Full text : Königlich Württembergisches Staats- und Regierungs-Blatt vom Jahr 1819. (14)

keonberg.  Der  unter  dem  1.  Infanterie  ·  Regiment  in  Ulm  stehende  Soldat,  Georg  Friebrich
  Ißler,  von  Gebersheim,  hiesigen  Oberamts,  hat  sio  am  23.  Nov.  aus  seiner  Garnison  entfernt.
Es  werden  daber  alle  Polizei=  Behbrden  ersucht,  auf  denselben  fahnden  ihn  auf  Betreten  arretiren,
und  biesigem  Oberamt  einliefern  zu  lassen.  Den  30.  Nov.  1318.  Küi.  I.  Oberamt.

Calw.  Der  wegen  Conkubinals  zu  einer  Festungsstrase  verurtheilte  Maurer  Jakob  Böhner,
von  Schömberg,  Oberamts  Neuenbürg,  dat  sich  vor  Einlauf  des  Straferkenntusses,  der  geleisteten
eidlichen  Sicherheitsstellung  unerachtet,  von  Haus  entfernt.  Es  werden  daher  alle  okrigk-itliche  Bebörden
  ersucht  auf  ihn  fahnden  und  ihn  im  Betretungsfall,  gegen  Kosten-Ersatz,  wor  verwahrt  an  die
unterzeichnete  Stelle  einliesern  zu  lassen.  Beschreibung  der  Person:  Böhner  ist  30  Jahre  alt,
mitiierer  Größe,  hagerer  Statur,  hat  ein  länglichtes  etwas  blasses  Gesicht,  braune  H#e##,  graue
Augen,  ein  breites  Kinn,  eingefallene  Wangen.  Den  14.  Ne.  1816.  Königl.  Kriminalamt.

Wib  lingen.  In  der  Nacht  vom  15.  auf  den  16.  diß,  find  nachfolgende  Verbrecher  mittelst
Durchbrechung  einer  3  Schuh  dicken  Mauer  aus  dem  biesigen  Criminal-Arrest  entwichen.  Alle  3
find  gesäbrliche  Menschen,  und  es  werden  deswegen  sämmniche  Königl.  Polizei  =  Stellen  geziemend
ersucht,  zu  deren  Beifahung  und  Wiedereinlieferung  bieher,  die  geeigneten  Anstalten  zu  treffen.
Beschreibung:  2.)  des  Johann  Michael  Sauter,  Soldat  unter  dem  3.  Königl.  Reiter-Regiment.
Derselbe  ist  290  Jahr  alt,  ledig,  “"“  68“  groß,  schlanker  Seatur,  schwarzer  Haare,  schwarzer  Gesichtsfarde,
  schmalen  Gesichts,  dreiter  mit  den  Haaren  bedeckter  Stirne,  blosser  eingesallenen  Wangen,
spitzizer  Nase,  mittletn  Mund,  spitzigen  Kinns,  dunkelbrauner  Augen,  guter  Zädne.  Trägt  eine
alte  grüne  russische  Kappe,  einen  dunkelgrünen  Muzen,  ein  altes  weißes  Leible,  gestreifts  lange  Hosen,
weiße  Strumpfe,  Schube  mit  Bändel.  2.)  des  Webers  Johannes  Zoller,  von  Söflingen,  Oberamts
Ulm.  Derselbe  ist  34  Jahr  alt,  ciren  5“  10“  groß,  schlanker  Statur,  hat  scwarze  Haare,  schwarze
Augenbraunen,  braune  Augen,  länglichtes  Angesicht,  lange  Nase,  mittelmtzigen  Mund,  gute  Zähne;
bei  seiner  Entweichung  hatte  er  über  der  Stirne  eine  frische  Narbe  und  eine  zweile  auf  dem  Kopf,  w#
die  Haare  ringsumber  noch  kurz  abgeschnitten  sind,  von  Schlätzen,  die  er  beim  Ertappen  über  einen
Schaafdiebstadl  erhielt,  derrübrend.  Bekleidet  war  er  mit  einem  alten  schwarz  seidenen  Halstuch,
einem  ganz  zerrissenen  blau  tüchenen  Muzen,  langen  gestreiftes  leinenen  Hosen,  ohne  Koplbedeckung,
und  baarfüß.  3.)  Des  Miwhael  Meier,  Küfer  von  Entlenschieß,  Oberamts  Alpeck.  Derselbe  ist  ledig,
6°8“  5“  groß,  hat  ein  breites  Angesicht,  volle  Wangen,  hohe  Stirne,  graue  Augen,  stumpfe
Nase,  kleinen  Mund,  bellbraune  Haare,  dergleichen  Augenbraunen,  dünnen  Bart.  Seine  Kleidung
bestund  in  einem  schwarzen  Zwilchwammes,  rothgeßtreiften  zifenen  Brustuuch,  kurzen  ledern  schwarzen  Hosen,
schwarz  leinenen  Strümpfen,  schwarz  wollenem  Halstuch,  Halsstiesel,  ohne  Kopfbedeckung.  Er  trägt
beinen  schwarzen  darchenten  Rock,  mit  schwarz-beinenen  Knôpsen.  Den  16.  Nov.  1818.

Königt.  Oberamt.
Tuttlingen.  Der  kürzlich  aus  dem  Zwangs-Arbeitshaus  entlassene  Schustergeselle  Johannes
  Ruf,  von  Schwenningen,  30  Jahre  alt,  vat  sich  gigen  das  ihm  ertheilte  Verbot  von  Schwenningen,
  wohin  er  von  der  böchsten  Behörde  ronfinirt  war,  entsfernt,  und  zieht  nun  wahrscheinlich
wieder  dem  Müßiggange  nach.  Simmtlicke  Polizei-Bebrden  werden  ersucht,  auf  den  Ruf  sahnden
und  ihn,  wenn  er  ergriffen  werden  sollte,  hieyer  einliefern  zu  lassen.  Den  18.  Nov.  1818.
Königl.  Oberamt.

Tutttlingen.  Der  Schäfer  Matthäus  Schiedinger,  von  Hoßingen,  Oberamts  Balingen,
ungefsähr  50  Jahr  alt,  von  welchem  derzeit  ein  genaueres  Signalement  nicht  angegeben  werden  kann,
ist  eines  in  Tuttlingen  verübten  großen  Schagf-Diebstahls  köchst  verdächtig.  Man  ersucht  daher
sdmmrliche  Justiz=  und  Polizei-Behörden,  auf  denselben  fahnden  und  ihn  im  Betretunge  falle  an
das  hisige  Oberamt  einliefern  lassen  zu  wellen.  Den  19.  Nov.  1816.  Königl.  Oberemt.

Ragold.  Die  ledige  Barbara  Hensler,  von  Bernek,  hiesigen  Lberemts,  welche  wegen  Verfälschung
  einer  obrigkeitlichen  Urkunde  bei  dem  Königl=  Kriminalamt  Kalw  in  Untersuchung  verfangen
ist,  dat  sich  unctachtet  der  geleisteten  juratorischen  Kaution  von  Haufe  entsernt.  Bei  ihrem  Emtweiqchen
  soll  dieselbe  mit  einem  toth  und  weiß  gestreiften  kottunenen  Ueberrock,  Schuhen  und  weißen  baum-