Full text : Eperimentelle und kritische Beiträge zur Neubearbeitung der Vereinbarungen. I. Band. (1)

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schen  Katalysators  subsummieren,  dies  zunächst  nur  mit  einer  gewissen  Einschränkung
behaupten:  Es  liegen  bislang  noch  keine  Versuche  vor  über  die  Mengenverhältnisse,
die  zwischen  oxydierbarem  Stoff  und  Ferment  bestehen!),  und  es  ist  sehr  wohl  möglich,
  daß  das  Ferment  bei  der  Reaktion  im  stöchiometrischen  Verhältnis  verbraucht
wird,  ohne  in  die  Brutto-Gleichung  der  ins  Auge  gefaßten  Reaktion  einzugehen  (Kata-Iysatorhemmung
  durch  Nebenreaktion).  (Vgl.  Engler  und  Weißberg.)?)  Weiter  besteht
  die  Frage,  ob  man  „Induktoren“  (R.  Luther)?)  als  Fermente  bezeichnen  darf,
und  ob  wir  es  in  diesem  besonderen  Falle  mit  einem  Induktionsvorgang  zu  tun  haben.
An  physiologischer  Wichtigkeit  würden  die  Fermente  als  solche  sicherlich  verlieren.

Praktisch  wichtiger  erscheint  die  Frage,  ob  wir  es  mit  einer  Funktion  der
Milch  zu  tun  haben,  die  von  ihrer  Bakterienflora  als  unabhängig  betrachtet  werden
darf.  So  weit  mir  die  Literatur  zur  Verfügung  steht,  scheint  dies  nie  bezweifelt
  worden  zu  sein  und  sogar  die  Spezialfrage,  ob  man  das  Ferment  als  ein
Stoffwechselprodukt  bakterieller  Tätigkeit  aufzufassen  habe  analog  den  toxischen
Stoffwechselprodukten  der  pathogenen  Kleinwesen,  scheint  durch  den  Nachweis  der
Peroxydasereaktion  in  „aseptisch‘‘  gewonnener  Kuhmilch  und  bakterienfreier  Frauenmilch
  erledigt  zu  sein.

Immerhin  schien  es  wertvoll,  nach  den  bakteriologischen  Befunden  Seligmanns*)
  über  die  Katalase,  die,  wie  Schönbein  schon  anzunehmen  geneigt  war
und  was  mit  den  vorausgegangenen  Versuchen  keineswegs  im  Widerspruch  _  steht,
vielleicht  doch  in  funktioneller  Beziehung  zur  Peroxydase  steht,  dieser  Frage  noch
einmal  näher  zu  treten.

Meine  Versuche  gingen  dahin,  die  Milch  oder  ihre  aktiven  Bestandteile  in  Zustände
  überzuführen,  in  denen  eine  bakterielle  Lebenstätigkeit  unwahrscheinlich  oder
ausgeschlossen  war.

Zunächst  befreite  ich  die  Milch  von  Kasein-  und  Fettballast.  Schon  Dupouy?),
Storch®),  Raudnitz”),  Kolle®),  Weber?),  Spolverini!9),  Zink"),  Rullmann'?),
Marfan!?),  Gillet!*),  Breteau!®)  haben  auf  diese  Weise  die  Milch  auf  die  Perı)

  Von  A.  Bach  und  R.  Chodat  sind  solche  an  Pflanzenfermenten  angestellt  worden.
Sie  fanden,  daß  bei  der  Peroxydaseaktivierung  die  Peroxydase  vom  Hydroperoxyd  im  konstanten
  Verhältnis  verbraucht  wurde.  (Oxydation  v.  Pyrogallol  bezw.  HJ.)

2?)  Kritische  Studien  über  die  Vorgänge  der  Autoxydation.  Braunschweig  1904.

°»)  Vgl.  N.  Schilow,  Zeitschr.  phys.  Chemie  1903.  42,  641  u.  R.  Luther  u.  N.  Schilow
1903,  46,  777.

2.2.0.

6)  Revue  intern.  scient.  et  popul.  de  falsif.  des  denrees  alim.  10,  126.

2a..a  0.

)a.2.  0.

»)  Pharm.  Post.  36,  741,  1903.

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'%)  Arch.  d.  med.  des  enfants  4,  705,  1901.

"2.2.0.

„9.2  0.

),  Hypothese  sur  le  röle  des  zymases  du  lait.  —  Jahrh.  f.  Tiersch.  1902,  1030.

'  Journ  de  Physiol.  et  Patlı.  1902,  439.

'")  Journ.  Pharm.  Chim.  7,  1898.