Kußland.
Russische  Offensir  pläne.
Bularemn.  11.  Mai.  Aus  Bessarabien  tref.
fen  Berichte  uber  neue  russische  Offensiopläne
ein.  Man  meldet  Trubpenbewegungen  im  Abschnilt
  ron  Tarnorol  in  O'  Sgalizien,  wo  Ge
neral  Pau  eingetroffen  ist  u  d  der  Zar  erwartet
wird.  (3#.0

(Gegen

TLaalien.

Italienische  Säal:

Köln,  11.  Mai.  Der  Zuricher  Korrespon.
dent  der  „Kol.  Vollezn.“  drahtet:  Aus  zurerlässiger
  ilalienischer  Luelle  verlautet,  insolge
der  neuen  —]i“N“2.  ist  die  Slimmung  des

enbilder.

italtenischen  Volles  besonders  auf  dem  Lande
sehr  grntunn.  Vieljach  werden  drohende  Stim.
men  laut.  Im  Wahllreise  des  bekannten  Sozla.

linen  Ferri  reranftalleten  600000  Frauen  eine
öfsentliche  Kundgebung.  Die  Menge  durchzog
die  Straßen  unter  dem  Ruse:  „Wir  wollen
das  Ende  des  Krieges!!““  Militär  mußte  ein.
schreiten.  Aus  durchaus  zurerlässiger  Quelle
erfährt  der  Gewahrsmann  des  Kölner  Blattes:
In  der  Kaserne  von  Piacenza  verweigerte  ein
Regiment  den  Gehorfam;  an  der  Fron:  kebellierte
  die  Sasiari-  Beigade.  Auch  in  Neapel
sand  eine  Kundgebung  slatl,  bei  der  das  Bild
des  bekannten  Kriegshetzers  Ciccotti  rerbrannt